IPO dieses Jahr?
Anthropic wächst rasant: 30 Milliarden USD frisches Kapital für den KI-Vorreiter
Das KI-Start-up Anthropic erhält 30 Milliarden US-Dollar in einer Finanzierungsrunde, die den Wert des Unternehmens auf 380 Milliarden Dollar verdoppelt. Die größten Tech-Konzerne der Welt sind mit an Bord.
- Anthropic erhält 30 Mrd. Dollar, Wert verdoppelt.
- Umsatz explodiert: 10 auf 14 Mrd. Dollar gestiegen.
- Fokus auf Unternehmenskunden, 80% Einnahmen dort.
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Anthropic ist der KI-Gewinner des laufenden Jahres. Innerhalb weniger Wochen seit Ende 2025 sind die wiederkehrenden Umsätze von 10 auf 14 Milliarden US-Dollar gestiegen. Mit der Vorstellung seiner neuen leistungsstarken KI-Agenten hatte Anthropic Anfang Februar eine regelrechte Panik bei vielen Tech- und Software-Aktien ausgelöst.
Seither sind die Umsätze des KI-Startups förmlich explodiert. Die Anzahl der Geschäftskunden für das Programmiertool Claude Code haben sich laut Unternehmensangaben seit Anfang des Jahres vervierfacht. Das Tool gilt mittlerweile als Goldstandard in der Branche. Auch das Tool "Claude Cowork" zur Automatisierung von Wissensarbeit sorgt für Aufsehen und hat insbesondere in Anwaltskanzleien und Softwareunternehmen für massive Turbulenzen gesorgt.
Die neue Finanzierungsrunde wird vom singapurischen Staatsfonds GIC und dem renommierten Technologieinvestor Coatue Management angeführt. Weitere bedeutende Risikokapitalgeber wie Sequoia Capital und der Founders Fund sowie strategische Partner wie Nvidia und Microsoft beteiligen sich ebenfalls an der Finanzierung. Microsoft hatte bereits im Vorjahr eine Investition von 15 Milliarden Dollar zugesagt, von der nun ein Teil in diese Runde fließt. Amazon und Alphabet zählen schon länger zum Kreis der Investoren.
Alle drei Tech-Riesen stellen auch die Cloud-Infrastruktur für Anthropic, das erst vor drei Jahren seine ersten Umsätze verbuchen konnte. Jefferies-Analyst Brent Thill spricht von einer "bemerkenswerten Größe, die Anthropic in einem außergewöhnlich kurzen Zeitraum erreicht hat."
Ein entscheidender Unterschied zum Hauptkonkurrenten OpenAI liegt im Geschäftsmodell von Anthropic. Während OpenAI stark auf den Konsumentenmarkt setzt, konzentriert sich Anthropic auf den Unternehmenskundenbereich. Der Großteil der Einnahmen – etwa 80 Prozent – kommt aus dem Geschäft mit Unternehmen. Mehr als 500 Großkunden zahlen jährlich über eine Million US-Dollar in die KI-Modelle von "Claude".
Der Wettbewerb zwischen Anthropic und OpenAI nimmt weiter an Fahrt auf. Beide Unternehmen sind hoch bewertet, und Experten gehen davon aus, dass sie in diesem Jahr an die Börse gehen könnten. Interessanterweise haben sich die Investorenstrukturen der beiden Unternehmen angenähert, was Marktbeobachter als "Hedging" deuten. Große Kapitalgeber setzen nicht mehr nur auf einen Sieger, sondern streuen ihr Kapital auf beide Unternehmen und deren KI-Infrastruktur.
Autor: Julian Schick, wallstreetONLINE Redaktion

