KI-Angst drückt Aktienkurse
Wall Street kämpft gegen KI-Angst: Aktienabsturz durch disruptive Technologie?
Die Angst vor Künstlicher Intelligenz drückt Aktienkurse: Unternehmen im Finanzsektor und Softwarebranche verlieren massiv, während Investoren panisch Firmen meiden, die von KI verdrängt werden könnten. Was ist da los?
- KI-Angst drückt Aktienkurse im Finanzsektor massiv.
- Investoren meiden Firmen, die von KI verdrängt werden.
- Unsicherheit bleibt: Wie tief wirkt KI auf Branchen?
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An der Wall Street wächst die Angst vor den disruptiven Kräften der künstlichen Intelligenz – und diese Angst setzt den Aktienkursen gehörig zu. Von kleinen Softwareunternehmen bis hin zu großen Vermögensverwaltungsfirmen ist kein Unternehmen sicher. Ausgelöst wurde die jüngste Welle an Verkäufen durch ein neues Steuerstrategie-Tool der Startup-Firma Altruist Corp. Es drückte die Aktien von Branchenriesen wie Charles Schwab, Raymond James und LPL Financial um mehr als 7 Prozent – die stärkste Kursrutsche seit dem Handelskrieg im April des Vorjahres.
Experten sprechen von einer neuen Verkaufsmentalität an den Märkten. Das Ziel besteht darin, Unternehmen, die potenziell von KI verdrängt werden könnten, schnell loszuwerden – ohne viel nachzudenken. Besonders betroffen sind Unternehmen im Finanzsektor sowie Softwareunternehmen, die nun als potenzielle Opfer der KI gelten. "Jede Firma, die mit einem Disruptionsrisiko konfrontiert ist, wird derzeit ohne Rücksicht verkauft", erklärt John Belton, Fondsmanager bei Gabelli Funds gegenüber Bloomberg.
Die Technologiebranche, die in den letzten Jahren dank des Hypes um KI an den Märkten eine führende Rolle innehatte, erlebt nun einen dramatischen Wandel. Die Zeiten des schnellen Wachstums und der Rallye, die die Aktienkurse auf Rekordhöhen katapultierten, scheinen vorbei. Investoren konzentrieren sich nun weniger auf die Suche nach Gewinnern der KI-Revolution, sondern mehr darauf, Unternehmen zu meiden, die das Potenzial haben, von dieser Technologie verdrängt zu werden.
Die jüngsten KI-Tools, die in den letzten Wochen von Unternehmen wie Anthropic PBC und Altruist auf den Markt gebracht wurden, haben die Anleger in Alarmbereitschaft versetzt. Mit dem Steuerstrategie-Tool "Hazel" von Altruists können Finanzberater personalisierte Strategien für ihre Kunden entwickeln. Die Marktreaktion darauf war jedoch heftig: Innerhalb kürzester Zeit wurden Milliarden von US-Dollar von den Börsenwerten führender Investmentfirmen ausgelöscht. Jason Wenk, der CEO von Altruist, zeigte sich überrascht über das Ausmaß der Reaktion, sah diese aber als klares Signal für die Wettbewerbsfähigkeit seines Unternehmens. "Unsere Technologie könnte jede Rolle im Vermögensmanagement ersetzen", so Wenk.
Für viele Anleger bleibt die Frage offen, wie tief die Auswirkungen von KI auf bestehende Industrien wirklich gehen werden. Während einige Experten das Potenzial der KI in verschiedenen Bereichen als gegeben ansehen, mahnen andere zur Vorsicht. "Technologische Disruption braucht oft länger, als man erwartet", meint Belton von Gabelli Funds.
Trotz der Ängste und der jüngsten Verkaufswelle sind einige der Meinung, dass es noch zu früh ist, um den tatsächlichen Einfluss der KI auf den Markt und einzelne Branchen abschließend zu beurteilen. Ross Gerber, der CEO von Gerber Kawasaki, warnt davor, voreilige Schlüsse zu ziehen: "Die Märkte versuchen, Prognosen über eine Zukunft zu machen, die noch in den Kinderschuhen steckt."
An der Börse herrscht also weiterhin Unsicherheit. Anleger müssen abwägen, wie viel Risiko sie eingehen wollen – und wie sie sich gegen potenzielle Disruptionen durch KI wappnen können.
*ab 500 Euro Ordervolumen, zzgl. marktüblicher Spreads und Zuwendungen
Autor: Ferdinand Hammer, wallstreetONLINE Redaktion

