Nahost-Eskalation
Ölpreis schießt zweistellig hoch, Gold auf Rekordkurs, Aktien fallen
Die Eskalation im Nahen Osten hat die globalen Finanzmärkte zum Wochenstart in den Krisenmodus versetzt. Während die Rohölpreise explodieren, flüchten Investoren in sichere Häfen wie Gold. Aktien fallen weltweit zurück.
- Massiver US/Israel-Schlag gegen Iran, Märkte!!
- Ölpreise stark gestiegen, Hormus-Route lahm!!!
- Investoren flüchten: Gold hoch, Aktien fallen.
- Report: Tech-Aktien schwanken – 3 Versorger mit Rückenwind
Die ohnehin angespannte Lage im Nahen Osten ist am Wochenende eskaliert: Luftangriffe der USA und Israels trafen strategische Ziele im Iran, wobei laut US-Präsident Trump auch der langjährige oberste Führer Ajatollah Ali Chamenei getötet wurde. Exil-Iraner auf der ganzen Welt jubelten in der Hoffnung auf einen Regimewechsel. Die Reaktion der Märkte folgte prompt und heftig.
Energiemärkte: Versorgungsängste treiben Preise
Der wichtigste Indikator für die geopolitische Erschütterung ist der Ölpreis. Die internationale Referenzsorte Brent sprang unmittelbar nach Handelsbeginn um 13 Prozent auf über 82 US-Dollar pro Barrel – ein Niveau, das seit über einem Jahr nicht mehr erreicht wurde. Das US-Pendant WTI legte um fast 10 Prozent zu.
Hintergrund ist die faktische Lähmung der Straße von Hormus. Die iranischen Revolutionsgarden erklärten die Meerenge für gesperrt; Satellitenbilder zeigen einen fast vollständigen Stillstand des Schiffsverkehrs. Da durch dieses Nadelöhr täglich rund ein Fünftel des weltweiten Ölbedarfs transportiert wird, warnen Analysten bereits vor einem Anstieg auf über 100 US-Dollar, sollte der Schiffsverkehr nicht kurzfristig wiederhergestellt werden.
Die Bemühungen der OPEC+, die Produktion am Sonntag um 220.000 Barrel pro Tag anzuheben, verpufften weitgehend. Der Markt sei derzeit mehr darum besorgt, ob das Öl physisch bewegt werden kann, als um theoretische Förderkapazitäten, sagen Experten.
Flucht aus Aktien in "Sichere Häfen"
An den Aktienbörsen herrscht "Risk-off"-Stimmung. Die Futures auf den Dow Jones, S&P 500 und Nasdaq rutschten am Montagmorgen um jeweils rund 1 Prozent ab. Besonders hart traf es die regionalen Märkte im Nahen Osten: Der saudische Tadawul-Index verlor zeitweise 4,6 Prozent, der ägyptische EGX30 sackte um 6 Prozent ab, zeigen Bloomberg-Daten.
Im Gegenzug profitiert Gold. Das Edelmetall verteuerte sich um mehr als 2 Prozent auf rund 5.390 US-Dollar pro Unze. Auch der US-Dollar legte als Krisenwährung gegenüber dem Euro um zuletzt 0,8 Prozent zu. Kryptowährungen zeigten sich volatil: Bitcoin rutschte zeitweise unter 64.000 US-Dollar, konnte sich aber später im Bereich von 67.000 US-Dollar stabilisieren.
Ausblick: Alles hängt von Teheran ab
Während Energieaktien wie Saudi Aramco (+3 %) oder Woodside Energy (+5 %) gegen den Trend zulegen, bleibt die Unsicherheit für die Weltwirtschaft extrem hoch. Experten sind sich einig: Die weitere Marktentwicklung in den nächsten 72 Stunden hängt allein davon ab, wie massiv die iranischen Vergeltungsschläge gegen die zivile und energetische Infrastruktur der Golfstaaten ausfallen werden.
Autor: Ingo Kolf, wallstreetONLINE Redaktion

