Brisante Studiendaten
Kampf gegen Nierenversagen: Kommt jetzt der Durchbruch für Novartis?
Novartis legt finale Daten zu Vanrafia vor. Das Medikament soll das Fortschreiten einer schweren Nierenerkrankung bremsen – und steht vor der Vollzulassung.
- Novartis präsentiert positive Daten zu Vanrafia.
- Medikament bremst Nierenfunktionsverlust bei IgAN.
- Vollzulassung für 2026 geplant, Marktpotenzial hoch.
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Der Schweizer Pharmakonzern Novartis meldet positive Enddaten aus der Phase-III-Studie ALIGN zu seinem Nierenmedikament Vanrafia. Das Präparat mit dem Wirkstoff Atrasentan verlangsamte bei Patienten mit IgA-Nephropathie den Verlust der Nierenfunktion über einen Zeitraum von 136 Wochen.
Auch vier Wochen nach Absetzen des Medikaments schnitt Vanrafia besser ab als Placebo. Die Nierenfunktion blieb messbar stabiler. Schon zum Therapieende nach 132 Wochen hatte sich ein klarer Vorteil gezeigt.
Positive Effekte über mehrere Messzeitpunkte
Nach Angaben des Unternehmens fielen die Ergebnisse über verschiedene Zeitpunkte und Messgrößen hinweg zugunsten von Vanrafia aus. Auch Patienten, die zusätzlich sogenannte Natrium-Glukose-Cotransporter-2-Hemmer erhielten, profitierten in einer vorab definierten explorativen Analyse.
"Progressive und komplexe Erkrankungen wie IgAN erfordern dringend Medikamente, die auf die verschiedenen Ursachen der Erkrankung abzielen können", sagte Dr. Ruchira Glaser, globale Leiterin der kardiovaskulären, renalen und metabolischen Entwicklungseinheit von Novartis. Vanrafia lasse sich "nahtlos in die bestehenden Behandlungspläne der Patienten integrieren" und weise ein konsistentes Sicherheitsprofil auf. Weiter erklärte sie: "Wir sind sehr zufrieden mit den heute vorgestellten Ergebnissen der Phase-III-Studie ALIGN, die die wachsende Evidenz für Vanrafia als potenzielle Basistherapie zur Verlangsamung des Nierenfunktionsverlusts untermauern."
Die Studie gilt laut Unternehmen als bislang längste Nachbeobachtungszeit in einer zulassungsrelevanten Phase-III-Studie bei IgA-Nephropathie. Insgesamt nahmen 340 Patienten teil.
Beschleunigte Zulassung – Vollzulassung geplant
Vanrafia erhielt im Jahr 2025 in den Vereinigten Staaten und in China eine beschleunigte Zulassung zur Reduktion von Proteinurie bei Erwachsenen mit IgA-Nephropathie. Eine Proteinurie bezeichnet die erhöhte Ausscheidung von Eiweiß im Urin. Novartis plant, im Jahr 2026 die traditionelle Zulassung zu beantragen.
Die IgA-Nephropathie ist eine fortschreitende Autoimmunerkrankung der Niere. Weltweit werden jährlich rund 25 Menschen pro 1 Million neu diagnostiziert. Bis zu 50 Prozent der Patienten mit anhaltender Proteinurie entwickeln innerhalb von 10 bis 20 Jahren ein Nierenversagen und benötigen eine Dialyse oder eine Transplantation.
Strategischer Ausbau des Nierenportfolios
Mit Vanrafia treibt Novartis den Ausbau seines Nierenportfolios weiter voran. Dazu zählen auch Fabhalta mit dem Wirkstoff Iptacopan sowie der experimentelle Wirkstoff Zigakibart. Der Konzern setzt damit gezielt auf Therapien, die an den Krankheitsursachen ansetzen und das Fortschreiten schwerer Nierenerkrankungen bremsen sollen.
Für Investoren bleibt entscheidend, ob die finalen Daten die Grundlage für eine dauerhafte Zulassung liefern. Der milliardenschwere Markt für chronische Nierenerkrankungen gilt als Wachstumsfeld mit erheblichem medizinischem Bedarf.
Autorin: Saskia Reh, wallstreetONLINE Redaktion
Die Novartis Aktie wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Plus von +0,65 % und einem Kurs von 136,5EUR auf Lang & Schwarz (13. Februar 2026, 11:51 Uhr) gehandelt.
