Droht ein Ölpreis-Schock?
Ölpreise vor der Eskalation. Brent Öl könnte jetzt massive Rallye starten
Brent-Öl testet aktuell eine entscheidende Marke – geopolitische Risiken liefern zusätzlichen Zündstoff. Kommt jetzt die nächste große Aufwärtsbewegung?
- Brent-Öl testet Widerstand bei 70 US-Dollar, Ausbruch möglich.
- Geopolitische Risiken und OPEC+ Entscheidungen stützen Preise.
- Ölaktien steigen, Markt zeigt Anzeichen einer Erholung.
- Report: Favoritenwechsel - diese 5 Werte sollten Anleger im Depot haben!
Ölmarkt in Aufruhr – Brent Öl vor dem Ausbruch
Geht eine langwierige Leidenszeit zu Ende? In den letzten Monaten war mit Brent Öl und WTI Öl kein Blumentopf zu gewinnen. Die Ölpreise standen permanent unter Druck. Nur das gelegentliche Aufflackern von geopolitischen Brandherden sorgte für temporäre Preisschübe. Übergeordnet drückten Sorgen hinsichtlich eines sich abzeichnenden Überangebots am Ölmarkt auf die Stimmung und hielten die Preise am Boden. Der Wendepunkt scheint indes erreicht. Brent-Öl setzt mit Vehemenz eine entscheidende Marke unter Druck. Sollte dieser Dominostein fallen, dürften weitere folgen.
Brent-Ölpreis aktuell – Wichtiger Widerstand im Fokus
Zäumen wir das Pferd zunächst von der charttechnischen Seite auf. Brent Öl stand in den letzten Monaten stark unter Druck. Immer wieder wurde der Ölpreis auf die eminent wichtige Zone 60 US-Dollar / 58,5 US-Dollar zurückgeworfen. Ein ums andere Mal stand der Preis sogar mit einem Bein im Abverkauf. Letztendlich zog Brent Öl jedoch immer wieder den Kopf aus der Schlinge. Mit dem Jahreswechsel kam neuer Schwung in die Ölpreisentwicklung. Aktuell setzt Brent Öl den markanten Widerstandsbereich von 70 US-Dollar unter Druck. Rücksetzer wie zuletzt auf 65 US-Dollar werden zum Einstieg genutzt – das könnte auf einen unmittelbar bevorstehenden Ausbruch sprechen.
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Das spricht ebenfalls für einen baldigen Ausbruch des Ölpreises
Die Sorgen vor einem überbordenden Angebot schwinden. Der Markt ist stattdessen dabei, eine Belebung der globalen Konjunktur und damit eine Belebung der Öl-Nachfrage einzupreisen. Da passt es ins Bild, dass der Kupferpreis ebenfalls vor einer fulminanten Rallye steht. Die Kupferpreisentwicklung ist ein wichtiger Konjunkturindikator. Und die Entwicklung eines weiteren Metalls stützt die Erwartung einer konjunkturellen Belebung – die Preisentwicklung von Platin. Platin wird nicht nur stark von der Automobilindustrie nachgefragt. Es geht auch ein erheblicher Teil des Platinangebots in die Chemieindustrie. Platin findet hier nicht zuletzt als Katalysator Anwendung.
Weisen Ölaktien den Weg?
Lange Zeit standen die Aktien der Öl-Produzenten im Schatten der haussierenden Gold- und Silber-Produzenten. Exxon Mobil, Chevron & Co. hatten lange Zeit keine Chance gegen die gewaltige Rallye von Barrick Mining, Newmont oder aber Pan American Silver. Die Musik spielte schlichtweg überall, nur nicht im Ölsektor. Auch in diesem Punkt vollzog sich eine Wende. Exxon Mobil, Chevron aber auch ConocoPhillips, BP und Shell legten zuletzt massiv zu, während die Gold- und Silber-Aktien korrigierten. Besonders eindrucksvoll ist die aktuelle Konstellation bei Exxon Mobil – die Aktie des Öl-Giganten hat sich aller charttechnischen Fesseln entledigt und eskaliert. Die Aktien anderer Öl-Konzerne könnten folgen.
OPEC+ und Geopolitik treiben Brent Öl an
Wie bereits in der letzten Kommentierung zu Brent Öl thematisiert, bestätigten die führenden OPEC+ Länder auf ihrem letzten Treffen Anfang Februar die im November 2025 für das 1. Quartal 2026 selbstauferlegte Pause bei den Fördermengenausweitungen. Diese Maßnahme trug maßgeblich zur Beruhigung der Gemüter bei und drängte die Sorgen vor einem Überangebot zurück. Noch immer ist allerdings offen, wie es ab April weitergeht. Das nächste Treffen der OPEC+ wird am 01. März stattfinden.
Die Geopolitik bleibt ein bestimmender Faktor. Das Thema Iran kühlte sich zuletzt zwar etwas ab, doch das Eskalationspotenzial ist unverändert immens. Jederzeit kann sich die Situation verschärfen.
US-Ölmarktdaten als Bremse für die Ölpreisentwicklung
Die aktuellen Daten der EIA (U.S. Energy Information Administration) bremsen die aktuelle Ölpreisentwicklung ein wenig aus. So gab die EIA für die Woche zum 06. Februar einen Anstieg der US-Rohöllagerbestände um 8,5 Mio. Barrel auf nunmehr 428,8 Mio. Barrel bekannt. Die US-Ölproduktion belief sich im aktuellen Berichtszeitraum auf 13,713 Mio. bpd. In der Woche zum 30. Januar lag diese bei 13,215 Mio. bpd. Das bisherige Rekordhoch datiert aus der Woche zum 07. November 2025 mit 13,862 Mio. bpd.
Fazit – Droht 2026 ein Ölpreis-Schock?
In den letzten Monaten hat sich immenses Bewegungspotenzial aufgestaut. Und dieses könnte sich Bahn brechen, sollte der Widerstandsbereich von 70 US-Dollar aus dem Weg geräumt werden. Das fundamentale Bild hellte sich zuletzt deutlich auf. Neben den bereits angesprochenen Faktoren stützt auch der schwache US-Dollar die Nachfrage und damit die Ölpreise. Kurzum: Alles ist für den großen Showdown vorbereitet. Sollte es Brent Öl tatsächlich gelingen, die 70 US-Dollar aufzubrechen, könnte es schnell in Richtung 77 US-Dollar / 79 US-Dollar gehen. Auf der Unterseite hat die Preiszone 60 US-Dollar / 58,5 US-Dollar unverändert zentrale Bedeutung. Sollte es darunter gehen, würde eine Neubewertung der Lage notwendig werden.
Die explosive Konstellation bei Brent Öl manifestiert sich nicht zuletzt in einer gewaltigen bullischen Keil-Formation (orange), die unmittelbar vor ihrer Auflösung steht. Sollte die Formation regelkonform über die Oberseite aufgelöst werden und sich der Ausbruch bestätigen (hierzu muss Brent Öl über die 79 US-Dollar), könnte es weit gehen. Selbst dreistellige Ölpreise noch im Jahr 2026 sind dann nicht kategorisch auszuschließen.
Autor: Marcel Torney, freier Redakteur, Rohstoffexperte
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