Nvidia & TSMC im Fokus

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    Taiwans KI-Boom: Goldgrube oder tickende Wirtschaftsbombe?

    Taiwan boomt dank künstlicher Intelligenz und Chipgiganten wie TSMC. Experten warnen jedoch vor Blasenrisiken und geopolitischen Gefahren.

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    Nvidia & TSMC im Fokus - Taiwans KI-Boom: Goldgrube oder tickende Wirtschaftsbombe?

    Taiwan erlebt einen beispiellosen Wirtschaftsboom, getrieben von künstlicher Intelligenz und seinen weltführenden Chipunternehmen, wie die Associated Press (AP) berichtete. Immobilienmakler Jason Sung setzt darauf, dass die Preise rund um einen Hightech-Industriepark in der nördlichen Hauptstadt bald steigen werden – dank des neuen Taiwan-Hauptsitzes des amerikanischen Chipgiganten Nvidia. Das Unternehmen steht kurz davor, Apple als größten Kunden des taiwanischen Chipriesen TSMC zu überholen

    Nvidia-Chef Jensen Huang bezeichnet Taiwan als das "Zentrum des weltweiten Computer-Ökosystems". Die Inselwirtschaft wuchs im vergangenen Jahr um 8,6 Prozent. Ein kürzlich abgeschlossener Handelsdeal mit den Vereinigten Staaten senkte die US-Zölle auf Taiwan von 20 auf 15 Prozent. "Wir hatten Glück", sagt Wu Tsong-min, emeritierter Volkswirtschaftsprofessor der National Taiwan University und ehemaliges Mitglied des Zentralbankvorstands.

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    Chips, Exporte und die Abhängigkeit von Tech

    Taiwan, mit rund 23 Millionen Einwohnern, lebt vom Export. Die Ausfuhren stiegen 2025 um fast 35 Prozent, die Lieferungen in die Vereinigten Staaten um 78 Prozent – maßgeblich dank TSMC, dem weltweit größten Auftragsfertiger für hochentwickelte Chips, und dem Elektronikriesen Foxconn, Hersteller von KI-Servern für Nvidia.

    TSMC erzielte im vergangenen Jahr einen Gewinnanstieg von 46 Prozent auf 1,7 Billionen Taiwan-Dollar, umgerechnet 54 Milliarden US-Dollar. Das Unternehmen produziert mehr als 90 Prozent der fortschrittlichsten Chips weltweit.

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    Gleichzeitig weist Taipeh Forderungen aus Washington nach einer weitreichenden Produktionsverlagerung entschieden zurück. Eine Umschichtung von 40 Prozent der heimischen Halbleiterkapazitäten in die Vereinigten Staaten sei faktisch nicht umsetzbar, heißt es aus taiwanischen Kreisen.

    Foxconn, offiziell Hon Hai Precision Industry, hat seinen Wert seit 2023 verdoppelt und liefert nun KI-Server für OpenAI und Apple. Lynn Song, Chefvolkswirtin für Greater China bei der ING Bank, sieht jedoch eine zentrale Verwundbarkeit: Das größte Risiko bestehe darin, dass das Wachstum "in hohem Maße vom Fortbestehen des KI-Booms und des Technologiewettlaufs abhängt".

    Blasengefahr und vorsichtige Investoren

    Die Furcht vor einer KI-Blase erinnert viele an den Dotcom-Crash von 2000. TSMC-Vorstandschef C.C. Wei äußerte im Januar seine Sorgen: "Ich bin auch sehr nervös deswegen. Denn wir müssen [in diesem Jahr] etwa 52 bis 56 Milliarden US-Dollar investieren." Er fuhr dort:

    "Wenn wir dabei nicht sorgfältig vorgehen, wird das für TSMC mit Sicherheit eine große Katastrophe."

    Fitch-Ratings-Analysten halten die KI-Nachfrage kurzfristig für stabil, langfristig hängt viel von Technologieentwicklung, Handelspolitik und Anpassungsfähigkeit taiwanischer Firmen ab. Spencer Shen, Vorsitzender des taiwanischen Elektronikunternehmens Asia Vital Components (AVC), widerspricht den Blasenängsten: "Wir glauben nicht, dass es sich hierbei um eine Blase handelt. KI wird von Unternehmen mit realen Produkten und enormen Cashflows vorangetrieben, wie Amazon, Microsoft, Google und Meta." Shen hält die KI-Infrastruktur noch immer für "Mangelware" und fügte hinzu:

    "Ich gehe davon aus, dass KI nach und nach in unseren Alltag Einzug halten und die Art und Weise, wie Dinge funktionieren, grundlegend verändern wird."

    Politische Spannungen und das "Siliziumschild"

    Die geopolitische Lage bleibt angespannt. Peking betrachtet Taiwan als abtrünnige Provinz und erhöht den militärischen Druck. Viele glauben dennoch, dass Taiwans Schlüsselrolle im globalen Chipgeschäft vor einer Invasion schützt. Nach Einschätzung von Wu Tsong-min hätten gravierende Unterbrechungen in der Halbleiter-Lieferkette weitreichende Folgen – sowohl für internationale Technologiekonzerne als auch für die Industrie in China.

    TSMC und Foxconn erweitern daher ihre Produktion im Ausland. AVC investiert in Vietnam. Chen Shin-horng vom Chung-Hua-Institut für Wirtschaftsforschung betont: "Wir müssen das potenzielle Risiko und die potenziellen Schäden für Taiwan verstehen."

    Boom bringt Ungleichheit

    Der KI-Boom hat den taiwanischen Aktienmarkt beflügelt. Der Taiex stieg in 10 Jahren um fast 250 Prozent. Doch nicht jeder profitiert: Taiwaner außerhalb der Tech-Industrie fühlen sich zurückgelassen. Jean Lin, Managerin eines Bento-Lokals in Taipei, klagte gegenüber AP: "Viele der jüngeren Generation können sich immer noch keine Wohnung leisten. [Sie] haben immer noch das Gefühl, dass sie nicht viel Geld haben."

    Während die Hightech-Branche glänzt, droht die Kluft zwischen Boomgewinnern und anderen Sektoren zu wachsen.

    Autorin: Saskia Reh, wallstreetONLINE Redaktion


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    Verfasst vonRedakteurSaskia Reh
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