Aktie erholt sich etwas
Gerresheimer: Jetzt werden die Kursziele zusammengestrichen
Die Lage beim Verpackungsspezialisten Gerresheimer bleibt nach dem BaFin-Schock der vergangenen Woche ernst. Analysten und Anleger verlieren das Vertrauen, auch wenn die Aktie am Dienstag etwas zurückkommt.
- BaFin-Schock, Vertrauen schwindet; Aktie +8%!!
- Centor-Verkauf angestrebt, Erlös 800M–1Mrd....
- Prognosen schwach, Abschreibungen 220–240M....
- Report: Favoritenwechsel - diese 5 Werte sollten Anleger im Depot haben!
Beim krisengeplagten SDAX-Konzern Gerresheimer glauben Analysten nicht an eine schnelle Trendwende. Das Unternehmen hatte in der vergangenen Woche die Veröffentlichung der Ergebnisse für das Geschäftsjahr 2025 verschoben,. Grund hierfür ist eine laufende interne Überprüfung und eine zusätzliche Untersuchung der Umsatzbuchungspraktiken für das Geschäftsjahr 2024 und 2025.
Die Analysten von Berenberg Research steichen das Kursziel von 30 auf 20 Euro zusammen. Die Deutsche Bank senkt ihr Ziel von 34 auf 22 Euro. Es sei schwierig positiv zu bleiben, solange die BaFin-Untersuchung noch nicht abgeschlossen ist, schreibt Analyst Falko Friedrichs.
Am Dienstag startete die Aktie erst einmal einen kleinen Erholungsversuch, legte knapp 8 Prozent zu und kletterte wieder über die Marke von 20 Euro.
Die jüngsten Entwicklungen werfen einen Schatten auf die finanzielle Lage des Unternehmens. So kündigte Gerresheimer an, sein Centor-Geschäft zu verkaufen, um die Verschuldung zu reduzieren. Dies könnte zu einem Erlös von rund 800 Millionen bis 1 Milliarde Euro führen, wenn der Verkauf noch in diesem Jahr abgeschlossen wird.
Die Prognosen für 2025 sind ebenfalls enttäuschend. Die Umsatzerwartungen liegen am oberen Ende einer zuvor prognostizierten Spanne von -4 Prozent bis -2 Prozent. Die operative Rentabilität, gemessen an der bereinigten EBITDA-Marge, soll voraussichtlich auf 16,5 bis 17,5 Prozent sinken – ein Rückgang im Vergleich zum Vorjahr. Besonders besorgniserregend ist die Aussicht auf Abschreibungen von 220 bis 240 Millionen Euro im Jahr 2025, die vor allem die Geschäftsbereiche Sensile Medical und US Moulded Glass betreffen.
Zudem plant das Unternehmen, das Werk in Chicago Heights bis Ende 2026 zu schließen, was die anhaltenden operativen Herausforderungen verdeutlicht. Analysten von Berenberg zeigen sich besorgt über die Qualität der Unternehmensgewinne und die derzeit hohe Unsicherheit. Die Investorenstimmung dürfte negativ bleiben, solange nicht mehr Klarheit über die künftige Ausrichtung und die Klärung der Buchungspraktiken herrscht.
Autor: Julian Schick, wallstreetONLINE Redaktion
Die Gerresheimer Aktie wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Plus von +8,21 % und einem Kurs von 20,96EUR auf Tradegate (17. Februar 2026, 16:35 Uhr) gehandelt.

