KI-Revolution bei Robotaxis
Dieser Robotaxi-Hersteller will die Branche umkrempeln und setzt auf KI!
WeRide verdoppelt seine Robotaxi-Flotte und setzt auf KI, um Kosten zu senken und die Rentabilität schneller zu erreichen.
- WeRide verdoppelt Robotaxi-Flotte, setzt auf KI.
- KI-Plattform Genesis senkt Kosten und erhöht Sicherheit.
- Globaler Wettbewerb: WeRide zielt auf Profitabilität bis 2030.
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Die chinesische Robotaxi-Firma WeRide will ihre Flotte in diesem Jahr mindestens verdoppeln. Dabei setzt der Guangzhou-basierte Anbieter auf künstliche Intelligenz, um Kosten zu senken und schneller profitabel zu werden, sagte CEO Tony Han dem Wall Street Journal. Das Unternehmen habe die Kosten für Datenerhebung und -training um 75 Prozent reduziert, dank einer von WeRide entwickelten KI-Testplattform. Die Plattform mit dem Namen Genesis simuliert realistische Verkehrssituationen wie extreme Wetterbedingungen, dichten Verkehr oder Nachtfahrten.
Nachdem die Aktie in New York am Mittwoch um 5,74 Prozent gefallen war, stieg sie am Donnerstag im vorbörslichen Handel wieder um 2,78 Prozent (Stand 10:48 Uhr MEZ).
Genesis soll Robotaxis sicherer machen
Han betont, dass die KI-gestützten Simulationen die Fahrzeuge sicherer machen, weil sie unerwartete Situationen trainieren, die in der Realität schwer nachzustellen sind. "Ob wir es zur Verbesserung unserer Umsatzzahlen einsetzen wollen, ist eine strategische Frage. Wir sind offen dafür, aber es hängt von der Wettbewerbslandschaft ab", sagte er.
WeRide, Apollo Go und Pony AI – die führenden drei Anbieter im chinesischen Robotaxi-Markt – liefern sich einen harten Wettbewerb im Inland. Gleichzeitig kämpfen sie bei ihrer internationalen Expansion um Positionen gegen Rivalen wie Waymo, die autonome Fahrtsparte von Alphabet, die kürzlich ein KI-Modell präsentierte, um ihr globales Wachstum zu beschleunigen.
Wettbewerb in China und global
Auf globaler Ebene konkurriert WeRide neben Alphabet auch mit Tesla, das eigene Robotaxi-Pläne verfolgt, während das Unternehmen in China vor allem gegen Pony AI und Baidus Apollo Go antritt. Letztere haben bereits Erfolge bei der Rentabilität ihrer Robotaxis gemeldet. Pony AI erreichte laut eigenen Angaben in Guangzhou die Gewinnschwelle pro Fahrzeug. Han zeigt sich zuversichtlich, dass WeRide bis 2030 profitabel sein wird.
"Wir werden weiterhin stark in Forschung und Entwicklung investieren. Wir werden niemals Forschung und Entwicklung zugunsten einer schnelleren Rentabilität opfern", sagte Han. Trotz der KI-gestützten Einsparungen rechnet er damit, dass die F&E-Kosten in diesem Jahr leicht steigen werden, da das Team wächst und die Technologie verbessert wird.
Aggressive Expansionsziele
Die KI-Plattform soll die Skalierung der Flotte erleichtern. WeRide peilt für Ende dieses Jahres zwischen 2.000 und 3.000 Robotaxis weltweit an und will bis 2030 mehrere zehntausend Fahrzeuge im Einsatz haben. Aktuell zählt das Unternehmen über 1.000 Fahrzeuge.
International macht WeRide bereits Schlagzeilen: Gemeinsam mit Uber hat das Unternehmen den ersten kommerziellen Robotaxi-Dienst im Zentrum von Abu Dhabi gestartet – der erste Einsatz autonomer Fahrzeuge im Emirat. Das gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Seit Beginn der Operationen im Dezember 2024 hat sich die Flotte vervierfacht und deckt inzwischen rund 70 Prozent der zentralen Stadtbereiche ab.
Mit Genesis könnte WeRide nicht nur Kosten senken, sondern auch den Weg für eine effizientere und sicherere globale Robotaxi-Flotte ebnen.
Autorin: Saskia Reh, wallstreetONLINE Redaktion
