US-Arbeitsmarkt im Januar top
USA überraschen mit 130.000 neuen Jobs – sind die Zahlen wirklich so gut?
Die USA überraschen mit einem unerwarteten Anstieg der Beschäftigtenzahlen. Was bedeuten diese Zahlen für die Wirtschaft?
- Unerwarteter Anstieg der Beschäftigtenzahlen in USA.
- Arbeitslosenquote sinkt leicht auf 4,3 Prozent.
- Positive Marktreaktion: Indizes steigen deutlich an.
- Report: Tech-Aktien schwanken – 3 Versorger mit Rückenwind
Das Beschäftigungswachstum in den USA zu Beginn des Jahres 2026 übertraf die Erwartungen und milderte die Sorgen um die Lage auf dem Arbeitsmarkt. Im Januar stieg die Zahl der Beschäftigten außerhalb der Landwirtschaft um 130.000, was deutlich über der Konsensschätzung von Dow Jones von 55.000 lag, wie die saisonbereinigten Zahlen des Bureau of Labor Statistics (BLS) am Mittwoch zeigten. Dieser Zuwachs war auch eine Verbesserung gegenüber Dezember, als nach einer leichten Abwärtskorrektur nur 48.000 neue Stellen geschaffen wurden.
Die Arbeitslosenquote sank leicht auf 4,3 Prozent und lag damit unter der Prognose von 4,4 Prozent. Thomas Altmann, CFA bei QC Partners, kommentierte die Zahlen:
"Das ist eine positive Überraschung am US-Arbeitsmarkt. Es ist zwar zu früh, von einem neuen Boom zu sprechen, aber es zeigt mindestens eine Stabilisierung. Es ist der größte Stellenzuwachs seit Dezember 2024, und gleichzeitig geht die Arbeitslosenquote leicht zurück."
Auch das Lohnwachstum zog an, was die Erwartungen an die US-Notenbank beeinflussen könnte. Altmann stellte fest, dass es immer klarer wird, dass Fed-Präsident Jerome Powell bei den verbleibenden Zinssitzungen keine Zinssenkung mehr vornehmen wird. Sollte dieser Trend anhalten, wären auch für seinen Nachfolger, Kevin Warsh, schnelle Zinssenkungen schwer durchsetzbar.
Die Märkte reagierten positiv auf die Zahlen. Die großen Aktienindizes Nasdaq S&P 500 und Dow Jones liegen gut im Plus und die Renditen für Staatsanleihen verzeichneten starke Gewinne. Der Bericht, dessen Veröffentlichung sich aufgrund des teilweisen Regierungsstillstands verzögerte, bestätigte den Trend eines Arbeitsmarktes mit geringem Wachstum.
Marktexperte Andreas Lipkow kommentierte die Zahlen ebenfalls: "Mit 130.000 neugeschaffenen Stellen liegen die US-Arbeitsmarktdaten deutlich über den erwarteten 66.000. Auch die Arbeitslosenquote von 4,3 Prozent ist besser als die prognostizierten 4,4 Prozent. Das deutet auf eine weiterhin stabile Entwicklung in den USA hin, die jedoch nicht zu voreilig als positiv bewertet werden sollte. Zum einen spielen saisonale Jahresanfangseffekte eine Rolle, und die Qualität der neuen Arbeitsplätze muss berücksichtigt werden. Auch die US-Immobiliendaten erholen sich stark, was sich in einer deutlichen Steigerung der Baugenehmigungen um 6,8 Prozent zeigt, während die Marktteilnehmer nur mit einem Anstieg von 4,4 Prozent gerechnet hatten."
Autor: Nicolas Ebert, wallstreetONLINE Redaktion

