Chipindustrie im KI-Rennen
Samsung kontert SK Hynix und Micron – HBM4 zündet und die Aktie steigt!
Der KI-Ausbau heizt den Speicher-Markt an. Samsung bringt HBM4 in Stellung und will im Duell mit SK Hynix und Micron verlorenen Boden gutmachen.
- Samsung startet HBM4-Auslieferung für KI-Beschleuniger.
- HBM4 bietet 11,7 Gbit/s, 22% schneller als HBM3E.
- Konkurrenz von SK Hynix und Micron bleibt stark.
- Report: Tech-Aktien schwanken – 3 Versorger mit Rückenwind
Samsung Electronics hat mit der Auslieferung seiner bislang fortschrittlichsten HBM4-Speicherchips begonnen und das früher als erwartet. Das teilte der südkoreanische Konzern am Donnerstag mit, wie Reuters berichtete. Die Chips gehen an namentlich nicht genannte Kunden. Samsung will damit im Rennen um zentrale Komponenten für die KI-Beschleuniger von Nvidia Boden gutmachen.
Der weltweite Ausbau von Rechenzentren für Künstliche Intelligenz treibt die Nachfrage nach Hochleistungsspeichern massiv an. HBM-Chips versorgen KI-Beschleuniger mit großen Datenmengen, die für das Training und den Betrieb von KI-Modellen nötig sind.
Aufholjagd gegen SK Hynix
Mit HBM4 will der Konzern nun die technologische Führungsrolle zurückerobern. Der Präsident und Chief Technology Officer der Chip-Sparte, Jaihyuk Song, sagte diese Woche laut Bloomberg vor Reportern, Samsung sei mit seinen Fortschritten bei HBM4 wieder an die Spitze der Speicherindustrie zurückgekehrt: "Wir demonstrieren nun erneut die wahren Fähigkeiten von Samsung", so Song. "Auch wenn wir eine Zeit lang vielleicht nicht die Seite von Samsung gezeigt haben, die mit Weltklasse-Technologie auf Kundenbedürfnisse reagiert, können Sie dies als Rückkehr zu unserem ursprünglichen Zustand betrachten."
Bereits zuvor hatte Song das Kundenfeedback laut Reuters als "sehr zufriedenstellend" bezeichnet. Samsung zufolge erreicht HBM4 eine konstante Verarbeitungsgeschwindigkeit von 11,7 Gigabit pro Sekunde. Das entspricht einem Plus von 22 Prozent gegenüber dem Vorgänger HBM3E. In der Spitze seien sogar 13 Gigabit pro Sekunde möglich. Das helfe, wachsende Datenengpässe zu verringern, erklärte das Unternehmen.
Zudem plant das Unternehmen, in der zweiten Jahreshälfte Muster der nächsten Generation HBM4E an Kunden auszuliefern.
Die Konkurrenz schläft nicht
Der Wettbewerb verschärft sich: SK Hynix hatte bereits im Januar angekündigt, seinen "überwältigenden" Marktanteil beim HBM4-Chip verteidigen zu wollen. Die neue Generation befinde sich in der Massenproduktion. Zudem strebe man an, bei den Produktionsausbeuten von HBM4 das Niveau der aktuellen HBM3E-Chips zu erreichen.
Auch Micron mischt mit. Laut Medienberichten erklärte der Finanzchef des Unternehmens, man befinde sich in der Hochvolumenproduktion von HBM4 und habe mit der Auslieferung an Kunden begonnen.
An den Märkten kam die Entwicklung gut an. Die Aktie von Samsung schloss in Südkorea am Donnerstag 6,44 Prozent fester. Auch SK Hynix legte zu und gewann 3,26 Prozent. Besonders deutlich fiel die Reaktion bei Micron aus: Das Papier beendete den Mittwoch mit einem Plus von 9,94 Prozent und stieg am Donnerstag im vorbörslichen Handel um weitere 4,42 Prozent (Stand 10:31 Uhr MEZ).
Autorin: Saskia Reh, wallstreetONLINE Redaktion

