Pilotenstreik legt Lufthansa lahm – 800 Flüge, 100.000 Betroffene
Die 24‑stündigen Crewstreiks bei der Lufthansa haben den Betrieb des Konzerns erheblich beeinträchtigt und werfen ein Schlaglicht auf die schwierigen Tarifverhandlungen und die langfristige Sanierungsstrategie der Airline. Nach Angaben der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) blieben rund 93 Prozent der bestreikten Flüge am Boden; die Lufthansa spricht von knapp 800 gestrichenen Flügen mit etwa 100.000 betroffenen Passagieren. Besonders betroffen waren die Drehkreuze Frankfurt und München: In Frankfurt fielen laut Flughafenbetreiber 450 von 1.117 geplanten Flügen aus, in München 275 von 920. Am Freitag normalisierte sich der Flugbetrieb nach Unternehmensangaben weitgehend wieder.
Auslöser des Ausstands sind strittige Fragen der betrieblichen Altersversorgung: Die VC fordert für rund 4.800 Pilotinnen und Piloten höhere Betriebsrenten. Parallel trat die Kabinengewerkschaft Ufo in einen Warnstreik, um neue Verhandlungen bei der Kerngesellschaft Lufthansa und der von Schließung bedrohten Regionaltochter Cityline zu erzwingen; dort stehen rund 800 Arbeitsplätze auf dem Spiel. VC‑Präsident Andreas Pinheiro wertete die Aktion als entschlossen und einheitlich und schloss weitere Streiks nicht aus, sollte es kein neues Angebot geben.
Die Auseinandersetzung verschärft sich durch öffentliche Gegentöne: Arbeitsdirektor Michael Niggemann bezeichnete die Forderungen als unbezahlbar und verwies auf die angespannte wirtschaftliche Lage der Kerngesellschaft nach Verlusten 2024. Niggemann nannte einen durchschnittlichen Rentenbezug von 8.400 Euro, eine Zahl, die Pinheiro zurückwies und als irreführend bezeichnete – darin enthalten sei ein Anteil aus der gesetzlichen Rentenversicherung. VC zufolge lägen betriebliche Betriebsrenten überwiegend zwischen 2.000 und 5.000 Euro; nur eine kleine Gruppe erreiche Topwerte.
Operativ setzte die Lufthansa auf Ersatzkapazitäten: Töchter wie Eurowings, Discover und City Airlines flogen rund 400 Verbindungen, Eurowings bot Zusatzflüge an. Dennoch klagten Passagiere über gestrandetes Gepäck, lange Warteschlangen an Umbuchungsschaltern und Service‑Probleme, was Reputation und Kundenzufriedenheit belastet.
Die Streikwelle fällt in eine Phase tiefgreifender Strukturdebatten: Lufthansa verfolgt die Gründung neuer AOCs, um touristische und Zubringerstrecken kostengünstiger zu betreiben – ein Modell, das Konflikte mit etablierten Beschäftigten verschärft. Parallel laufen Verhandlungen mit Verdi über die Arbeitsbedingungen von rund 20.000 Bodenbeschäftigten. Vor diesem Hintergrund bleibt die Aussicht auf schnelle Einigungen gering; ohne konstruktiven Dialog drohen weitere Eskalationen, was kurzfristig operative Risiken und langfristig zusätzliche Kosten für die Restrukturierung bedeuten könnte. Die Verantwortlichen stehen vor der Aufgabe, finanzielle Tragfähigkeit und soziale Akzeptanz in Einklang zu bringen.
Die Deutsche Lufthansa Aktie wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Plus von +0,57 % und einem Kurs von 9,098EUR auf Tradegate (13. Februar 2026, 22:26 Uhr) gehandelt.
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