Zement "Made in Mexiko" auf Mehrjahreshoch
Cemex, einer der weltweit größten Zementhersteller mit Sitz in Mexiko, hat im Jahr
2025 eine bemerkenswerte operative Wende vollzogen. Nach einem schwierigen ersten Halbjahr leitete der neue Vorstandschef Jaime Dominguez im April einen strategischen Kurswechsel ein, der
das Unternehmen spürbar auf Wachstum und Profitabilität ausrichtete. Mit einem mehrjährigen Transformationsplan setzte das Management gezielt auf Effizienzsteigerungen, bessere operative
Abläufe und eine stärkere Cashflow-Generierung – mit sichtbarem Erfolg.
Seit dem Führungswechsel entwickelte sich die Cemex-Aktie deutlich besser als der Sektor. Vor allem im zweiten Halbjahr zog das operative Geschäft kräftig an. Im vierten Quartal 2025
steigerte der Konzern seinen Umsatz auf 4,18 Milliarden US-Dollar, ein Plus von knapp zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr und deutlich über den Markterwartungen. Wachstumstreiber waren vor
allem Mexiko sowie die Region Europa, Naher Osten und Afrika, während sich auch die Preisentwicklung positiv auswirkte.
Parallel dazu verbesserte sich die Ertragskraft spürbar. Das operative EBITDA legte um rund neun Prozent zu, getragen von höheren Verkaufspreisen, einer besseren Auslastung und konsequenten
Kostensenkungen. Über das Gesamtjahr hinweg stiegen sowohl die EBITDA-Marge als auch die Free-Cashflow-Konvertierung deutlich. Ein zentraler Hebel war das Effizienzprogramm "Project Cutting
Edge", mit dem Cemex Einsparungen von rund 200 Millionen US-Dollar realisierte.
Dominguez sprach in der Bilanzkonferenz von einem Jahr der Gegensätze. Während das erste Halbjahr noch unter politischem Gegenwind in Mexiko, einem schwächeren Peso und einer verhaltenen
Nachfrage in den USA litt, brachte die zweite Jahreshälfte eine klare operative Erholung. Neben der wirtschaftlichen Stabilisierung in Mexiko hätten vor allem die ersten greifbaren Erfolge
der Transformation die Dynamik beschleunigt.
Insgesamt zeigt sich Cemex nach dem Strategiewechsel deutlich robuster aufgestellt. Steigende Margen, verbesserte Cashflows und eine effizientere Kostenstruktur verschaffen dem Konzern eine
starke Ausgangsposition, um von einer allmählichen Erholung in wichtigen Absatzmärkten zu profitieren. Nach einem schwierigen Start ins Jahr scheint der Zementriese die Trendwende geschafft
zu haben.
Abheben in Chile
LATAM blickt auf ein außergewöhnlich starkes Jahr zurück.
Getragen von der weltweit hohen Reiselust und besonders günstigen Entwicklungen in Lateinamerika gelang der Airline nach dem Abschluss des Chapter-11-Insolvenzverfahrens im Jahr 2022 eine
erfolgreiche strategische Neuausrichtung. Heute verbindet LATAM ein hochwertiges internationales Streckennetz mit wettbewerbsfähigen regionalen Angeboten – ein Modell, das sich zunehmend
auszahlt.
Trotz besser als erwarteter Geschäftszahlen geriet die Aktie in dieser Woche unter Druck. Da ein Aktionär ein größeres Aktienpaket über den Markt verkauft hat. Der Preis lag 4,5 Prozent
unter dem aktuellen Preis.
Bewertungsseitig wirkt der Abschlag kaum gerechtfertigt: Mit dem rund elffachen Gewinn wird LATAM deutlich günstiger gehandelt als der Sektor, der im Schnitt beim 22-Fachen liegt. Auch das
niedrige zukünftige PEG-Verhältnis signalisiert eine massive Unterbewertung im Vergleich zur Branche.
Operativ lieferte das Unternehmen im vierten Quartal wie auch im Gesamtjahr starke Ergebnisse. Der Gewinn je Aktie übertraf die Erwartungen klar, ebenso der Umsatz, der zweistellig zulegte.
Insgesamt beförderte LATAM im Jahr 2025 mehr als 87 Millionen Passagiere, wobei allein im vierten Quartal rund 23 Millionen Reisende an Bord waren. Besonders dynamisch entwickelte sich der
brasilianische Inlandsmarkt, der zweistellig wuchs und sich erneut als zentraler Ertragstreiber erwies.
