wO Heimspiel
Keine KI-Angst: So viel Potenzial steckt noch in diesem Software-Dividendenwert
Ein Softwarespezialist mit langer Börsenvergangenheit, steckt Mensch und Maschine derzeit im Kurskeller fest. Dabei ist das Unternehmen operativ so gesund wie selten zuvor.
Mensch und Maschine (MuM) ist einer der führenden europäischen Anbieter von Software für den Maschinenbau, Architektur und das Bauwesen. In dieser Woche hat das Unternehmen aus Weßling nahe München vorläufige Zahlen für das Geschäftsjahr 2025 veröffentlicht, konnte dabei die eigenen Erwartungen nicht ganz erfüllen.
Nach einer schwachen Vorjahresperiode konnte das Unternehmen im Gesamtjahr neue Rekorde erzielen: Der Rohertrag stieg um 4,1 Prozent auf 181,8 Millionen Euro, das EBIT legte um 5,6 Prozent auf 49,1 Millionen Euro zu und der Nettogewinn erhöhte sich um 4,0 Prozent auf 31,7 Millionen Euro.
Der Softwarespezialist, der 1997 als eines der ersten Unternehmen am Neuen Markt an die Börse kam, verfehlte sowohl die Konsensschätzungen als auch die eigenen Ziele für Rohertrag, EBIT und Ergebnis je Aktie. Die Aktie fiel im Nachgang der Zahlen auf ein neues Mehrjahrestief.
Während der Pandemie war die Aktie als ein Profiteur der Digitalisierung hoch gehandelt worden, es folgte in den Jahren danach aber eine Bewertungskorrektur. Der Baubranche als Hauptkunden von Mensch und Maschine machten zudem die Inflation und das Zinsumfeld zu schaffen. Das drückte auf den Gewinn.
Die größten Wachstumsimpulse kamen wie erwartet aus dem Segment "MuM Software", das nahezu zwei Drittel des EBIT-Wachstums ausmachte. Ein weiterer positiver Aspekt: MuM hält fest an seinem Ziel, das Ergebnis je Aktie bis 2030 auf mehr als 3,80 Euro zu verdoppeln. Dies lässt auf ein starkes langfristiges Wachstumspotenzial hoffen, auch wenn die aktuelle Marktstimmung, bedingt durch Diskussionen um KI-Software, zu einem vorübergehenden Rückgang führen könnte.
Trotz der verfehlten Erwartungen und der generellen Marktskepsis bleibt der Investment Case laut DZ-Bank-Analyst Armin Kremser intakt. "Das Sentiment dürfte aufgrund der operativen Enttäuschung zunächst belastet bleiben, zumal der gesamte Sektor aktuell aufgrund der KI-Software-DisruptionsDiskussion gemieden wird. Das Zahlenwerk ist jedoch keineswegs als „desaströs“ zu bezeichnen", so der Analyst.
MuM verfolgt eine kontinuierliche Verbesserung seiner operativen Marge durch die Erhöhung des Anteils an proprietärer Software. Zudem bleibt das Unternehmen seiner aktionärsfreundlichen Ausschüttungspolitik treu. In diesem Jahr sollen 2 Euro je Aktie ausgeschüttet werden, das bedeutet auf dem aktuellen Kursniveau eine Rendite von 5 Prozent.
Die aktuellen Bewertungskennzahlen bleiben attraktiv: Mit einem KGV von 17 für 2026 liegt MuM deutlich unter dem zehnjährigen Durchschnitt von 29 und bietet eine Dividendenrendite von rund 5 Prozent.
Autor: Julian Schick, wallstreetONLINE Redaktion
Die Mensch und Maschine Software Aktie wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Minus von -0,26 % und einem Kurs von 38,55EUR auf Tradegate (13. Februar 2026, 22:26 Uhr) gehandelt.
