Zahlreiche Pläne

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    Immer mehr Länder setzen auf einen Dollar-Ausstieg

    Von Asien bis nach Südamerika: Weltweit entstehen parallele Finanzsysteme, die ohne den US-Dollar auskommen. Die Gegenbewegung gewinnt an Tempo.

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    Zahlreiche Pläne - Immer mehr Länder setzen auf einen Dollar-Ausstieg

    Die Rolle des US-Dollars als Herzstück des globalen Finanzsystems wird zunehmend hinterfragt. Immer mehr Staaten bauen Alternativen auf – nicht aus ideologischen Gründen, sondern aus strategischem Kalkül. Ziel ist größere finanzielle Souveränität in einer Welt wachsender geopolitischer Spannungen.

    BRICS als Motor der Bewegung

    Besonders offensiv agiert das erweiterte BRICS-Bündnis. Neben Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika gehören inzwischen auch Ägypten, Iran, Äthiopien und die Vereinigten Arabischen Emirate dazu. Diskutiert wird ein digitales Zahlungssystem namens "BRICS Pay" sowie eine Recheneinheit ("The Unit"), die zu 40 Prozent durch Gold gedeckt sein soll und zu 60 Prozent durch die nationalen Währungen der Mitgliedstaaten. Parallel dazu wird der bilaterale Handel zunehmend in Landeswährungen abgewickelt – etwa zwischen China und Russland in Yuan und Rubel. Indien treibt zudem eine "CBDC-Bridge" voran, um digitale Zentralbankwährungen direkt zu verbinden und westliche Infrastrukturen wie SWIFT zu umgehen.

    ASEAN: Pragmatismus statt Symbolik

    Die südostasiatischen ASEAN-Staaten verfolgen einen technisch-pragmatischen Ansatz. Über das System "Regional Payment Connectivity" können Bürger und Unternehmen in acht Mitgliedsstaaten grenzüberschreitend per QR-Code in Lokalwährungen zahlen – ohne Dollar-Zwischenschritt. Ein Strategieplan bis 2030 soll die Nutzung lokaler Währungen im Handel ausweiten und die Dollar-Abhängigkeit gleichzeitig massiv senken. Es geht weniger um eine neue Weltwährung als um funktionierende Alternativen im Alltag.

    China: Infrastruktur statt Rhetorik

    China setzt auf den Ausbau seiner Finanzarchitektur. Der digitale Yuan (e-CNY) wird weiter internationalisiert und bietet inzwischen sogar Zinskomponenten an. Das macht die Währung für ausländische Zentralbanken als Reservewährung attraktiver. Mit Projekten wie "mBridge" baut Peking gemeinsam mit Partnern (Thailand, VEA) Plattformen auf, die schnelle Transaktionen ohne US-Korrespondenzbanken ermöglichen.

    Brasilien und Saudi-Arabien: Politische Signale

    Brasiliens Präsident Lula da Silva fordert regelmäßig Alternativen zur Dollar-Abrechnung im südamerikanischen Handel, etwa in Form einer gemeinsamen Handelswährung wie den "Sur". Saudi-Arabien wiederum signalisiert, Verkäufe von Öl nicht mehr ausschließlich in US-Dollar abzuwickeln – ein potenzieller Dämpfer für das Petrodollar-System.

    Uruguay als jüngstes Beispiel

    Besonders bemerkenswert ist Uruguay. Das Land gilt als eines der am stärksten dollarisierten Lateinamerikas und will das jetzt ändern. Finanzminister Gabriel Oddone treibt die Emission von Staatsanleihen in heimischer Währung voran. Künftig soll rund die Hälfte der Staatsschulden in Pesos denominiert sein. Ziel ist es, Wechselkursrisiken zu reduzieren und unabhängiger von externen Schocks zu werden. Gleichzeitig baut Montevideo seine Beziehungen zu Europa und China aus und positioniert sich als aktiver Player im Mercosur-Block.

    Die uruguayische Notenbank flankiert diesen Kurs mit Maßnahmen, die den Peso stärken und die Nutzung des Dollars im Inland unattraktiver machen sollen. Dass Investoren trotz höherer Kosten verstärkt in lokale Währungsanleihen investieren, zeigt: Der Wunsch nach Diversifikation wächst auch auf den Kapitalmärkten.

    Langsamer, unaufhaltbarer Wandel

    Von einem baldigen Ende der Dollar-Vormacht kann vorerst nicht wirklich die Rede sein. Der US-Dollar macht noch immer knapp 58 Prozent der weltweiten Währungsreserven aus. Doch der Anteil sinkt kontinuierlich. Zentralbanken kaufen so viel Gold wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Parallele Zahlungssysteme entstehen. Handelsströme werden neu organisiert.

    Die Ent-Dollarisierung ist kein plötzlicher Bruch, sondern ein schleichender Umbau. Und je mehr Länder Alternativen etablieren, desto weniger alternativlos erscheint der US-Dollar.

    Autor: Ingo Kolf, wallstreetONLINE Redaktion


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    Verfasst vonRedakteurIngo Kolf
    Zahlreiche Pläne Immer mehr Länder setzen auf einen Dollar-Ausstieg Von den ASEAN-Staaten bis nach Südamerika: Weltweit entstehen parallele Finanzsysteme, die ohne den US-Dollar auskommen sollen. Die Abhängigkeit von Washington wird zur strategischen Schwachstelle – und die Gegenbewegung gewinnt an Tempo.

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