Neuer Morgan-Stanley-Report
RWE statt SAP? Sind diese Sektoren immun gegen die KI-Revolution?
Europa erlebt eine KI-Disruption, die immer größere Teile des Marktes erfasst. Morgan Stanley analysiert die Auswirkungen und zeigt, wie Anleger sich auf die sich verändernde Landschaft einstellen sollten.
- Europa erlebt KI-Disruption, Anleger sortieren Märkte.
- Morgan Stanley identifiziert "KI-resistente" Branchen.
- Defensive Sektoren wie Versorger und Luxusgüter profitieren.
- Report: Tech-Aktien schwanken – 3 Versorger mit Rückenwind
Der rasante Fortschritt von Künstlicher Intelligenz (KI) sorgt für den größten Umbruch seit Jahrzehnten - auch an den Aktienmärkten. Zuletzt wurden besonders Software und Dienstleistungswerte gnadenlos abgestraft. Anleger sortieren potenzielle Gewinner und Verlierer der KI-Revolution.
Doch nicht alle Sektoren und Unternehmen sind gleichermaßen vom KI-Wandel betroffen. Die US-Großbank Morgan Stanley identifiziert jene Branchen und Unternehmen, die als "KI-resistent" gelten und von dieser Entwicklung weniger gefährdet sind.
In einem kürzlich veröffentlichten Bericht wird auf die verstärkte Marktrotation hingewiesen, bei der insbesondere Sektoren mit starker Infrastruktur oder realer, nicht leicht reproduzierbarer Vermögenswerte als weniger anfällig für KI-bedingte Disruptionen angesehen werden. Besonders hervorzuheben sind hier Unternehmen im Bereich der Versorgungswirtschaft und Verteidigung, die laut Morgan Stanley stark von der fortschreitenden KI-Entwicklung profitieren oder sich zumindest weniger von ihr bedroht fühlen.
Die Sektoren der Versorgungsunternehmen (wie RWE, Engie, SSE) und die Verteidigungsbranche (darunter Lockheed Martin) zeichnen sich durch stabile Cashflows und geringe direkte Abhängigkeit von Automatisierung aus. Diese Unternehmen sind in einem Umfeld, in dem KI viele Dienstleistungen schneller und kostengünstiger anbieten kann, besonders gut positioniert.
Weitere Branchen, die als robust gegen KI-Disruptionen gelten, sind Tabakunternehmen und Unternehmen im Bereich der Luxusgüter. Diese Sektoren sind in hohem Maße durch physische Knappheit, Markenwert und Kundenbindung geschützt. Auch hier spielt die Tatsache eine Rolle, dass KI nicht in der Lage ist, die menschliche Verbindung und die Authentizität, die viele dieser Unternehmen bieten, zu replizieren.
Angesichts der wachsenden KI-Disruption und der damit verbundenen Marktängste bevorzugen viele Investoren nun defensivere Sektoren. Morgan Stanley hebt hervor, dass viele Anleger in den letzten Wochen begonnen haben, ihre Portfolios zugunsten weniger volatiler, stabiler Unternehmen umzustellen. Dies könnte den Aufstieg von Unternehmen aus den Bereichen Infrastruktur und Versorgungswirtschaft weiter begünstigen.
Autor: Julian Schick, wallstreetONLINE Redaktion

