Erst Software, dann alles
Angst erfasst die Wall Street – diese Aktien sollen KI-sicher sein!
Der KI-Schock ist an der Börse zur Kettenreaktion geworden. Nach Software trifft es Kredite, Makler, Versicherer und sogar Logistiker. Barclays warnt: "erst verkaufen, dann denken". Wer kippt als Nächstes?
- KI-Schock löst Kettenreaktion an Börse global.
- Angst: Anleger verkaufen, dann erst denken ...
- Software hart getroffen; andere Sektoren auch.
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Die KI-Angst erfasst die Wall Street. Was mit Verkäufen bei Softwareaktien begann, griff rasch auf weitere Branchen über. Investoren stoßen inzwischen alles ab, was sie als potenziellen KI-Verlierer einstufen.
Auslöser war unter anderem ein neues juristisches KI-Plugin von Anthropic. Kurz darauf verstärkte eine Welle neuer Modell-Upgrades die Nervosität. Emmanual Cau, Aktienstratege bei Barclays, sagte Reuters:
"Da die Angst die Marktstimmung bestimmt, bleiben die Anleger im Modus 'erst verkaufen, dann denken', fragen sich 'wer ist der Nächste' und zeigen keine Gnade für alles, was auch nur im Entferntesten als KI-Verlierer angesehen wird."
Der S&P 500 Software & Services Index hat seit seinem Hoch im Oktober rund zwei Billionen US-Dollar an Wert verloren. Allein in den vergangenen zwei Wochen beschleunigte sich der Abverkauf. Titel wie Salesforce, Adobe und CrowdStrike gerieten deutlich unter Druck.
Auch Finanzdienstleister und Datenanbieter gerieten ins Visier
Die Einführung KI-gestützter Steuerplanung durch den Vermögensverwalter Altruist schürte Sorgen um Brokerhäuser. Aktien von LPL Financial, Raymond James und Charles Schwab verloren an Wert. Der S&P Global brach im Februar um über 25 Prozent ein.
Im Immobiliensektor verloren CBRE Group und Jones Lang LaSalle jeweils rund zwölf Prozent an einem Tag. Morningstar-Analyst Sean Sunlop sagte Reuters, er halte die Sorgen für übertrieben, betonte jedoch, die Bewertungen seien trotz der Verluste "nicht günstig".
Auch Versicherer litten
Der S&P 500 Insurance Index fiel an einem Tag um 3,9 Prozent, nachdem die Plattform Insurify ein KI-gestütztes Vergleichstool auf Basis von ChatGPT vorstellte. Bob Jian Huang von Morgan Stanley sagte, dass einfache Versicherungsprodukte in den kommenden fünf Jahren stark unter Druck geraten könnten.
Vor diesem Hintergrund hat Goldman Sachs einen Pair-Trade-Korb aufgelegt. Das Institut setzt auf Unternehmen, die als KI-Profiteure gelten, darunter Cloudflare, Palo Alto Networks, Oracle und Microsoft. Gleichzeitig wettet es gegen Firmen wie Salesforce, DocuSign oder Accenture, deren Geschäftsmodelle als leichter automatisierbar gelten.
Der Software-Sektor verlor in diesem Jahr rund 20 Prozent, während der breite S&P 500 nahezu unverändert notiert. Faris Mourad von Goldman schrieb, nach dem Ausverkauf werde es in der Branche zu einer klaren Differenzierung der Gewinner und Verlierer kommen.
Autor: Nicolas Ebert, wallstreetONLINE Redaktion

