Neuer Bieterkrieg?
Paramount bringt verbessertes Angebot für Warner Bros. ins Spiel
Die Übernahmeschlacht um Warner Bros könnte nach einem überarbeiteten Angebot mit verbesserten Konditionen von Paramount in eine neue Runde gehen.
- Paramount steigert Angebot; Kampf um Warner?!!
- Ticking Fee, übernimmt Strafe, senkt Kosten...
- Investoren drängen; Netflix kann Gegenangebot?
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Bei Warner Bros. Discovery wird intern über eine mögliche Wiederaufnahme von Verkaufsgesprächen mit Paramount Skydance beraten. Laut Bloomberg beschäftigt sich der Verwaltungsrat erstmals ernsthaft mit der Frage, ob das verbesserte Angebot des Rivalen entweder ein finanziell attraktiveres Ergebnis liefern oder Netflix zu höheren Konditionen bewegen könnte.
Bereits im Dezember wurde eine bindende Vereinbarung geschlossen, wonach das Filmstudio und der Streamingdienst HBO Max für 27,75 US-Dollar je Aktie an Netflix verkauft werden sollen. Jede erneute Annäherung an Paramount müsste daher zunächst formal mit Netflix abgestimmt werden.
Paramount erhöht finanziellen Zugeständnissen
Das aktuelle Angebot von Paramount beläuft sich weiterhin auf 30 US-Dollar je Aktie, wurde jedoch durch mehrere finanzielle Anreize ergänzt.
Das Unternehmen kündigte eine sogenannte "Ticking Fee" an: Für jede Verzögerung der regulatorischen Genehmigung würde das Angebot um 25 Cent je Aktie steigen. Diese Klausel entspräche einem zusätzlichen Barwert von rund 650 Millionen US-Dollar pro Quartal, sofern der Deal nach dem 31. Dezember 2026 noch nicht abgeschlossen wäre.
Zudem erklärte Paramount, eine mögliche Vertragsstrafe von 2,8 Milliarden US-Dollar gegenüber Netflix zu übernehmen, falls die bestehende Vereinbarung aufgehoben wird. Zusätzlich stellt der Konzern Einsparungen von etwa 1,5 Milliarden US-Dollar bei potenziellen Refinanzierungskosten in Aussicht.
Aktionärsdruck wächst
Mehrere Anteilseigner, darunter Pentwater Capital Management und Ancora Holdings Group, hatten öffentlich gefordert, dass das Board zumindest Gespräche mit Paramount führen sollte.
Aus Sicht vieler Investoren stellt sich zunehmend die Frage, ob der Netflix-Deal das volle Bewertungspotenzial von Warner Bros. widerspiegelt – insbesondere vor dem Hintergrund, dass beide Interessenten signalisiert haben, ihre Offerten notfalls noch erhöhen zu können.
Spielraum für höhere Offerte?
Sollte Warner Bros. die Gespräche mit Paramount tatsächlich wieder aufnehmen, hätte Netflix ein vertraglich gesichertes Recht, ein überlegenes Angebot nachzubessern und gleichzuziehen. Damit könnte ein zweiter Bieterkrieg ausgelöst werden.
Autor: Pascal Grunow, wallstreetONLINE Redaktion

