Drohnenkauf und FCAS-Poker
Deutschland kauft Kampfdrohnen – ein anderer Milliardendeal steht auf der Kippe!
Deutschland kauft Kampfdrohnen im Wert von 536 Millionen Euro. Der FCAS-Streit mit Frankreich und Airbus hingegen droht zu scheitern. Was passiert jetzt mit Deutschlands Verteidigungsstrategie?
- Deutschland kauft Kampfdrohnen für 536 Millionen Euro.
- FCAS-Projekt mit Frankreich droht zu scheitern.
- Europa muss enger zusammenarbeiten für Verteidigung.
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Deutschland plant den Kauf von Kampfdrohnen im Wert von rund 536 Millionen Euro von den Start-ups Helsing und Stark Defence, berichtete Reuters. Die Drohnen gehören zur Klasse der Loitering Munitions, die über einem Zielgebiet bleiben und sich dann auf ein Ziel stürzen.
Die Käufe sind Teil einer umfassenden Vereinbarung im Volumen von rund 4,3 Milliarden Euro. Die Verträge müssen noch die Zustimmung des Haushaltsausschusses des Deutschen Bundestages erhalten. Die Drohnen sollen 2027 der 45. Panzerbrigade der Bundeswehr zugewiesen werden, die in Litauen stationiert ist.
Zeitgleich gibt es massive Probleme beim FCAS-Projekt, das einen neuen Kampfjet und unbemannte Begleitdrohnen umfasst. Ein Streit zwischen Dassault und Airbus über die Aufgabenteilung belastet das Vorhaben. Dassault fordert die Führungsrolle und kritisierte Deutschland, dass es nicht in der Lage sei, Flugzeuge zu bauen.
Der 100-Milliarden-Euro-Plan für FCAS steht vor dem Aus, und viele fordern nun, Dassault als Partner zu ersetzen. "Wir müssen getrennte Wege gehen", sagte ein Industrievertreter dem Handelsblatt. Der Rückschritt in nationale Egoismen gefährde die europäische Unabhängigkeit. Wolfgang Ischinger, Vorsitzender der Münchener Sicherheitskonferenz, warnte, dass Europa keine Eigenständigkeit gegenüber den USA demonstrieren könne, wenn es sich nicht stärker zusammenschließe.
Für den FCAS-Jet schlagen Airbus-Chef Michael Schöllhorn und andere vor, den Jet aus dem Projekt herauszulösen und jeweils eigene Kampfjets zu entwickeln. Bastian Giegerich, Chef des IISS, kritisierte die Idee einer deutsch-französischen Zusammenarbeit:
"Bislang haben sich die Deutschen immer mit den Briten zusammengetan, wie beim Eurofighter."
Seit 2017 gibt es immer wieder Probleme bei FCAS, was auch zu Spannungen mit Spanien führte. Der Streit um geistiges Eigentum und technische Details führte zu Verzögerungen, und Airbus forderte mehr Einfluss. "Es wäre dumm, die Briten außen vor zu lassen", so Giegerich. Großbritannien arbeitet mit Italien und Japan am "Global Combat Aircraft Programme" (GCAP), das technisch weiter entwickelt ist, aber finanzielle Hürden hat.
Italien unterstützt das GCAP als bessere Alternative zu FCAS und hat Gespräche mit Deutschland geführt. "Je mehr Länder sich beteiligen, desto größer wird die kritische Masse für Investitionen", sagte der italienische Verteidigungsminister Guido Crosetto.
Auch Schweden ist zur Kooperation bereit. Saab-Chef Micael Johansson erklärte, dass Schweden grundsätzlich an einer Zusammenarbeit bei der Entwicklung eines neuen Kampfjets interessiert sei, jedoch auf technologische Unabhängigkeit bestehe.
Autor: Nicolas Ebert, wallstreetONLINE Redaktion

