Freitag macht das "Unglück" perfekt
Ebenfalls einen schlechten Ruf hat der Freitag. Nach christlicher Überlieferung wurde Jesus an einem Freitag gekreuzigt. Im Mittelalter galt der Freitag zudem als Unglückstag für Reisen,
Hochzeiten oder wichtige Vorhaben.
Die Kombination aus beidem – Freitag und die 13 – wurde allerdings erst relativ spät wirklich populär. Richtig verbreitet hat sich der Aberglaube im 19. und frühen 20. Jahrhundert, vor
allem durch Zeitungen, Romane und später Filme. Besonders der Horrorfilm "Friday the 13th" aus den 1980ern hat das Bild endgültig im kollektiven Bewusstsein verankert.
Keine wichtigen Entscheidungen treffen
Für Abergläubige ist Freitag der 13. so etwas wie ein "Risiko-Tag" – entsprechend gibt es eine ganze Liste an Dingen, die man traditionell meiden sollte: Klar, dass an einem solchen
Tag niemand seiner Liebsten das "Ja-Wort" geben möchte. Mindestens genauso weit verbreitet ist die Annahme, dass man an einem Freitag den 13. keine Vertragsabschlüsse, keine Autokäufe und
keine großen Investitionen vornehmen sollte – alles, was langfristige Folgen hat, gilt als besonders "unglücksanfällig". Wer das an der Börse beherzigt, der verpasst große Chancen.
DAX am Freitag den 13. besonders stark
Wie die BNP Paribas herausgefunden hat, ist Freitag der 13. an den Finanzmärkten alles andere als ein "Unglückstag". Ein Blick auf die langfristige Entwicklung des DAX seit 1999 deutet
vielmehr auf eine überdurchschnittlich positive Performance hin.
Wie die Experten errechnet haben, erzielt der deutsche Leitindex im historischen Durchschnitt ein tägliches Plus von rund 0,034 Prozent, damit fällt der Zuwachs an einem Freitag, der auf
den 13. eines Monats fällt, mit durchschnittlich 0,114 Prozent deutlich höher aus. Auch die Trefferquote spricht für diesen Handelstag: In 61,4 Prozent der Fälle schloss der DAX im Plus –
gegenüber 53,2 Prozent an regulären Börsentagen.
Für Stephan Kemper, Head of Investing Strategy bei der BNP Paribas ist daher klar: "Statistisch gesehen ist die
Angst vor Freitag dem 13. am deutschen Aktienmarkt völlig unbegründet. Oftmals handelt es sich für Investoren sogar um einen Glückstag mit überdurchschnittlichen Kursgewinnen."
Freitag der 13., ein außerordentlich guter Freitag!
Bemerkenswert ist der Vergleich mit gewöhnlichen Freitagen. Üblicherweise fällt die Kursentwicklung zum Wochenausklang verhalten aus. Im Mittel liegt das Tagesplus bei lediglich 0,016
Prozent, bei einer positiven Quote von rund 53 Prozent. An einem Freitag, dem 13. hingegen steigt der Index im Schnitt um 0,129 Prozent und verzeichnet in knapp 59 Prozent der Fälle
Kursgewinne.
Damit ergibt sich für Kemper ein klares Bild: "Mit einer Trefferquote von über 61 Prozent ist Freitag der 13. für
den DAX faktisch einer der verlässlichsten Tage für Kursgewinne. Anleger, die heute aus Aberglauben zu Hause bleiben, verpassen historisch gesehen eine Performance, die fast viermal so hoch
ist wie an einem gewöhnlichen Handelstag."
Auch US-Märkte an einem Freitag den 13. gut unterwegs
Ein ähnliches Muster zeigt sich auch an den US-Märkten. Der S&P 500 kommt an diesen vermeintlichen Unglückstagen auf ein durchschnittliches Plus von 0,360 Prozent, bei einer positiven
Trefferquote von 59,1 Prozent. Damit entwickelt sich auch der wichtigste US-Leitindex an diesen Terminen signifikant stärker als im langfristigen Mittel.
Mein Tipp: Freitag der 13 ist ein Glücksfall für die Börsen
Gehen Sie heute unter keiner Leiter durch und meiden Sie auch, dass schwarze Katzen Ihren Weg kreuzen. Aber lassen Sie sich nicht davon abbringen, an den Märkten eine Entscheidung zu
treffen. Wie die Ergebnisse der BNP Paribas zeigen, dürfte es sich eher lohnen an einem Freitag den 13. Aktien zu kaufen.
Und übrigens: Historische Belege für tatsächlich mehr "Unglücke" an solchen Tagen gibt
es nicht – Studien zeigen sogar oft, dass am Freitag den 13. weniger Unfälle passieren, weil Menschen vorsichtiger sind.