Finanzmarkt unter Druck

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    MSCI warnt vor Indonesien-Rückschlag: Droht der Schwellenmarktstatus zu kippen?

    Indonesiens Wirtschaft steht auf der Kippe. MSCI und Moody's senden alarmierende Signale. Was bedeutet das für Investoren und das Wachstumsziel von Präsident Prabowo?

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    Finanzmarkt unter Druck - MSCI warnt vor Indonesien-Rückschlag: Droht der Schwellenmarktstatus zu kippen?

    Die indonesische Regierung unter Präsident Prabowo Subianto bleibt trotz wachsender Bedenken globaler Finanzagenturen bei ihrer umstrittenen Ausgabenpolitik. Inmitten eines turbulenten Marktes und Warnungen des Indexanbieters MSCI setzt die Regierung auf expansive Programme zur Förderung des Wachstums.

    Das Vertrauen in Indonesien, eine 1,4 Billionen US-Dollar schwere G20-Wirtschaft, hat zuletzt gelitten. Investoren sind zunehmend skeptisch gegenüber Prabowos großzügigen Ausgabenplänen, etwa einem 20 Milliarden US-Dollar teuren Programm für kostenlose Mahlzeiten und Initiativen zur Förderung der ländlichen Wirtschaft. Die MSCI-Warnung führte zu einem Verlust von 120 Milliarden US-Dollar bei indonesischen Aktien und verstärkte die Bedenken internationaler Banken und Investoren. Wenige Tage später senkte Moody's den Ausblick auf die Bonität des Landes und seiner Unternehmen.

    Trotz dieser Herausforderungen bleibt die Regierung unbeirrt. "Wir sind an einem Punkt angelangt, an dem es kein Zurück mehr gibt, da dies zu Regierungsprogrammen geworden sind", erklärte eine mit den Diskussionen vertraute Quelle gegenüber Reuters. Die Regierung bleibt entschlossen, ihre Ziele wie das Wachstum von rund fünf Prozent auf acht Prozent jährlich zu erreichen, auch wenn diese Politik fiskalische Risiken birgt. Das Haushaltsdefizit für 2025 wird mit 2,92 Prozent angegeben, was der höchste Wert seit über zwei Jahrzehnten ist.

    Prabowo-Sprecher Prasetyo Hadi betonte, dass die Regierung zuversichtlich sei und das Defizit weiterhin unter der Grenze von drei Prozent halte. Doch interne Mitteilungen zeigen, dass die Regierung lieber die Einnahmen steigern oder an anderer Stelle sparen möchte, als wachstumsfördernde Programme zu kürzen. Es gebe wenig Chancen für Ausgabenkürzungen, da diese das angestrebte Wachstum gefährden würden.

    Prabowo strebt ein Wachstum von acht Prozent an, das jedoch langfristig durch seine Programme wie kostenlose Mahlzeiten und Wohnungsbau belastet wird. "Auf der fiskalischen Seite hat die derzeitige Führung eine populistische Neigung", erklärte Alan Siow, Co-Leiter von Ninety One. Dies sorgt bei Investoren für Unsicherheit.

    Laut Analysten erfordert das Ziel von acht Prozent Wachstum große Reformen, insbesondere eine Erhöhung der Staatsausgaben oder Steuereinnahmen. Doch solche Reformen könnten das Vertrauen der Investoren untergraben. Thomas Pepinsky von der Cornell University warnte, dass ein Scheitern bei der Umsetzung der MSCI-Anforderungen zu einer Kapitalflucht von bis zu 7,8 Milliarden US-Dollar führen könnte.

    Trotz der politischen Risiken bleibt James Syme, Senior Fund Manager bei JO Hambro Capital Management, positiv und glaubt, dass Indonesien weiterhin ein Potenzial für Wachstum und attraktive Investitionen bietet. Er verweist auf die robuste Wirtschaft, die geringe Verschuldung des Landes und die niedrigen Bewertungen vieler Aktien.

    Syme betont, dass die größten Auswirkungen vor allem Unternehmen betreffen, bei denen Fragen zum Streubesitz und zur Eigentumstransparenz bestehen. Besonders im Fokus stehen Konglomerate wie Barito Renewables Energy und Dian Swastatika Sentosa, deren Streubesitz nicht das tatsächlich handelbare Angebot widerspiegelt. MSCI hatte Barito 2023 aus dem Index gestrichen.

    Autor: Nicolas Ebert, wallstreetONLINE Redaktion



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    Verfasst vonRedakteurNicolas Ebert
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