22 Milliarden Abschreibung
Nach 28-%-Crash: Stellantis droht Sammelklage – Wurden Anleger zu spät gewarnt?
Der schlimmste Handelstag in der NYSE-Geschichte des Konzerns zieht Kreise. Eine US-Kanzlei prüft, ob Anleger vor dem 22-Milliarden-Schock ausreichend gewarnt wurden.
- US-Kanzlei prüft Anlegerwarnungen nach 22 Mrd.
- Historischer NYSE-Kurssturz: Aktie verlor 28%.
- Sammelklage möglich, Dividende 2026 ausgesetzt
- Report: Tech-Aktien schwanken – 3 Versorger mit Rückenwind
Stellantis steht in den USA vor einer möglichen neuen Sammelklage, nachdem der Autobauer Anfang Februar eine milliardenschwere Abschreibung von rund 22 Milliarden Euro im Zusammenhang mit seiner Elektrifizierungsstrategie eingeräumt hat. Die Ankündigung löste einen historischen Kurseinbruch aus und rief nun amerikanische Aktionärsanwälte auf den Plan.
Wie die Mailänder Wirtschaftszeitung Milano Finanza berichtet, hat die US-Kanzlei Levi & Korsinsky eine Untersuchung eingeleitet, um mögliche Verstöße gegen US-Wertpapiergesetze zu prüfen. Im Zentrum steht die Frage, ob Stellantis Investoren rechtzeitig über die sich verschlechternden Aussichten im Elektrogeschäft informiert hat. Die Anwälte untersuchen den Zeitraum vom 30. Oktober 2025 bis zur Mitteilung am 6. Februar. Sollten sie zu dem Schluss kommen, dass negative Entwicklungen nicht angemessen offengelegt wurden, könnte eine Sammelklage folgen.
Am 6. Februar räumte Stellantis ein, die Nachfrage nach Elektrofahrzeugen überschätzt zu haben, kündigte einen strategischen Neustart an, setzte die Dividende für 2026 aus und überarbeitete seine Vergütungspolitik. Die Börse reagierte umgehend: In Mailand brach die Aktie um rund 25 Prozent ein, an der Wall Street verlor sie nahezu 28 Prozent – der schlechteste Handelstag in der Unternehmensgeschichte an der NYSE.
Für US-Investoren stellt sich damit die zentrale Frage, ob die drastische Korrektur tatsächlich überraschend kam oder ob frühere Warnsignale unterschätzt wurden. Bereits vor dem Absturz hatte es negative Einschätzungen gegeben, darunter ein Downgrade von Wall Street Zen sowie eine kritischere Neubewertung durch Morgan Stanley. Zudem kursierten Berichte über mögliche staatliche Unterstützungen in Europa.
Es ist nicht das erste Mal, dass Stellantis in den USA juristisch unter Druck gerät. Bereits 2024 hatten Aktionäre nach enttäuschenden Ergebnissen und deutlichen Kursverlusten Klage gegen den Konzern und das damalige Management eingereicht.
Während das Unternehmen nun versucht, operativ gegenzusteuern – unter anderem mit 80 neuen Arbeitskräften im Werk Mirafiori für die Produktion des Fiat 500 Hybrid und einer zweiten Schicht ab Mitte März –, bleibt das rechtliche Risiko bestehen. Die eingeleitete Untersuchung bedeutet zwar noch keine Klage, erhöht jedoch den Druck auf einen Konzern, der sich ohnehin in einer tiefgreifenden strategischen Neuaufstellung befindet.
Autorin: Gina Moesing, wallstreetONLINE Redaktion
Die Stellantis Aktie wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Minus von -0,54 % und einem Kurs von 6,63EUR auf Tradegate (17. Februar 2026, 10:53 Uhr) gehandelt.

