Tech-Liebling crasht hart
Blutbad im Payment-Sektor: Dieser PayPal-Konkurrent stürzt 20 % ab
Die Adyen-Aktie verliert massiv. Trotz zweistelligem Wachstum schockt das schwache Zahlungsvolumen – Anleger reagieren brutal.
- Adyen-Aktie fällt stark, trotz Umsatzwachstum von 21%.
- Enttäuschendes Zahlungsvolumen unter Markterwartungen.
- Skeptischer Ausblick sorgt für Anlegerunruhe und Kurssturz.
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Die Aktie des niederländischen Zahlungsdienstleisters Adyen ist nach Vorlage der Zahlen für das zweite Halbjahr 2025 massiv unter Druck geraten. Zeitweise verlor das Papier bis zu 20 Prozent und rutschte auf den tiefsten Stand seit 2023. Damit setzt sich der Abwärtstrend fort, der bereits Mitte vergangenen Jahres eingesetzt hatte.
Operativ legte Adyen zwar zu, doch Ausblick und Transaktionsvolumen enttäuschten. Der Nettoumsatz stieg im Zeitraum Juli bis Dezember bei konstanten Wechselkursen um 21 Prozent auf 1,27 Milliarden Euro. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) erreichte 702,1 Millionen Euro und lag damit leicht über den Erwartungen der Analysten. Dennoch reichte das nicht, um die Märkte zu überzeugen.
Im Fokus stand vor allem das Zahlungsvolumen. Dieses erhöhte sich im zweiten Halbjahr um 19 Prozent auf 745 Milliarden Euro, blieb jedoch unter den Markterwartungen von 771 Milliarden Euro. Analysten von KBC verwiesen darauf, dass höhere Gebühren pro Transaktion den Rückstand teilweise ausgleichen konnten. Dennoch werten Investoren das schwächere Volumenwachstum als Signal nachlassender Dynamik.
Auch der Ausblick sorgte für Skepsis. Für 2026 stellt Adyen ein Umsatzwachstum von 20 bis 22 Prozent in Aussicht. Die operative Marge soll "weitgehend im Einklang" mit den 53 Prozent des vergangenen Jahres bleiben. Das Margenziel von über 55 Prozent bis 2028 wurde zwar bestätigt, kurzfristige Fortschritte blieben jedoch aus. Laut Citi hatten institutionelle Investoren auf ein Wachstum von 21 bis 22 Prozent und deutlichere Schritte in Richtung höherer Profitabilität gesetzt.
Hinzu kamen regionale Bremsspuren. Während EMEA und Nordamerika jeweils um 17 Prozent zulegten, wuchs das Geschäft im asiatisch-pazifischen Raum langsamer. Zudem belastete ein schwächerer US-Dollar die Entwicklung.
Im stationären Handel konnte Adyen dagegen punkten. Das über Terminals abgewickelte Volumen stieg um 26 Prozent auf 173 Milliarden Euro, gestützt durch Partnerschaften unter anderem mit Starbucks und Uber. Am Black Friday und Cyber Monday verarbeitete das Unternehmen 837 Millionen Transaktionen.
Trotz solider Zahlen bleibt die Reaktion eindeutig: Der Markt hatte mehr erwartet. In einem ohnehin nervösen Zahlungssektor genügte ein vorsichtiger Ausblick, um eine der stärksten Tageskorrekturen seit dem Kurseinbruch von 39 Prozent im August 2023 auszulösen.
Autorin: Gina Moesing, wallstreetONLINE Redaktion

