Vom Allzeithoch zum Albtraum
Bitcoin: Erst unter dieser Marke lohnt sich ein Einstieg
Fast 50 Prozent unter dem Allzeithoch – und trotzdem kein Schnäppchen? Ein renommiertes Bewertungsmodell zeigt, warum Bitcoin erst deutlich tiefer wirklich attraktiv wird.
- Bitcoin 46% unter Allzeithoch, Marktwert stark gesunken.
- Bewertungsmodell sieht fairen Wert bei 55.000 US-Dollar.
- Experten warnen vor weiterem Rückgang bis 35.000 US-Dollar.
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Der Absturz am Kryptomarkt ist noch nicht vorbei – zumindest wenn man zwei sehr unterschiedliche, aber aufschlussreiche Perspektiven zusammenführt. Bitcoin notiert aktuell bei rund 68.000 US-Dollar und liegt damit etwa 46 Prozent unter seinem Rekordhoch von über 126.000 US-Dollar aus dem Oktober. Seitdem wurden laut Daten von CoinGecko rund zwei Billionen US-Dollar an Marktwert im gesamten Kryptosektor ausgelöscht.
Besonders heftig war die Phase unmittelbar nach dem Hoch: Mehr als 19 Milliarden US-Dollar an gehebelten Positionen wurden liquidiert. Anfang Februar rutschte Bitcoin zeitweise bis auf rund 60.000 US-Dollar ab. Seither schwankt der Kurs nervös. Während einige Branchenvertreter zur Gelassenheit mahnen – Binance-Co-Chef Richard Teng verweist darauf, dass Kryptowährungen "Zyklen" durchlaufen – rechnen andere mit weiterem Druck. Hayden Hughes von Tokenize Capital erwartet, dass Bitcoin bis September auf 35.000 US-Dollar fallen könnte.
Parallel dazu rückt eine nüchternere Bewertungsfrage in den Fokus. Der frühere Rohstoff-Portfoliomanager Claude Erb berechnet den "fairen Wert" von Bitcoin auf Basis des Metcalfe-Gesetzes, wonach der Wert eines Netzwerks proportional zum Quadrat seiner Nutzerzahl steigt. Nach diesem Modell liegt der faire Wert derzeit bei etwa 55.000 US-Dollar. Noch im Oktober, als Bitcoin über 125.000 US-Dollar kostete, habe das Modell rund 53.000 US-Dollar angezeigt. Inzwischen hat sich die Lücke deutlich geschlossen.
Erb betont, sein Ansatz sei vor allem als "Gesprächsanker" gedacht. Entscheidend sei nicht, ob der Marktpreis zeitweise stark abweiche – sondern dass Vermögenswerte langfristig zu ihrem fairen Wert zurückkehren. Aktuell liege das Verhältnis von Marktpreis zu Modellwert nahe 1 zu 1. Doch auch das sei kein Sicherheitsnetz. "Dennoch gibt es keine Garantie dafür, dass der Bärenmarkt von Bitcoin beim fairen Wert zum Stillstand kommt", zitiert ihn MarketWatch.
Genau hier treffen beide Sichtweisen aufeinander. Während das Modell noch rund 20 Prozent Abwärtspotenzial bis zum fairen Wert impliziert, warnen andere Marktbeobachter vor deutlich stärkeren Rückschlägen. Die jüngste Geschichte zeigt: Bitcoin neigt dazu, in beide Richtungen über das Ziel hinauszuschießen.
Autorin: Gina Moesing, wallstreetONLINE Redaktion
Bitcoin wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Plus von +1,39 % und einem Kurs von 67.969USD auf CryptoCompare Index (12. Februar 2026, 14:42 Uhr) gehandelt.

