Aktie zieht kräftig an
Milliardenvergleich! So will Bayer das Glyphosat-Problem endlich loswerden
Bayer steht kurz vor einem milliardenschweren Vergleich, um die zahlreichen Rechtsstreitigkeiten rund um den Unkrautvernichter Roundup beizulegen. Eine Lösung soll mehr als 10 Milliarden US-Dollar kosten.
- Bayer plant 10,5 Mrd$ Vergleich zur Beilegung.
- 7,5 Mrd$ + 3 Mrd$ für US-Fälle, deckt 20 Jahre
- Aktie steigt, 67.000 Klagen offen, Bayer betont
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Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg am Dienstagnachmittag exklusiv meldet, plant Bayer einen massiven Schritt, um die rechtlichen Auseinandersetzungen rund um sein Unkrautvernichtungsmittel Roundup zu beenden. Der deutsche Chemieriese möchte eine Summe von 10,5 Milliarden US-Dollar aufwenden, um sowohl laufende als auch künftige Klagen zu beilegen. Dies betrifft insbesondere die Prozesse, in denen Kläger Bayer vorwerfen, dass das in Roundup enthaltene Glyphosat Krebs verursacht habe.
Geplant ist ein 7,5 Milliarden US-Dollar schwerer Vergleich im Rahmen einer Sammelklage in Missouri. Dieser soll nicht nur bestehende Klagen, sondern auch potenzielle Ansprüche über einen Zeitraum von 20 Jahren hinweg regeln. Eine zusätzliche Summe von 3 Milliarden US-Dollar soll zur Beilegung weiterer US-amerikanischer Verfahren verwendet werden, in denen ehemalige Roundup-Nutzer angeben, durch den Einsatz des Mittels an Non-Hodgkin-Lymphomen erkrankt zu sein.
Die Ankündigung des Vergleichs erfolgt inmitten eines anhängigen Verfahrens vor dem US-amerikanischen Obersten Gerichtshof, das sich mit einem Urteil über 1,25 Millionen US-Dollar aus Missouri befasst. Bayer hofft, durch den Vergleich weitere Klagen zu verhindern und den finanziellen Druck zu mindern.
Die Bayer-Aktie machte als Reaktion auf die Meldung einen kräftigen Sprung und zog zeitweise mehr als 5 Prozent an - auf den höchsten Stand seit September 2023.
Die Roundup-Rechtsstreitigkeiten begleiten Bayer bereits seit der Übernahme von Monsanto im Jahr 2018 für 66 Milliarden US-Dollar. Seitdem hat das Unternehmen bereits mehr als 10 Milliarden US-Dollar in Urteilen und Vergleichen gezahlt, um die Klagen zu begleichen. Dennoch belaufen sich die offenen Ansprüche nach Bloomberg-Informationen auf etwa 67.000 Verfahren. Bayer betont weiterhin, dass Roundup sicher sei, und verweist auf eine Einschätzung der US-amerikanischen Food and Drug Administration, die Glyphosat nicht als krebserregend eingestuft hat.
Autor: Julian Schick, wallstreetONLINE Redaktion
Die Bayer Aktie wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Plus von +7,68 % und einem Kurs von 49,40EUR auf Tradegate (17. Februar 2026, 17:27 Uhr) gehandelt.
