ETF-Zuflüsse helfen nicht
Bitcoin und Ethereum im Minus – Wann kommen neue Rallye-Signale?
Trotz ETF-Zuflüssen und Käufen durch Großinvestoren fallen die Krypto-Kurse wieder. Im Hinblick auf die US-Inflationsdaten bleibt eine Trendwende aus.
- Krypto-Kurse fallen trotz ETF-Zuflüsse und Käufen.
- Bitcoin unter 67.000 USD, Ethereum unter 2.000 USD.
- Wale kaufen 53.000 Bitcoin, Trendwende bleibt aus.
- Report: Tech-Aktien schwanken – 3 Versorger mit Rückenwind
Bitcoin ist unter die Marke von 67.000 US-Dollar gefallen und notiert damit deutlich im Minus. Auch Ethereum und zahlreiche Altcoins verzeichnen kräftige Verluste. Marktbeobachter machen vor allem eine restriktivere geldpolitische Erwartung in den USA für die jüngste Verkaufswelle verantwortlich.
Bitcoin fällt am Mittwochmittag um rund 3 Prozent auf 66.804 US-Dollar und unterschreitet damit die Marke von 67.000 US-Dollar. Ethereum gibt um mehr als 4 Prozent nach und notierte wieder unter 2.000 US-Dollar bei 1.965 US-Dollar. XRP verliert über 4 Prozent und fällt auf 1,37 US-Dollar. Am meisten steht heute BNB mit einem Minus von 5,8 Prozent unter Druck. Dogecoin, Solana und Cardano verloren jeweils mehr als 3 Prozent.
Die gesamte Marktkapitalisierung des Kryptomarktes sinkt um rund 3 Prozent und rutschte unter 2,3 Billionen US-Dollar.
ETF-Zuflüsse ohne Durchschlagskraft
Trotz der Kursverluste verzeichneten Spot-Bitcoin-ETFs am Dienstag Nettozuflüsse in Höhe von 166,56 Millionen US-Dollar, nach 145 Millionen US-Dollar am Vortag. Spot-Ethereum-ETFs kamen auf Zuflüsse von 13,82 Millionen US-Dollar, nachdem sie am Montag noch 57 Millionen US-Dollar angezogen hatten.
Die Zahlen deuten auf weiterhin vorhandenes institutionelles Interesse hin, reichen jedoch offenbar nicht aus, um die negative Marktstimmung zu drehen.
Wale greifen wieder zu
Für zusätzliche Aufmerksamkeit sorgt eine Entwicklung bei den größten Marktteilnehmern. Wie Bloomberg berichtet, haben sogenannte Bitcoin-Wale in der vergangenen Woche rund 53.000 Coins akkumuliert – der größte Kaufrausch seit November.
Daten des Analysehauses Glassnode zufolge haben Wallets mit mehr als 1.000 Bitcoin Vermögenswerte im Wert von über 4 Milliarden US-Dollar erworben.
"Das verlangsamt zumindest den Abwärtstrend", sagte Brett Singer, Vertriebschef bei Glassnode. Zugleich betonte er jedoch, dass es mehr frisches Kapital brauche, um eine nachhaltige Trendwende einzuleiten.
Wer treibt die nächste Rallye?
Viele Investoren, die über neu aufgelegte ETFs in den Markt eingestiegen sind, liegen inzwischen im Minus und zeigen geringe Bereitschaft, ihre Positionen aggressiv auszubauen.
Ohne eine neue, breite Nachfragequelle wirkt die aktuelle Akkumulation durch Großinvestoren eher wie Schadensbegrenzung. Historisch haben solche Phasen zwar kurzfristige Erholungen ermöglicht, jedoch selten eigenständig eine nachhaltige Rallye ausgelöst.
Der Blick richtet sich nun auf die anstehenden US-Inflationsdaten, die am Freitag veröffentlicht werden – ein Schlüsselindikator für die weitere Geldpolitik der Federal Reserve.
Weitere potenzielle Impulse für einen Aufschwung wären eine anhaltende Beschleunigung der ETF-Zuflüsse, eine Rückkehr institutioneller Kapitalströme, positive regulatorische Signale aus den USA oder auch eine Stabilisierung oberhalb zentraler Unterstützungszonen.
Autor: Pascal Grunow, wallstreetONLINE Redaktion

