35 Prozent Verlust in 1 Monat
Carl Zeiss Meditec im freien Fall: Stellenabbau wegen China-Problemen?
Carl Zeiss Meditec kämpft mit Problemen im China-Geschäft und einem Quartalsverlust. Der Medizintechniker plant, die Produktion nach China zu verlagern, um die Marktstellung zu sichern.
- Carl Zeiss Meditec verzeichnet Quartalsverlust von 4,9 Mio.
- Produktion soll nach China verlagert werden, um Markt zu sichern.
- China bleibt wichtigster Markt, trotz protektionistischer Maßnahmen.
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Die Aktie von Carl Zeiss Meditec kommt einfach nicht raus aus dem Kurskeller. Nachdem der Medizintechniker bereits die Prognose für das laufende Geschäftsjahr zurücknehmen musste, brachten auch die jüngsten Quartalszahlen nicht die erhoffte Wende. Besonders das China-Geschäft, das für das Unternehmen von zentraler Bedeutung ist, sorgt für Sorgen.
Das Unternehmen hat im ersten Quartal einen Verlust von 4,9 Millionen Euro verbucht, nach einem Gewinn von 15,7 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Ein massiver Rückgang des operativen Ergebnisses um fast 80 Prozent auf nur noch 8 Millionen Euro wurde durch negative Währungseffekte, höhere Abschreibungen und das schwierige Geschäftsumfeld in China verursacht.
Seit Jahresanfang hat die Aktie bereits 32 Prozent eingebüßt. Der Konzern hatte im Januar überraschend seine Jahresziele für das Geschäftsjahr 2025/26 zurückgezogen. Das Management teilte mit, dass die ursprünglichen Ziele für Umsatz und Marge aufgrund eines sehr schwachen Starts ins Jahr nicht mehr erreichbar sind.
Eine neue, präzisierte Prognose soll erst zum Halbjahresbericht im Mai 2026 vorgelegt werden. Der Crash hat viele Anleger kalt erwischt und das Papier auf ein Zehnjahrestief gedrückt. Allein innerhalb einer Woche verlor die Aktie Ende Januar über 26 Prozent.
Die chinesische Regierung hat in den letzten Jahren zunehmend protektionistische Maßnahmen ergriffen, um den heimischen Markt abzusichern, was dem Unternehmen zusetzt. Hinzu kommen verschärfte Auflagen aufgrund von EU-Strafzöllen auf chinesische Elektroautos, die das Geschäft in der Volksrepublik weiter erschwert haben. Auch die schwache chinesische Wirtschaft und die anhaltende Kaufzurückhaltung belasten die Geschäftsentwicklung des Unternehmens.
Als Reaktion auf diese Schwierigkeiten kündigte Carl Zeiss Meditec an, einen Teil der Produktion verstärkt in China anzusiedeln. Finanzvorstand Justus Felix Wehmer erklärte, dass der Konzern, um weiterhin vom chinesischen Markt zu profitieren, "mehr Wertschöpfung" dorthin verlagern müsse. Auch wenn dies möglicherweise Auswirkungen auf andere Standorte weltweit – darunter auch in Deutschland – haben könnte, ist ein Rückzug aus China für das Unternehmen keine Option. Schließlich ist China der größte Markt für Augenheilkunde weltweit und trägt rund ein Viertel zum Umsatz von Carl Zeiss Meditec bei.
Autor: Julian Schick, wallstreetONLINE Redaktion
Die Carl Zeiss Meditec Aktie wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Minus von -3,75 % und einem Kurs von 26,68EUR auf Tradegate (12. Februar 2026, 11:22 Uhr) gehandelt.

