Minus 50 % seit Jahresanfang
Börse brutal: Mit dieser Aktie kennt der Markt aktuell keine Gnade!
In den vergangenen Wochen hatten viele Software-Aktien mit hohen Verlusten zu kämpfen, doch Unity Software hat es mit einer Halbierung besonders hart erwischt.
- Software-Aktien im Ausverkauf, Unity besonders betroffen.
- Unity enttäuscht mit schwachem Ausblick und Verlusten.
- Aktie halbiert, kein Kaufdruck trotz Kursrückgang.
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Der Ausverkauf bei Software-Aktien wird immer brutaler
In der Software-Branche herrscht aktuell der schlimmste Ausverkauf seit 2009. Viele in den vergangenen Jahren erfolgreiche Aktien wie Salesforce, SAP und ServiceNow kennen schon seit Wochen nur noch eine Richtung. Am Markt fürchten sich Investoren vor einer Disruption der Geschäftsmodelle durch KI.
Neben den großen Playern erwischt die "SaaS-Apokalypse" auch zahlreiche Werte aus der zweiten und dritten Reihe. Dazu gehört zum Beispiel Unity Software, der die gleichnamige Engine für das Programmieren von Webanwendungen und Games entwickelt hat. Dieses Business steht unter Druck, nachdem Alphabet ein leistungsfähiges Tool zum Erstellen von Spieleumgebungen vorgestellt hat.
Seit der Übernahme von IronSource verfügt das Unternehmen außerdem auch über eine Marketing-Plattform, die wie AppLovin (das am Mittwochabend Quartalszahlen vorgelegt hat) Entwicklerinnen und Entwicklern bei der Vermarktung und Monetarisierung ihrer Anwendungen unterstützen soll. Auch dieses Geschäft gilt als gefährdet.
Zahlen geringfügig über den Erwartungen ...
Wie zum Beweis für den fundamentalen Gegenwind hat Unity Software am Mittwochmittag ein schwaches Quartalsergebnis und einen mauen Ausblick auf 2026 vorgelegt. Die seit dem Jahreswechsel erlittenen Kursverluste der Aktie haben sich dadurch auf einen Schlag verdoppelt!
Gegenüber dem Vorjahresquartal legten die Erlöse um 10,0 Prozent auf 503,0 Millionen US-Dollar zu. Damit konnten die Erwartungen um 10,2 Millionen US-Dollar übertroffen werden. Auch der bereinigte Gewinn pro Aktie übertraf mit 0,24 US-Dollar die Schätzungen (+3 Cent) und bedeutete gegenüber dem Stand vor einem Jahr eine Verbesserung um 1 Cent.
Insgesamt lässt die Profitabilität des Unternehmens, in das zeitweise auch Investorin Cathie Wood mit ihren ARK-Fonds investiert war, weiterhin zu wünschen übrig. Unter dem Strich wurde ein Nettoverlust in Höhe von knapp 90 Millionen US-Dollar erwirtschaftet, was gegenüber dem Vorjahresergebnis von -127,7 Millionen US-Dollar aber eine Verbesserung darstellt. Diese kam im Wesentlichen aber durch geringere Aktienvergütungen und nicht durch operative Verbesserungen zustande.
... dafür patzte Unity Software beim Ausblick
Mit einem nur knapp über den Erwartungen liegenden Ergebnis hätten sich Investoren vielleicht noch arrangieren können, allerdings enttäusche Unity beim Ausblick auf ganzer Linie. Die Erlöse sollen im kommenden Quartal bei 480 bis 490 Millionen US-Dollar liegen. Damit liegt die Mittelpunktschätzung um 9 Millionen US-Dollar unter den Markterwartungen von 494 Millionen US-Dollar.
Auch bei der EBITDA-Prognose patzte der Konzern. Vom Markt gefordert waren 112 Millionen US-Dollar, Unity stellte jedoch nur 105 bis 110 Millionen US-Dollar in Aussicht. Das war gemessen an der Unternehmensbewertung schlicht zu wenig.
Seit dem Jahreswechsel mehr als halbiert
Schon vor den Zahlen hatte die Unity-Aktie mit einer in diesem Jahr schwachen Performance und Verlusten von über 20 Prozent zu kämpfen, doch der unzureichende Geschäftsausblick ließ Anlegerinnen und Anlegern endgültig der Geduldsfaden reißen.
Die Aktie eröffnete am Mittwochnachmittag mit einem Minus von rund 25 Prozent und stürzte zeitweise sogar noch tiefer ab, ehe sie sich wieder etwas erholen konnte. Ein Schlusskurs von 21,40 US-Dollar bedeutet nichtsdestotrotz den tiefsten Stand seit Mai vergangenen Jahres, sodass das inzwischen schwer angeschlagene Chartbild weitere Verluste befürchten lässt.
Fazit: Nicht ins fallende Messer greifen!
Gegenüber ihrem noch im Dezember bei 52,15 US-Dollar markierten Mehrjahreshoch hat die Unity-Aktie inzwischen fast 60 Prozent an Wert verloren. Trotzdem drängt sich kein Kauf der Anteile auf, da die das Unternehmen für 2026 mit einem KGVe von 22,0 bewertet ist. Das ist für ein Geschäft mit einer Wachstumsrate im niedrigen zweistelligen Prozentbereich und fehlender GAAP-Profitabilität mehr als ausreichend.
Hier gilt, wie für die gesamte Branche derzeit auch, dass Anlegerinnen und Anleger vor einem möglichen Einstieg einen nachhaltigen Boden und ein Ende der KI-Panik abwarten sollten.
Autor: Max Gross, wallstreetONLINE Redaktion
Die Unity Software Aktie wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Minus von -0,69 % und einem Kurs von 17,90USD auf Tradegate (12. Februar 2026, 11:41 Uhr) gehandelt.