Parallel dazu baute LATAM die Kapazitäten aus und steigerte zugleich den Umsatz pro Sitzplatz deutlich – ein Zeichen für die hohe Nachfrage und die konsequente Kostendisziplin des Konzerns.
Die Kombination aus effizientem Wachstum und Preissetzungsmacht spiegelt sich auch in den starken Margen wider, die zu einer außergewöhnlich hohen Rentabilität führten.
Der Blick nach vorn bleibt ebenfalls überzeugend. Für 2026 plant LATAM ein Kapazitätswachstum von acht bis zehn Prozent und peilt einen bereinigten freien Cashflow von rund 1,7 Milliarden
US-Dollar an. Analysten erwarten zudem weiter steigende Umsätze auf hohem Niveau.
Unterm Strich präsentiert sich LATAM als Airline mit starkem Wachstum, hoher Profitabilität und klarer operativer Dynamik – und das zu einer Bewertung, die nach dem jüngsten Kursrückgang
besonders attraktiv erscheint. Die kurzfristige Marktschwäche steht damit im deutlichen Kontrast zur robusten fundamentalen Entwicklung des Unternehmens.
Glänzende Aussichten aus Peru
Buenaventura, eines der führenden Bergbauunternehmen
Perus, profitiert zunehmend von globalen Megatrends, die die Nachfrage nach Edelmetallen und insbesondere nach Kupfer antreiben. Mit einem ausgewogenen Produktionsmix aus Silber, Gold und
Kupfer richtet der Konzern seine strategischen Schwerpunkte gezielt auf jene Rohstoffe aus, die für Energiewende, Rechenzentren und industrielles Wachstum unverzichtbar sind. Der
Kupferanteil soll in den kommenden Jahren deutlich ausgebaut werden und dem Unternehmen zusätzliche Wachstumsimpulse verschaffen.
Zwar wurde die Aktie zuletzt von den Turbulenzen an den Metallmärkten erfasst, doch die Erholung folgte rasch, da viele Investoren die Rücksetzer zum Einstieg nutzten. Bereits im
vergangenen Jahr hatte Buenaventura spürbar von steigenden Metallpreisen profitiert. Höhere Erlöse verbesserten die Margen, stärkten den Cashflow und ermöglichten zugleich den Abbau der
Verschuldung.
Operativ zeigte sich das Unternehmen im dritten Quartal 2025 stabil und effizient. In den wichtigsten Minen lief die Produktion kontinuierlich, während gleichzeitig der Durchsatz erhöht und
konsequent auf Kostendisziplin geachtet wurde. Der Umsatz sprang im Jahresvergleich um 30 Prozent auf 431 Millionen US-Dollar – getragen von höheren Metallpreisen und einem deutlich
gestiegenen Silberabsatz, der geringere Fördermengen mehr als ausglich.
Für das Gesamtjahr 2025 peilt Buenaventura eine Produktion von rund 15,5 Millionen Unzen Silber, 128.000 Unzen Gold und etwa 55.000 Tonnen Kupfer an. Langfristig soll die Förderung jedoch
deutlich ausgeweitet werden. Neben Effizienzsteigerungen spielen dabei auch mögliche Übernahmen sowie Investitionen in Entwicklungs- und Explorationsprojekte eine zentrale Rolle.
Ein wichtiger Wachstumstreiber ist die Goldmine San Gabriel, deren Entwicklung im dritten Quartal weiter beschleunigt wurde. Ab dem Geschäftsjahr 2026 soll sie bis zu 80.000 Unzen Gold pro
Jahr liefern und damit einen spürbaren Beitrag zum Ergebnis leisten.
Noch größere Perspektiven eröffnen sich im Kupferbereich mit dem Projekt Trapiche. Die Lagerstätte befindet sich zwar noch in einer frühen Phase, könnte nach Einschätzung des Managements
jedoch die konsolidierte Kupferproduktion langfristig auf 120.000 bis 130.000 Tonnen jährlich erhöhen. Allein im dritten Quartal investierte Buenaventura 8,7 Millionen US-Dollar in
Machbarkeitsstudien und Genehmigungsverfahren.
Insgesamt präsentiert sich Buenaventura als wachstumsorientierter Minenkonzern, der steigende Metallpreise mit operativer Disziplin kombiniert und gleichzeitig gezielt in zukünftige
Produktionskapazitäten investiert. Die strategische Verschiebung in Richtung Kupfer stärkt die Position des Unternehmens in einem Markt, der von struktureller Nachfrage getrieben wird – und
verleiht der Aktie langfristig zusätzlichen Rückenwind.
