KI trifft Hollywood
Disney und Paramount greifen an: Droht ByteDance jetzt der KI-Showdown?
Disney und Paramount drohen ByteDance mit Klagen wegen Seedance 2.0. Jetzt gelobt der TikTok-Mutterkonzern Besserung bei Urheberrechten.
- Disney & Paramount drohen ByteDance mit Klage.
- ByteDance kündigt stärkere Schutzmaßnahmen an.
- Viralclips, Hollywood & Gewerkschaft warnen...
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Der chinesische Technologiekonzern ByteDance reagiert auf massive juristische Drohungen aus den Vereinigten Staaten, wie Reuters berichtete. Nachdem große Filmstudios mit rechtlichen Schritten wegen möglicher Urheberrechtsverletzungen gedroht haben, kündigte das Unternehmen an, Schutzmechanismen für seinen KI-Videogenerator Seedance 2.0 zu verschärfen.
"ByteDance respektiert geistige Eigentumsrechte und wir haben die Bedenken bezüglich Seedance 2.0 zur Kenntnis genommen", erklärte das Unternehmen laut Seeking Alpha. Weiter hieß es: "Wir ergreifen Maßnahmen zur Stärkung der bestehenden Sicherheitsvorkehrungen, um die unbefugte Nutzung von geistigem Eigentum und Abbildungen durch Nutzer zu verhindern."
Welche konkreten Maßnahmen geplant sind, ließ der Konzern offen.
Disney wirft offensichtliche Verstöße vor
Auslöser ist ein scharf formulierter Unterlassungsbrief von der Walt Disney Company. Wie Reuters unter Berufung auf eine mit der Angelegenheit vertraute Person berichtet, wirft Disney ByteDance vor, urheberrechtlich geschützte Figuren aus Franchises wie Star Wars und Marvel ohne Genehmigung zum Training und Betrieb von Seedance 2.0 genutzt zu haben.
Demnach soll das KI-Tool Charaktere wie Spider-Man oder Darth Vader reproduzieren, verbreiten und abgeleitete Werke erzeugen. Die Figuren seien dabei so dargestellt worden, als handele es sich um gemeinfreie Cliparts.
Auch Paramount Skydance soll laut Berichten eine Unterlassungserklärung verschickt haben und ByteDance "offensichtliche Verletzung" vorwerfen. Zuvor hatte bereits das Portal Axios über Disneys Vorgehen berichtet.
Virale Clips verschärfen die Debatte
Seedance 2.0 wurde erst vergangene Woche veröffentlicht. Kurz darauf verbreiteten sich in China generierte Videos rasant in sozialen Netzwerken. Darunter befand sich eine Szene, in der die Schauspieler Tom Cruise und Brad Pitt auf einem Dach kämpfen. Das Modell wird für seine Fähigkeit gelobt, mit wenigen Eingaben cineastische Handlungsstränge zu erzeugen.
Doch die Begeisterung über die technische Leistungsfähigkeit wird von wachsender Kritik begleitet. Die Schauspielergewerkschaft SAG-AFTRA verurteilte die durch Seedance 2.0 ermöglichten Inhalte scharf. "Seedance 2.0 missachtet Gesetze, Ethik, Branchenstandards und grundlegende Prinzipien der Einwilligung. Eine verantwortungsvolle KI-Entwicklung erfordert Verantwortung, und die fehlt hier völlig", erklärte die Organisation.
Auch die Motion Picture Association forderte ByteDance auf, die angeblich rechtsverletzenden Aktivitäten umgehend einzustellen.
Strategischer Präzedenzfall für die Branche
Der Konflikt zeigt, wie stark sich die Fronten zwischen Hollywood und KI-Anbietern verhärten. Disney hatte erst im Dezember einen Lizenzvertrag mit OpenAI geschlossen, der die Nutzung von Figuren aus Star Wars, Pixar und Marvel im Videogenerator Sora erlaubt.
Für ByteDance steht damit mehr auf dem Spiel als nur ein einzelnes Produkt. Der Ausgang des Streits könnte zum Präzedenzfall für den globalen Umgang mit urheberrechtlich geschütztem Material im Zeitalter generativer Künstlicher Intelligenz werden.
Autorin: Saskia Reh, wallstreetONLINE Redaktion

