Qwen3.5 entfesselt
Alibabas KI-Offensive: Greift das Unternehmen jetzt die Tech-Giganten an?
Alibaba bringt Qwen3.5 an den Start und setzt voll auf KI-Agenten. Der Wettbewerb mit OpenAI und Co. spitzt sich zu – mit globalen Ambitionen.
- Alibaba startet Qwen3.5; setzt auf KI-Agenten.
- Open-Weight + Cloud; multimodal Text/Bild/Vid.
- 397 Mrd Params, 201 Sprachen; globales Ziel...
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Der chinesische Technologiekonzern Alibaba Group verschärft den globalen Wettbewerb um Künstliche Intelligenz. Mit der neuen Modellreihe Qwen3.5 will das Unternehmen nicht nur technologisch aufholen, sondern sich strategisch im boomenden Markt für KI-Agenten positionieren, wie CNBC berichtete.
Fokus auf Agenten und Multimodalität
Qwen3.5 erscheint in zwei Varianten: Eine Open-Weight-Version erlaubt es Nutzern, das Modell herunterzuladen, anzupassen und auf eigener Infrastruktur zu betreiben. Zusätzlich bietet Alibaba eine gehostete Version auf den eigenen Servern an. Beide Varianten wurden am Montag, unmittelbar vor dem chinesischen Neujahr, veröffentlicht.
Nach Angaben des Unternehmens bietet Qwen3.5 Leistungs- und Kostenvorteile. Das System wurde mit "nativen multimodalen Fähigkeiten" entwickelt und kann Text, Bilder und Videos gleichzeitig verarbeiten. Zudem unterstützt es neue Programmier- und Agentenfunktionen und ist kompatibel mit Open-Source-Agenten wie OpenClaw.
KI-Agenten gelten als einer der wichtigsten Trends des Jahres. Sie führen eigenständig mehrstufige Aufgaben aus und benötigen nur minimale menschliche Aufsicht. Für viele Softwareanbieter könnte das zum Risiko werden.
Marc Einstein, Research Director bei Counterpoint Research, sagte gegenüber CNBC, KI-Unternehmen bereiteten sich auf die Möglichkeit vor, dass Agenten "traditionelle Internet-Geschäftsmodelle auf den Kopf stellen". Er warnte: "Wenn dies geschieht, werden die Folgen für diejenigen, die nicht darauf vorbereitet sind, schwerwiegend sein, und [chinesische KI-Unternehmen] sind sich dessen bewusst."
Technische Details und globale Ambitionen
Das Open-Weight-Modell verfügt über 397 Milliarden Parameter. Damit liegt es unter dem bisherigen Flaggschiff, soll laut Alibaba jedoch deutliche Leistungssteigerungen in internen Benchmarks zeigen. Das Unternehmen erklärte, Qwen3.5 liege leistungsmäßig auf Augenhöhe mit führenden Modellen von OpenAI, Anthropic und Google DeepMind.
Parallel veröffentlichte Alibaba über seine Cloud-Plattform Model Studio die gehostete Version Qwen-3.5-Plus. Auch hier spricht der Konzern von vergleichbarer Performance.
Bemerkenswert ist die sprachliche Reichweite. Qwen3.5 unterstützt 201 Sprachen und Dialekte, nach zuvor 82. Einstein sieht darin ein klares Signal: Die Funktion unterstreiche Alibabas globale Ambitionen.
Weitere Open-Weight-Modelle sollen während des chinesischen Neujahrs folgen, kündigte Lin Junyang, technischer Leiter des Qwen-Teams bei Alibaba Cloud, in einem Social-Media-Beitrag an.
Der internationale Druck steigt. Nach neuen Agenten-Tools von Anthropic treiben auch US-Konzerne ihre Entwicklungen voran. Demis Hassabis, Chef von Google DeepMind, sagte zuletzt, chinesische KI-Modelle lägen nur "Monate" hinter westlichen Wettbewerbern.
Autorin: Saskia Reh, wallstreetONLINE Redaktion
