Erwartungen übertroffen
Diese Rüstungsaktie fliegt Rheinmetall jetzt davon!
Der französische Verteidigungskonzern Thales hat am Dienstagmorgen ein zufriedenstellendes Ergebnis und einen ordentlichen Ausblick vorgelegt. Die Aktie steigt.
- Thales: starke Zahlen, solider Ausblick (Div.)
- Rheinmetall schwach, Anleger ratlos seit Wochen
- Bewertung: Thales günstiger vs. Rheinmetall...
- Report: Favoritenwechsel - diese 5 Werte sollten Anleger im Depot haben!
Rheinmetall-Aktie gibt Anleger Rätsel auf, Thales besser in Form!
Nach der Eskalation politischer Spannungen am vergangenen Wochenende gab es bei Anlegerinnen und Anleger von Rheinmetall am Montag lange Gesichter: Zwar eröffnete die Aktie stark, die anschließenden Gewinnmitnahmen sorgten jedoch für einen Schlusskurs unter dem Niveau vom Freitag. Neben Enttäuschung machte sich in sozialen Netzwerken wie Reddit auch Ratlosigkeit breit.
Am Dienstag hält die Underperformance der Rheinmetall-Aktie gegenüber dem Rest der Branche an. Dabei kann das Papier auch nicht von starken Zahlen seines französischen Mitbewerbers Thales profitieren, der am Morgen seine Geschäftszahlen für das abgelaufene Jahr sowie seinen Ausblick für 2026 vorgelegt hatte.
Starkes Plus beim Nettoertrag, mehr Dividende für Anleger
Im Vergleich zum Vorjahr kletterten die Erlöse des Luft- und Raumfahrtkonzerns um 7,6 Prozent auf 22,1 Milliarden Euro. Auf organischer Basis fiel das Umsatzplus mit 8,8 Prozent sogar noch etwas höher aus. Das bereinigte EBIT landete mit 2,74 Milliarden Euro um 13,3 Prozent über dem Vorjahreswert, maßgeblich aufgrund einer um 60 Basispunkte gesteigerten Marge 12,4 Prozent.
Auch der Nettoertrag konnte deutlich gesteigert werden. Dieser legte auf bereinigter Basis um 6 Prozent auf rund 2,0 Milliarden Euro zu und nach standardisierter Rechnungslegung (IFRS) sogar um 66 Prozent auf 1,675 Milliarden Euro. Der Cashflow präsentierte sich ebenfalls in einer starken Verfassung. Dieser kletterte auf operativer Basis um 27 Prozent auf knapp 2,6 Milliarden Euro.
Am anhaltenden Erfolg sollen Anlegerinnen und Anleger angemessen beteiligt werden. Das Management präsentierte einen Dividendenvorschlag von 3,90 Euro je Aktie. Das entspricht 40 Prozent des bereinigten Nettoertrags und einer Dividendenrendite von knapp 1,6 Prozent.
Dank hoher Auftragseingänge weiteres Wachstum in Aussicht
Für das kommende Jahr erwarten die Franzosen ein organisches Umsatzwachstum von 6 bis 7 Prozent auf 23,3 bis 23,6 Milliarden Euro. Bei der EBIT-Marge ist allerdings mit einem Rückgang auf 12,6 bis 12,8 Prozent zu rechnen, womit das Betriebsergebnis weniger stark wachsen dürfte.
Unterstützt wird die grundsätzlich zufriedenstellende Prognose von anhaltend hohen Auftragseingängen, die sich im abgelaufenen Jahr auf 25,3 Milliarden Euro belaufen haben. Damit liegt die Book-to-Bill-Rate bei rund 1,1. Vor allem im Rüstungsgeschäft blieb die Nachfrage hoch, hier kletterten die Orders um 3 Prozent auf 15,13 Milliarden Euro.
Aktie mit wenig Chancen gegen Abverkauf am Gesamtmarkt
An der Börse konnte die Aktie von der Zahlenvorlage zunächst profitieren. Die Anteile starteten mit einem Plus von rund 2 Prozent in den Handel. Allerdings wurde Thales rasch vom breiten Abverkauf am Gesamtmarkt erfasst und notierte am frühen Dienstagvormittag nach einem Vorzeichenwechsel etwa 2 Prozent im Minus. Dessen ungeachtet steht gegenüber dem Jahreswechsel ein Plus von 12 Prozent zu Buche gegenüber einem mageren Anstieg von 3 Prozent bei Aktie von Rheinmetall.
Allzu nachlässig sollten die Bullen bei der Thales-Aktie jedoch nicht werden, denn andernfalls droht die bei rund 252 Euro verlaufende 50-Tage-Linie aufgegeben und damit ein erstes Verkaufssignal ausgelöst zu werden. Allzu viel Raum für Verluste besteht nicht, denn bereits bei rund 245,50 Euro verläuft die 200-Tage-Linie, deren Unterschreiten eine nachhaltige Trendwende einleiten könnte.
Fazit: Signifikante Bewertungsunterschiede begünstigen Thales
Mit Blick auf die Fundamentaldaten ist Thales für 2026 mit rund dem 28-Fachen der erwarteten Gewinne bewertet. Das ist nicht günstig, wird aber etwas durch ein moderates Kurs-Gewinnwachstumsverhältnis (PEG) von 1,4 relativiert. Zum Vergleich: Das KGV liegt im Branchendurchschnitt bei 21,3, während das PEG durchschnittlich bei 1,86 liegt. Rheinmetall kommt demgegenüber auf ein KGVe von knapp 44 bei einem geschätzten 2026er PEG von 0,7.
Die Performancedifferenz lässt sich also durch die Bewertungsunterschiede erklären. Da Thales bei vielen anderen Kennzahlen ebenfalls deutlich unter den Werten von Rheinmetall liegt, könnte die Outperformance der Franzosen gegenüber dem deutschen Branchenprimus anhalten.
Autor: Max Gross, wallstreetONLINE Redaktion

