Übernahme-Krimi in Hollywood
Machtkampf um Warner Bros: Aktivist greift Netflix-Deal frontal an
Ein aktivistischer Investor mischt den Bieterkampf um Warner Bros. Discovery auf. Der Netflix-Deal gerät unter Druck und Paramount wittert neue Chancen.
- Ancora Capital kritisiert Warner Bros. Deal mit Netflix.
- Paramount bietet 30 USD/Aktie, Netflix nur 27,75 USD.
- Frist für Paramounts Angebot bis 20. Februar verlängert.
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Der aktivistische Investor Ancora Capital hat eine bedeutende Beteiligung an Warner Bros. Discovery aufgebaut und stellt sich offen gegen den geplanten Deal mit Netflix. Damit erreicht der Übernahmekampf um den US-Medienkonzern eine neue Eskalationsstufe, wie Reuters berichtete.
Ancora hält nach eigenen Angaben Anteile im Wert von rund 200 Millionen US-Dollar an dem Eigentümer von HBO. Der Investor kritisiert, dass der Verwaltungsrat von Warner Bros. Discovery nicht ausreichend Gespräche mit Paramount Skydance über ein konkurrierendes Übernahmeangebot geführt habe.
Konkurrenzkampf der Mediengiganten
Sowohl Paramount als auch Netflix wollen sich die Film- und Fernsehstudios von Warner Bros. sichern. Begehrt ist vor allem die umfangreiche Inhaltebibliothek und bekannte Marken wie "Game of Thrones", "Harry Potter" sowie die Superhelden aus dem DC-Universum.
Paramount hatte sein Angebot zuletzt nachgebessert. Der Konzern bot zusätzliche Zahlungen in Höhe von 650 Millionen US-Dollar für jedes Quartal nach 2026 an, falls sich die behördlichen Genehmigungen verzögern. Zudem erklärte sich Paramount bereit, die Vertragsstrafe von 2,8 Milliarden US-Dollar zu übernehmen, die Warner Bros. bei einem Rückzug aus dem Netflix-Vertrag zahlen müsste.
Zwei Angebote, unterschiedliche Risiken
Am Angebotspreis hielt Paramount fest. Der Konzern bietet weiterhin 30 US-Dollar je Aktie, was inklusive Schulden einem Unternehmenswert von 108,4 Milliarden US-Dollar entspricht. Netflix bietet 27,75 US-Dollar je Aktie beziehungsweise 82,7 Milliarden US-Dollar inklusive Schulden. Paramount betont, sein Angebot habe bessere Chancen auf eine regulatorische Genehmigung.
Ein zentraler Streitpunkt ist die geplante Abspaltung der Kabelgeschäfte von Warner, zu denen unter anderem CNN und TNT gehören. Diese Ausgliederung ist Voraussetzung für den Netflix-Deal.
Der Verwaltungsrat von Warner Bros. bevorzugt dennoch das Netflix-Angebot. Er argumentiert, dass die Aktionäre zusätzlich Anteile an der künftig separat börsennotierten Discovery Global behalten würden.
Paramount widerspricht: Die Kabelgeschäfte seien nahezu wertlos. Zudem setze das Netflix-Angebot die Aktionäre erheblichen Unsicherheiten aus, da die endgültige Höhe der Barzahlung von der finanziellen Lage von Discovery Global zum Zeitpunkt der Abspaltung abhänge.
Verlängerte Frist für Entscheidung
Das von David Ellison geführte Unternehmen Paramount Skydance hat die Frist für sein Übernahmeangebot bis zum 20. Februar verlängert. Damit will der Konzern mehr Zeit gewinnen, um Investoren von seinem Angebot zu überzeugen.
Ancora Capitals Einstieg erhöht nun den Druck auf den Verwaltungsrat von Warner Bros. Discovery deutlich.
Saskia Reh, wallstreetONLINE Redaktion

