Liquidations-Trigger droht
Bitcoin-Crash auf 8.000 US-Dollar? Strategy sieht kein Problem – Anleger schon
Michael Saylors Firma will selbst einen 90-%-Crash verkraften. Doch unterhalb der Stressmarke drohen Beleihungsprobleme, Zwangsverkäufe und ein Dominoeffekt für den gesamten Kryptomarkt.
- Strategy hält 90% Crash bis 8.000$ für tragbar
- Unter 8.000$ drohen Beleihungsbruch und Zwangs
- Bei <6.000$ Vermögen <Schulden; <5.000$ Pleite
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Strategy, das von Michael Saylor gegründete und auf Bitcoin fokussierte Unternehmen, sieht sich trotz der jüngsten Marktschwäche als krisenfest. In einer Stellungnahme auf X erklärte der Konzern: "Strategy kann einen Rückgang des Bitcoin-Preises auf 8.000 US-Dollar verkraften und verfügt dennoch über ausreichende Vermögenswerte, um unsere Schulden vollständig zu decken." Damit reagiert das Unternehmen auf wachsende Zweifel an seinem stark gehebelten Bitcoin-Modell.
Strategy hält nach eigenen Angaben 714.644 Bitcoin im aktuellen Marktwert von rund 49,3 Milliarden US-Dollar. Die Nettoschulden belaufen sich auf etwa sechs Milliarden US-Dollar. Laut Management entspricht ein Bitcoin-Preis von 8.000 Dollar in etwa dem Punkt, an dem der Gesamtwert der Bestände den Nettoschulden entspricht. Das Eigenkapital wäre rechnerisch nahezu aufgebraucht, die Verbindlichkeiten könnten jedoch weiterhin bedient werden – ohne sofortige Verkäufe.
CEO Phong Le betonte, ein derartiger Preisverfall um rund 90 Prozent sei "sehr schwer vorstellbar" und würde sich vermutlich über mehrere Jahre entwickeln. In diesem Szenario blieben Optionen wie Refinanzierungen, die Ausgabe neuer Aktien oder eine Restrukturierung. "Im Extremfall, wenn wir einen Rückgang des Bitcoin-Kurses um 90 Prozent auf 8.000 US-Dollar hätten … wäre das der Punkt, an dem unsere Bitcoin-Reserve unseren Nettoschulden entspricht. Dann könnten wir unsere Wandelanleihen nicht mehr mit unseren Bitcoin-Reserven abbezahlen … Daher mache ich mir aktuell keine großen Sorgen, selbst wenn der Bitcoin fällt", sagte Le.
Unterhalb von 8.000 US-Dollar verschärft sich die Lage jedoch deutlich. Marktanalysen und Szenario-Rechnungen zeigen, dass bei Kursen um 7.000 US-Dollar besicherte Kredite gegen vertragliche Beleihungsgrenzen verstoßen könnten. Zwangsverkäufe wären dann nicht ausgeschlossen.
Bei etwa 6.000 US-Dollar würden die gesamten Vermögenswerte unter die ausstehenden Verbindlichkeiten fallen. Das Eigenkapital wäre faktisch aufgezehrt, Aktionäre müssten mit massiven Wertverlusten rechnen. Unterhalb von 5.000 US-Dollar drohten im Extremfall erzwungene Liquidationen, tiefgreifende Restrukturierungsmaßnahmen oder sogar eine Insolvenz. Entscheidend wäre dabei nicht allein das Kursniveau, sondern vor allem die Geschwindigkeit des Preisverfalls, die Liquidität am Markt sowie die konkrete Schuldenstruktur des Unternehmens.
Die Aktie von Strategy ist im vergangenen Jahr um fast 60 Prozent gefallen. Angesichts der Größe der Bitcoin-Bestände hätte ein erzwungener Abverkauf nicht nur Folgen für das Unternehmen, sondern potenziell für den gesamten Kryptomarkt – von ETFs bis zu Minern. Strategy zeigt sich zwar überzeugt, auch einen extremen Crash zu überstehen. Doch unterhalb der Marke von 8.000 US-Dollar entscheidet nicht mehr allein der Bitcoin-Kurs, sondern das Zusammenspiel aus Verschuldung, Sicherheiten und Liquidität.
Autorin: Gina Moesing, wallstreetONLINE Redaktion

