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Rückschlag für Mercedes-Benz: Gewinne sinken, Dividende wird gekürzt
Mercedes-Benz erwartet für 2026 einen weiteren Rückgang der Gewinnmargen im Automobilbereich und reagiert mit umfassenden Kostensenkungen sowie einem strategischen Fokus auf den chinesischen Markt.
- Mercedes-Benz erwartet 2026 sinkende Gewinnmargen.
- Produktionskapazität weltweit um 10% reduzieren.
- Dividende auf 3,50 Euro pro Aktie gekürzt.
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Deutsche Premium-Autobauer bleiben auch im neuen Jahr unter Druck. Mercedes-Benz kämpft mit hohen Produktionskosten, einem schwierigen chinesischen Markt und globalen Zöllen. Für 2026 erwartet das Unternehmen eine bereinigte Umsatzrendite im Auto-Bereich von lediglich 3 bis 5 Prozent, nach 5 Prozent im Jahr 2025.
Auf Konzernebene brach der operative Gewinn 2025 um mehr als die Hälfte auf 5,8 Milliarden Euro ein. Dies lag unter den von Analysten erwarteten 6,6 Milliarden Euro und wurde maßgeblich durch Zollkosten von 1 Milliarde Euro sowie durch Herausforderungen im hart umkämpften China-Markt und negative Währungseffekte belastet.
Für 2026 rechnet Mercedes mit einem Umsatz auf dem Niveau des Vorjahres, nachdem 2025 132,2 Milliarden Euro erzielt wurden. Gleichzeitig soll der EBIT deutlich über dem Niveau des Jahres 2025 liegen. Die Margen werden jedoch weiterhin unter dem Druck von Zöllen und der starken Konkurrenz in China stehen.
Um die Profitabilität zu stützen, plant Mercedes, die Produktionskapazität weltweit um mehr als 10 Prozent auf 2,2 Millionen Einheiten zu reduzieren und die Ausgaben zu senken. Gleichzeitig zielt der Konzern darauf ab, seine Fixkosten durch Personalabbau zu senken und in den kommenden Jahren ein profitableres Geschäft zu erzielen.
Källenius’ Strategie, Mercedes stärker im Premiumsegment zu positionieren, zeigt erste Erfolge bei den Erlösen pro Fahrzeug. Allerdings hinterlässt diese Umstellung Mercedes anfällig für die schwächere Nachfrage nach hochpreisigen Fahrzeugen, insbesondere von Elektroautos. In China, dem größten Automarkt der Welt, verzeichnete Mercedes 2025 einen Rückgang der Verkäufe um etwa 20 Prozent, da heimische Marken wie BYD und Xiaomi mit ihren günstigen und gut ausgestatteten Elektroautos zunehmend Marktanteile gewinnen.
Als Reaktion auf die schwierige Geschäftslage schlug Mercedes vor, die Dividende auf 3,50 Euro pro Aktie zu kürzen, nach 4,30 Euro im Vorjahr. Die Aktie des Unternehmens fiel zum XETRA-Handelsstart um gut 5 Prozent und hat seit Jahresbeginn rund 8 Prozent verloren.
Autor: Julian Schick, wallstreetONLINE Redaktion
