Bitcoin-Miner boost
Kurspotenzial von über 150 Prozent bei Cipher Mining und TeraWulf?
Trotz schwachem Bitcoin sieht Morgan Stanley bei Cipher Mining und TeraWulf dank des KI-Booms Verdopplungspotenzial für die Aktien.
- Morgan Stanley sieht Verdopplungspotenzial für Cipher Mining.
- TeraWulf könnte ebenfalls 159% Kurssteigerung erreichen.
- Engpässe bei Stromversorgung begünstigen Mining-Umstieg.
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Obwohl der Bitcoin-Kurs seit Wochen unter Druck steht, wittert Morgan Stanley bei zwei stark mit der Kryptowährung verbundenen Unternehmen enormes Aufwärtspotenzial. Die Investmentbank hat die Coverage für Cipher Mining und TeraWulf aufgenommen und beide Aktien mit "Overweight" eingestuft.
Die Analysten um Stephen Byrd setzen für Cipher ein Kursziel von 38 US-Dollar an – das entspricht einem möglichen Kurssprung von 158 Prozent. Für TeraWulf sehen sie ein Ziel von 37 US-Dollar, was einem Aufwärtspotenzial von 159 Prozent gleichkommt.
Laut Tipranks hat Stephen Byrd eine Erfolgsquote von 53 Prozent und einer durchschnittliche Rendite 7,3 Prozent. Damit gehört der Analyst zu den besten 15 Prozent der über 12.000 erfassten Wall-Street-Analysten.
"Für beide Unternehmen ist das Wachstumspotenzial vom Bitcoin- hin zum Rechenzentrums-Geschäft ein wesentlicher Treiber für weiteres Aufwärtspotenzial", schreiben die Analysten in einer Mitteilung an Kunden.
KI-Boom trifft auf Stromknappheit
Im Zentrum der Investmentthese steht weniger die Kryptowährung selbst als vielmehr die rapide wachsende Nachfrage nach Rechenleistung für Anwendungen im Bereich Künstliche Intelligenz.
Laut Morgan Stanley führt ein systematischer Mangel an KI-bezogener Rechenkapazität zu einer steigenden Nachfrage nach sogenannten "Time-to-Power"-Lösungen. Dabei handelt es sich um Technologien und Infrastrukturkonzepte, die eine besonders schnelle Inbetriebnahme von Rechenleistung ermöglichen und Ausfallzeiten minimieren.
Zugleich deuten jüngste Investitionsankündigungen großer Cloud- und Technologieanbieter – sogenannter Hyperscaler – darauf hin, dass sowohl Budgets als auch Appetit auf zusätzliche Rechen- und Stromkapazitäten deutlich steigen.
Hier kommen ehemalige Bitcoin-Miner ins Spiel. Unternehmen wie Cipher Mining und TeraWulf verfügen bereits über groß dimensionierte Stromanschlüsse und energieintensive Infrastruktur. Durch die Umwandlung ihrer Mining-Anlagen in Rechenzentren könnten sie laut Morgan Stanley zu begehrten Partnern der KI-Branche werden.
Engpässe in den USA und Europa verschärfen Lage
Nach Einschätzung von Morgan Stanley kämpfen bestehende Rechenzentrumsentwickler in den USA und Europa bereits mit erheblichen Engpässen beim Zugang zu Strom.
Selbst wenn klassische Entwickler sämtliche verfügbaren Stromkapazitäten großer Bitcoin-Unternehmen übernehmen würden, bliebe nach Ansicht der Analysten weiterhin ein strukturelles Defizit bestehen. Der limitierende Faktor ist somit weniger die Hardware, sondern der Zugang zu Energie – ein Vorteil, den frühere Mining-Betreiber bereits besitzen.
Finanzierung und Skalierung als Unsicherheitsfaktoren
Trotz des erheblichen Kurspotenzials warnt Morgan Stanley vor Risiken. Die Finanzierung zusätzlicher Rechenzentrumskapazitäten könnte sich angesichts steigender Kreditkosten als Herausforderung erweisen.
Zudem besteht die Möglichkeit, dass große Sprachmodelle an Skalierungsgrenzen stoßen und die Nachfrage nach Rechenleistung weniger stark wächst als derzeit erwartet.
Auch der Umbau bestehender Mining-Lagerhallen in vollwertige Rechenzentren birgt operative Risiken. Kostenüberschreitungen und Verzögerungen könnten die erhofften Renditen schmälern.
Autor: Pascal Grunow, wallstreetONLINE Redaktion

