Umsatzkrone erobert
Amazon überholt Walmart und wird zum umsatzstärksten Unternehmen der Welt
Zum ersten Mal in der Unternehmensgeschichte hat Amazon den langjährigen Spitzenreiter Walmart beim Jahresumsatz überholt und sich an die Weltspitze gesetzt.
- Amazon überholt Walmart als umsatzspitze 2025.
- AWS, Werbung & Dienste machen Amazon rentabler
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Wie Walmart am Donnerstag mitteilte, erzielte der Konzern im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Umsatz von 713,2 Milliarden US-Dollar. Amazon kam im gleichen Zeitraum auf 716,9 Milliarden US-Dollar – und sicherte sich damit erstmals die Position des umsatzstärksten Unternehmens weltweit.
Amazons diversifiziertes Geschäftsmodell zahlt sich aus
Amazon verdankt seinen Aufstieg nicht allein dem klassischen Onlinehandel und schnellen Lieferungen. Zwar bleibt das Retail-Geschäft die größte Umsatzquelle, doch entscheidend sind die margenstarken Zusatzbereiche.
Rund 24 Prozent des Gesamtumsatzes entfielen im Jahr 2025 auf Drittanbieter-Services – darunter Provisionen, Logistik- und Versandgebühren, Werbung sowie Kundensupport. Weitere etwa 18 Prozent steuerte die Cloud-Sparte Amazon Web Services (AWS) bei.
Diese Diversifizierung hat Amazon widerstandsfähiger und profitabler gemacht als traditionelle Handelsmodelle. Werbung und Cloud-Dienste wachsen schneller als der eigentliche Warenverkauf und verschieben die Margenstruktur nachhaltig.
Walmart kontert mit Tech-Offensive und Milliardenbewertung
Dass Walmart die Spitzenposition verlor, ist weniger Ausdruck von Schwäche als vielmehr Resultat von Amazons aggressiver Expansion. Dennoch hat Walmart seinen Umsatz in den vergangenen 20 Jahren mehr als verdoppelt.
Mit mehr als 4.600 Filialen in den USA sowie rund 600 Sam’s-Club-Standorten stützt sich Walmart weiterhin auf seine physische Präsenz. Gleichzeitig gewinnt das digitale Geschäft an Dynamik: Im vierten Quartal wuchs der US-Onlineumsatz um 27 Prozent – das 15. Quartal in Folge mit zweistelligen Zuwachsraten.
Der Konzern orientiert sich zunehmend am Amazon-Modell. Anfang Dezember verlegte Walmart seine Börsennotierung von der New York Stock Exchange an die technologielastige Nasdaq. Anfang dieses Monats überschritt die Marktkapitalisierung erstmals die Marke von einer Billion US-Dollar.
Im vierten Quartal profitierte Walmart insbesondere von digitaler Werbung und seinem Drittanbieter-Marktplatz – Bereiche mit höheren Margen als das traditionelle Filialgeschäft.
KI als neues Schlachtfeld im Einzelhandel
Der nächste Wettbewerbsschauplatz heißt Künstliche Intelligenz. Beide Konzerne investieren massiv, um Effizienz, Kundenerlebnis und Umsatzpotenziale durch agentische"KI-Systeme zu steigern.
Walmart kooperiert dabei mit OpenAI sowie mit Google. Ziel ist es, Produktsuche und Kaufprozesse zu vereinfachen. Zusätzlich hat Walmart mit "Sparky" einen eigenen KI-gestützten Einkaufsassistenten eingeführt, der direkt in der App erscheint.
Laut Unternehmensangaben geben Kunden, die Sparky nutzen, im Schnitt rund 35 Prozent mehr pro Bestellung aus. Etwa die Hälfte aller App-Nutzer habe den Assistenten bereits verwendet.
Finanzchef John David Rainey erklärte, KI-Investitionen seien Teil der geplanten Investitionsausgaben von rund 3,5 Prozent des Umsatzes im laufenden Jahr. Dazu zählen auch Automatisierung und Filialumbauten.
Amazon setzt auf Eigenentwicklung und Milliardeninvestitionen
Amazon verfolgt eine deutlich offensivere Strategie. Während Wettbewerber Kooperationen mit KI-Plattformen ankündigen, blockiert Amazon blockiert hingegen externe KI-Agenten und konzentriert sich auf interne Lösungen.
Im Mittelpunkt steht der KI-gestützte Einkaufsassistent "Rufus", der auf eigenen Modellen sowie Technologien von Anthropic basiert. Mehr als 300 Millionen Kunden hätten Rufus bereits genutzt. Nach Unternehmensangaben generierte das Tool im vergangenen Jahr zusätzliche annualisierte Umsätze von fast 12 Milliarden US-Dollar.
Gleichzeitig fährt Amazon seine Investitionen in KI-Infrastruktur massiv hoch. Für das laufende Jahr plant das Unternehmen Ausgaben von bis zu 200 Milliarden US-Dollar für KI-Initiativen.
Autor: Pascal Grunow, wallstreetONLINE Redaktion

