Verteidigungsboom im Anflug
Hensoldt rüstet auf – kommt der Schub?
Warburg hebt Hensoldt auf Kaufen und nennt ein neues Kursziel. Im Jahr 2025 war "Vorbereitung" angesagt, 2026 soll der Schub kommen.
- Warburg hebt Hensoldt auf Kaufen, Ziel 91€ 11%
- 2025 Vorbereitung, 2026 soll Schub kommen bald
- Auftragsbestand >8,5 Mrd Margen leicht steigend
- Report: Tech-Aktien schwanken – 3 Versorger mit Rückenwind
Nach der deutlichen Kurskorrektur der vergangenen Monate wird Hensoldt von Warburg Research wieder optimistischer eingeschätzt. Analyst Christian Cohrs verweist auf die inzwischen nach unten angepassten Konsenserwartungen und sieht die Bewertung nun auf einem angemessenen Niveau.
Warburg Research errechnet ein Kursziel von 91 Euro. Das entspricht einem Aufwärtspotenzial von etwas über zehn Prozent. Cohrs hebt die Aktie deshalb von Halten auf Kaufen an.
Für die bevorstehenden vorläufigen Zahlen für 2025 erwartet der Analyst ein solides Jahresergebnis in beiden Geschäftsbereichen sowie eine anhaltend starke Auftragsdynamik. Trotz guter Wachstumsraten und Rekordwerten bei zentralen Finanzkennzahlen sei das vergangene Jahr vor allem eine Phase der Vorbereitung gewesen. Hensoldt habe die Grundlage für einen erwarteten Boom im Verteidigungssektor gelegt.
Zu den entscheidenden Meilensteinen zählten laut Warburg Research die abgeschlossene Integration der übernommenen ESG, die Inbetriebnahme eines neuen Logistikstandorts, der Umzug des Optronics-Geschäfts in eine größere und modernere Anlage sowie die Modernisierung der kritischen IT-Infrastruktur. Letzteres Projekt sei zwar noch nicht vollständig abgeschlossen. Cohrs geht jedoch davon aus, dass bereits erhebliche interne Fortschritte erzielt wurden, die eine klarere operative Steuerung ermöglichen.
Für 2026 rechnet Warburg Research mit einer schrittweisen Beschleunigung des Umsatzwachstums. Der Großteil der erwarteten Erlöse sei bereits durch den hohen Auftragsbestand abgesichert, der zum Jahresende 2025 nach Schätzung der Analysten bei über 8,5 Milliarden Euro liegen dürfte. Neue Großprojekte wie "Arminius" für die Landstreitkräfte, die umfangreiche elektronische und optronische Systeme erfordern, sollten den Auftragseingang zusätzlich antreiben.
Allerdings dürfte sich der Verteidigungsboom bei Hensoldt zeitlich verzögert niederschlagen. Das Portfolio sei auf Produkte mit längeren Vorlaufzeiten ausgerichtet, zudem trete das Unternehmen häufig als Zulieferer auf. Die Effekte seien daher weniger unmittelbar sichtbar als bei einigen Wettbewerbern.
Bei der Profitabilität erwartet Warburg Research einen moderaten Margenanstieg. Hensoldt habe das steigende Geschäftsvolumen bislang durch operative Hebel in ein überproportionales Ergebniswachstum übersetzen können. Dieser Trend sollte sich fortsetzen.
Autor: Nicolas Ebert, wallstreetONLINE Redaktion
Die HENSOLDT Aktie wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Minus von -0,74 % und einem Kurs von 80,60EUR auf Tradegate (16. Februar 2026, 13:50 Uhr) gehandelt.
