Kering und LVMH in der Krise
Was Hedgefonds mit Luxusaktien anstellen und jetzt auf dem Spiel steht
Die Luxusbranche kämpft mit starken Kursschwankungen und Hedgefonds-Wetten, die LVMH und Kering unter Druck setzen. Was bedeutet der Abschwung für den Sektor und wie können die Marken eine Erholung schaffen?
- Hedgefonds-Shorts verstärken Kursschwankungen.
- Nachfrage schwächelt, China und USD belasten...
- Erholung unsicher; Marken müssen Kosten senken
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LVMH und Kering kämpfen mit den Folgen eines zweijährigen Abschwungs, der durch starke Kursschwankungen und Hedgefonds-Wetten verschärft wird. Nach einem Boom in der Pandemie ist die Nachfrage nach teuren Handtaschen und Designerkleidung von Marken wie Dior und Gucci zurückgegangen. Investoren sind nun besonders aufmerksam, ob der Sektor eine Erholung erleben wird.
Die Aktien von LVMH, dem größten Luxuskonzern mit einer Marktkapitalisierung von rund 260 Milliarden Euro, erlitten Ende Januar den größten Tagesverlust seit 2020. CEO Bernard Arnault hatte einen vorsichtigen Ausblick für das kommende Jahr abgegeben.
Laut Hazeltree, einem Hedgefonds-Datenanbieter, gehörten Luxusaktien zu den am stärksten geshorteten Werten. Short-Positionen, bei denen Anleger auf fallende Kurse setzen, führen zu stärkeren Kursschwankungen.
Michael Oliver Weinberg, Hedgefonds-Investor, erklärte gegenüber Reuters, dass der Markt durch passive "Buy-and-Hold"-Positionen und Multi-Manager-Hedgefonds, die schnell auf Nachrichten reagieren, stark beeinflusst wird. Luxusgüter seien besonders anfällig für Schwankungen am US-Aktienmarkt, da sie stark von den Ausgaben der wohlhabenden Konsumenten abhängen.
Analysten von Berenberg Research äußerten sich pessimistisch hinsichtlich des Luxusmarktes. Die anhaltende Schwäche der chinesischen Konsumdaten bestätige ihre negative Einschätzung. Laut den Experten hat der Luxussektor seit Mitte Januar um 14 Prozent schlechter abgeschnitten als der Gesamtmarkt.
Sie warnen vor einem langsamen Erholungsprozess und bleiben negativ gegenüber den chinesischen Verbrauchern, die durch eine Bilanzrezession und die wirtschaftliche Entwicklung nach japanischem Vorbild eingeschränkt sind. Auch der US-Dollar und die schwachen Konsumdaten der vergangenen Monate könnten den Sektor belasten.
Der Konsensmarkt erwartet zwar eine Erholung des Luxusmarktes in den kommenden Jahren, aber Analysten halten dies für unrealistisch. Die Konsensumsätze des Sektors für 2026 und 2027 liegen 25 Prozent unter dem Höchststand vom Juni 2023.
Die Analysten von Berenberg gehen davon aus, dass sich der Abwärtstrend fortsetzen wird, insbesondere angesichts der schwachen chinesischen Wirtschaft und der anhaltend niedrigen Wachstumsraten der Konsumausgaben.
Autor: Nicolas Ebert, wallstreetONLINE Redaktion
