Existenzangst am Markt

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    KI-Apokalypse für Angestellte – Investoren preisen den Branchen-Kollaps ein

    Was als Tech-Thema begann, erfasst nun ganze Branchen. Von Büro-REITs bis Frachtlogistik: Anleger reagieren auf jede KI-Schlagzeile mit Kursstürzen.

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    Existenzangst am Markt - KI-Apokalypse für Angestellte – Investoren preisen den Branchen-Kollaps ein

    Die Angst vor einer KI-getriebenen "Apokalypse für Angestellte" geht um an der Wall Street. Was lange wie Theorie wirkte – dass KI nicht nur am Band, sondern auch in Büros, Kanzleien, Versicherungen oder der Finanzberatung Jobs ersetzen könnte –, spiegelt sich inzwischen in den Kursen wider. Der Markt handelt die Vorstellung, dass ganze Geschäftsmodelle ins Wanken geraten könnten.

    Zunächst traf es Softwarewerte. Der iShares Expanded Tech-Software ETF hat seit Jahresbeginn mehr als 23 Prozent verloren. Doch der sogenannte "KI-Panikhandel" greift längst auf andere Branchen über. Versicherungsbroker, Vermögensverwalter, Immobilienfirmen und Logistikkonzerne gerieten Ende vergangene Woche unter Druck – oft ausgelöst durch einzelne KI-Schlagzeilen.

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    Versicherungsmakler verloren, nachdem OpenAI eine KI-gestützte Versicherungs-App genehmigte. Vermögensverwalter wurden verkauft, als ein Fintech eine KI-Funktion für Steuerplanung einführte. Büro-REITs und Immobilienberater litten unter der Sorge, KI könne klassische Bürojobs überflüssig machen. Besonders heftig reagierte der Markt bei Logistikaktien, nachdem das Unternehmen Algorhythmen ankündigte, mit seiner Software 400 Prozent mehr Fracht ohne zusätzliches Personal bewältigen zu können.

    Jeffrey Favuzza von Jefferies beschreibt das Muster so, dass Investoren "in jedem Bereich des Marktes, der mit KI in Verbindung gebracht wird", reflexartig reagieren. Die unmittelbaren Auslöser erscheinen teilweise klein im Vergleich zur Wucht der Kursbewegungen. Doch die Sorge ist größer: Wenn KI Front-Office-Software, Rechtsberatung, Versicherungsmakler oder Steuerplanung effizienter machen kann – wer ist dann als Nächstes dran?

    Steve Sosnick von Interactive Brokers spricht von einer "enormen Veränderung" der Marktpsychologie. "In den letzten drei Jahren haben Investoren KI mit einer optimistischen Einstellung betrachtet. Jetzt scheint der Fokus darauf zu liegen, wie KI die Rentabilität eines Unternehmens – oder einer ganzen Branche – ruinieren kann." Momentum, das zuvor Kurse nach oben trieb, beschleunigt nun die Abwärtsbewegung.

    Fundamental habe sich bislang wenig verändert, betont UBS-Stratege David Lefkowitz. Auch die Bespoke Investment Group verweist darauf, dass selbst stark gefallene Logistikaktien kaum Stress im Anleihemarkt zeigen – ein Hinweis darauf, dass derzeit vor allem Stimmung gehandelt wird. Der Auslöser, ein kleiner ehemaliger Karaoke-Gerätehersteller mit KI-Ambitionen, wirke "unglaublich übertrieben", so Jefferies-Analystin Stephanie Moore.

    Dennoch erinnert die Dynamik manche Beobachter an frühere Spekulationsphasen. Jim Angel von der Georgetown University zieht Parallelen zur Dotcom-Zeit: "Angst und Gier bewegen die Märkte, und wir sehen derzeit beide in Aktion", zitiert ihn MarketWatch. Zwischen Euphorie und Existenzangst ist der Abstand an der Börse oft nur eine Schlagzeile breit.

    Autorin: Gina Moesing, wallstreetONLINE Redaktion

     



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    Verfasst vonRedakteurGina Moesing
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