Handelspakt USA & Taiwan
Fünf Jahre, Hunderte Milliarden: Dieser Pakt verändert die Märkte
Washington und Taipeh besiegeln ihren Zollpakt. Milliardenaufträge, sinkende Zölle und neue Investitionen sollen Lieferketten sichern und Märkte öffnen.
- USA und Taiwan unterzeichnen Zollpakt für Märkte
- Taiwan senkt Zölle, investiert 250 Mrd. USD in USA
- Agrarmarkt öffnet sich, Defizit mit Taiwan wächst weiter
- Report: Tech-Aktien schwanken – 3 Versorger mit Rückenwind
Die USA und Taiwan haben ihr neues Handelsabkommen endgültig unterzeichnet, wie Reuters berichtete. Die Vereinbarung bestätigt einen US-Zollsatz von 15 Prozent auf Importe aus Taiwan. Im Gegenzug verpflichtet sich Taiwan, nahezu alle Zölle auf US-Waren schrittweise zu senken oder abzuschaffen. Das geht aus dem am Donnerstag veröffentlichten Dokument des Büros des US-Handelsbeauftragten hervor.
Der Pakt konkretisiert ein im Januar erzieltes Rahmenabkommen. Die USA senkten die ursprünglich von US-Präsident Donald Trump verhängten Zölle von 20 Prozent auf 15 Prozent. Damit liegt Taiwan nun auf Augenhöhe mit wichtigen asiatischen Exportnationen wie Südkorea und Japan.
Milliarden für Energie, Flugzeuge und Netze
Taiwan sagt massive Käufe von US-Produkten zwischen 2025 und 2029 zu. Geplant sind 44,4 Milliarden US-Dollar für Flüssigerdgas und Rohöl, 15,2 Milliarden US-Dollar für zivile Flugzeuge und Triebwerke sowie 25,2 Milliarden US-Dollar für Stromnetzausrüstung, Generatoren sowie maritime und stahlverarbeitende Anlagen.
Taiwans Präsident Lai Ching-te spricht von einem Wendepunkt. "Dies ist ein entscheidender Moment für Taiwans Wirtschaft und Industrie, um den Wind des Wandels zu nutzen und einen tiefgreifenden Wandel zu vollziehen", schrieb er auf Facebook. Das Abkommen optimiere den bilateralen Rahmen, stärke verlässliche Lieferketten und schaffe eine strategische Hightech-Partnerschaft.
Zudem erhält Taiwan Ausnahmen von Gegenzöllen für mehr als 2.000 Produktkategorien. Der durchschnittliche Zollsatz auf US-Exporte sinkt laut Lai auf 12,33 Prozent. Das Abkommen muss noch vom taiwanischen Parlament gebilligt werden, in dem die Opposition die Mehrheit hält.
Investitionen in Halbleiter und KI
Bereits im Januar hatte Taiwan zugesagt, dass Unternehmen 250 Milliarden US-Dollar in den USA investieren. Ziel sind zusätzliche Kapazitäten für Halbleiter, Energie und künstliche Intelligenz. 100 Milliarden US-Dollar davon entfallen auf TSMC.
US-Handelsminister Howard Lutnick erklärte, die taiwanische Regierung garantiere weitere 250 Milliarden US-Dollar an Investitionen. Details dazu enthält der nun veröffentlichte Vertragstext jedoch nicht. Er sieht vor, dass Taiwans Vertretung in den USA neue Investitionen in strategische Hightech-Sektoren erleichtert.
Agrarmarkt öffnet sich – Defizit wächst
Taiwan schafft Zölle von bis zu 26 Prozent auf viele US-Agrarprodukte sofort ab, darunter Rindfleisch, Milchprodukte und Mais. Einige Sätze bleiben jedoch reduziert bestehen. So sinkt der 40-Prozent-Zoll auf Schweinebauch lediglich auf 10 Prozent, jener von 32 Prozent auf Schinken ebenfalls auf 10 Prozent.
US-Handelsbeauftragter Jamieson Greer erklärte: "Dieses Abkommen baut auch auf unseren langjährigen Wirtschafts- und Handelsbeziehungen mit Taiwan auf und wird die Widerstandsfähigkeit unserer Lieferketten, insbesondere in Hochtechnologiesektoren, erheblich verbessern." Das Abkommen eröffne neue Exportchancen für Landwirte, Fischer, Arbeiter und Hersteller.
Der Druck ist hoch. Das US-Handelsdefizit mit Taiwan stieg in den ersten 11 Monaten 2025 laut Daten des U.S. Census Bureau auf 126,9 Milliarden US-Dollar. 2024 hatte es für das Gesamtjahr bei 73,7 Milliarden US-Dollar gelegen. Haupttreiber sind stark gestiegene Importe hochwertiger KI-Chips aus Taiwan.
Autorin: Saskia Reh, wallstreetONLINE Redaktion
Die Taiwan Semiconductor Manufacturing Aktie wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Plus von +0,48 % und einem Kurs von 311,5USD auf Tradegate (13. Februar 2026, 15:10 Uhr) gehandelt.