Warren Buffett's Fehler in Brasilien
Mit Nu Holdings hatte das Orakel aus Omaha wieder den richtigen
Riecher. Nur einen Fehler hat Warren Buffet bei dem Investment gemacht: Er ist im ersten Quartal 2025 wieder komplett aus der Aktie ausgestiegen. Der Kurs geriet danach zwar schwer unter
Druck, aber diesen Makel hat das Papier schon wieder wettgemacht.
Die auf Brasilien, Mexiko und Kolumbien fokussierte Digitalbanking-Plattform, hat einen wichtigen strategischen Meilenstein erreicht: Das Unternehmen erhielt die Genehmigung zur Gründung
einer nationalen Bank in den USA. Unter der Marke Nubank will NU das Institut innerhalb der nächsten 18 Monate in Amerika an den Start bringen und damit sein Wachstum über die bestehende
Kundenbasis von rund 127 Millionen Menschen hinaus beschleunigen.
Der Expansionsschritt baut auf einer beeindruckenden Entwicklung seit 2021 auf. Kundenzahl und Umsatz sind in kurzer Zeit explodiert, insbesondere in Brasilien, wo die Plattform inzwischen
mehr als 60 Prozent der erwachsenen Bevölkerung erreicht. Auch in Mexiko wächst NU rasant – und erzielt dort sogar höhere Erträge pro Kunde. Gemeinsam mit Kolumbien sieht das Management
diese Märkte als klaren Beweis für die Skalierbarkeit des digitalen Geschäftsmodells.
Die operative Dynamik setzte sich im dritten Quartal 2025 eindrucksvoll fort. Umsatz und Nettogewinn legten jeweils um rund 42 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu, während weitere vier
Millionen neue Kunden hinzukamen. Eine Aktivitätsquote von 83 Prozent unterstrich die hohe Bindung der Nutzer an die Plattform. Wachstumstreiber waren vor allem das Kredit- und
Kreditkartengeschäft, das zunehmend zum Ergebnis beiträgt.
Parallel dazu verbesserte NU seine Effizienz deutlich. Produktivitätsgewinne und operative Skaleneffekte senkten die Kostenquote, während Nettozinsertrag, Einlagen und Kreditvolumen im
Jahresvergleich kräftig zulegten. Trotz des schnellen Wachstums blieb die Kapital- und Liquiditätsausstattung solide – ein zentraler Vertrauensfaktor für Investoren.
Auch der Ausblick hellt sich weiter auf. In den vergangenen drei Monaten wurde die Gewinnprognose am Markt mehrfach nach oben angepasst, während kaum negative Revisionen erfolgten. Nu
Holdings übertrifft den Sektor sowohl bei der Kapitalrendite als auch bei der Nettomarge deutlich und zählt inzwischen zu den profitabelsten Digitalbanken weltweit.
Zwar wird die Aktie mit einem Bewertungsaufschlag gegenüber klassischen Finanzwerten gehandelt, doch die Kombination aus starkem Kundenwachstum, steigender Profitabilität und
internationaler Expansion liefert überzeugende fundamentale Argumente. Mit dem Schritt in den US-Markt könnte Nu Holdings seiner Wachstumsstory nun eine neue Dimension hinzufügen.
Mein Tipp: Zugreifen lohnt sich
Investoren setzen zunehmend auf Länder wie Brasilien, Mexiko und Chile, die von neuen Handelsströmen, steigenden Infrastrukturinvestitionen und einer anziehenden Nachfrage nach Energie- und
Industriemetallen profitieren. Gleichzeitig sorgen stabilere Währungen und sinkende Inflationsraten für ein verbessertes Investitionsklima.
Die starke Entwicklung zu Jahresbeginn unterstreicht die wachsende Bedeutung Lateinamerikas im globalen Portfolio-Mix. Während lange Zeit vor allem US- und Technologiewerte dominierten,
rücken nun zunehmend Regionen in den Fokus, die von strukturellem Wachstum, geopolitischer Neuausrichtung und attraktiven Bewertungen profitieren. Für viele Anleger markiert dies den Beginn
einer breiteren Marktphase – mit Lateinamerika als einem der zentralen Gewinner.
Jetzt müssen Sie sich nur noch entscheiden, welche der hier vorgestellten Aktien Ihrem Geschmack entspricht und schon ist Ihr Portfolio etwas diversifizierter aufgestellt und die
KI-Abhängigkeit vermindert.