Warn- oder Einstiegssignal?
Kursziel runter – aber die Story wird heißer: Was bei GRENKE jetzt zählt
GRENKE wächst, obwohl Markt, Zinsen und Geopolitik bremsen. Warburg erklärt, warum ausgerechnet das Small-Ticket-Geschäft zum Turbo wird und die Aktie nicht nur deshalb noch massiv Luft nach oben haben könnte.
- GRENKE wächst um 7,8% trotz schwieriger Märkte.
- Small-Ticket-Leasing sorgt für Stabilität und Wachstum.
- Warburg sieht 70% Aufwärtspotenzial für die Aktie.
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Der Finanzdienstleister GRENKE hat sein Neugeschäft 2025 um 7,8 Prozent gesteigert. Warburg Research wertet das als starke Leistung in einem schwierigen Markt. Rückenwind komme aus dem Fokus auf Small-Ticket-Leasing mit im Schnitt rund 10.000 Euro pro Vertrag. Dieses Massengeschäft sei meist weniger volatil als große Investitionen. Stabilität lieferten außerdem die breite Präsenz in mehr als 30 Ländern und die Streuung über viele Einzelverträge.
Umfeld bleibt fragil
Warburg verweist auf die Kriege in der Ukraine und im Nahen Osten sowie auf Handelskonflikte, etwa durch Zölle der Vereinigten Staaten. Das könne die Investitionslaune dämpfen. Auch der ifo-Index zeige: Das Geschäftsklima in der Leasingbranche war zu Beginn des Jahres schwach.
Für das Gesamtjahr hält Warburg ein Neugeschäftswachstum von 7 bis 9 Prozent für realistisch. Treiber seien vor allem Überseemärkte. Der Vorstand sehe überproportionales Potenzial im Small-Ticket-Nischenmarkt in den Vereinigten Staaten, Kanada und Australien. Im Segment Übrige Regionen stieg das Neugeschäftsvolumen 2025 um 21 Prozent auf 236 Millionen Euro.
Zusätzliche Impulse erwartet Warburg ab 2026 aus der Kooperation mit Intesa Sanpaolo. Außerdem könnte GRENKE profitieren, wenn Wettbewerber wegen höherer Regulierungskosten oder mangelnder Effizienz aus dem Kleingeschäft aussteigen.
Beim Risiko bleibt Warburg vorsichtig. Für 2025 erwartet das Haus eine Schadenquote von rund 1,7 Prozent nach 1,76 Prozent nach neun Monaten. Unsicherheiten könnten das Verbesserungstempo 2026 und 2027 bremsen.
Warburg hob die Prognosen für die Schadenquote auf 165 Basispunkte für 2026 und 160 Basispunkte für 2027 an. Bei einem Leasingvolumen von über elf Milliarden Euro entspreche eine Veränderung um zehn Basispunkte laut Warburg einem Effekt auf das Ergebnis vor Steuern von rund 11 Millionen Euro.
Warburg bestätigt die Kaufempfehlung. Das Kursziel für die SDAX-Aktie liegt bei 25,20 Euro nach zuvor 29,70 Euro. Beim Kurs von etwa 15 Euro sieht das Haus somit ein Aufwärtspotenzial von knapp 70 Prozent.
Autor: Nicolas Ebert, wallstreetONLINE Redaktion

