Abgehängte Mitte

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    Reichen-Rallye: Amerikas Wachstum hängt an den oberen 20 %

    Neue Bank-of-America-Daten zeigen: Während Top-Verdiener weiter ausgeben, wächst die Lücke zur Mitte auf den größten Stand seit 2022. Kippt jetzt der US-Konsum?

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    Abgehängte Mitte - Reichen-Rallye: Amerikas Wachstum hängt an den oberen 20 %

    Interne Transaktionsdaten der Bank of America zeichnen ein differenziertes Bild der US-Wirtschaft: Während wohlhabende Haushalte weiter solide konsumieren, gerät die Mittelschicht zunehmend unter Druck. Das Bank of America Institute spricht von einer Ausweitung der "K-förmigen" Entwicklung – also einer Wirtschaft, in der sich Einkommensgruppen unterschiedlich stark entwickeln.

    Im Januar stiegen die Ausgaben von Haushalten mit höherem Einkommen im Jahresvergleich um 2,5 Prozent. Bei Haushalten mit mittlerem Einkommen lag das Plus nur bei 1 Prozent, bei einkommensschwächeren Gruppen bei lediglich 0,3 Prozent. Die Lücke beim Ausgabenwachstum ist damit so groß wie seit Mitte 2022 nicht mehr. Auch beim Lohnwachstum nach Steuern hat sich die Kluft zwischen oberen und mittleren Einkommensgruppen auf den höchsten Stand seit fast fünf Jahren ausgeweitet.

    Die Daten basieren auf der Auswertung von Debit- und Kreditkartentransaktionen sowie Kontoinformationen der Bank. Sie zeigen, dass Verbraucher auf steigende Lebenshaltungskosten reagieren, indem sie vermehrt zu günstigeren Alternativen greifen – etwa beim Einkauf in Discountern statt in Premium-Supermärkten. Auch auf dem Wohnungsmarkt passen sich viele an, mieten kleinere Wohnungen oder ziehen in günstigere Regionen.

    Trotz dieser Spreizung zeigt sich CEO Brian Moynihan in einem Interview mit CNBC vergleichsweise optimistisch. Die Aktivitäten der rund 68 Millionen Privatkunden der Bank seien im Januar im Jahresvergleich um fast 5 Prozent gestiegen. Aus seiner Sicht spricht das für eine weiterhin robuste Konjunktur, auch wenn das Wachstum ungleich verteilt ist. Er warnt davor, einzelne schwächere Konjunkturdaten überzubewerten.

    Gleichzeitig bestätigen andere Analysen die wachsende Abhängigkeit vom Konsum wohlhabender Haushalte. Laut Moody’s Analytics entfallen rund 59 Prozent der gesamten Konsumausgaben auf die obersten 20 Prozent der Einkommensbezieher. Damit hängt das Wachstum stärker denn je vom Vermögenseffekt steigender Aktien- und Immobilienpreise ab.

    Insgesamt zeigt sich eine US-Wirtschaft, die zuletzt noch solide gewachsen ist – mit realen BIP-Zuwächsen von 2,5 Prozent im Jahr 2023 und 2,8 Prozent im Jahr 2024. Doch die Dynamik ist zunehmend ungleich verteilt. Während einkommensstarke Haushalte das Wachstum weiter stützen, verliert die Mittelschicht an Tempo. Für die kommenden Jahre rechnen Ökonomen daher nur noch mit einem Wachstum im niedrigen bis mittleren Zwei-Prozent-Bereich – getragen von einer schmaleren Basis.

    Autorin: Gina Moesing, wallstreetONLINE Redaktion



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