IWF warnt
Risiken für Inflation, Wachstum und Staatsfinanzen weltweit durch Iran-Schock
Die Angriffe auf den Iran erschüttern die Märkte. Der IWF sieht steigende Risiken für das Wachstum, die Inflation und die Staatsfinanzen weltweit.
- Angriffe auf Iran erschüttern Märkte, Risiko hoch.
- IWF warnt: Risiko für Wachstum, Inflation Finanzen
- Energiepreise steigen Inflation treibt Zinsen hoch
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Die jüngsten Angriffe der USA und Israels auf den Iran und die militärische Reaktion Teherans erhöhen die Unsicherheit für die Weltwirtschaft deutlich. Das erklärte der Internationale Währungsfonds (IWF) am Dienstag, wie das Wall Street Journal berichtet. Eine belastbare Einschätzung der wirtschaftlichen Folgen sei jedoch noch nicht möglich.
In einer Stellungnahme betont der Fonds, man beobachte die Lage im Nahen Osten genau. Die Situation sei "äußerst unbeständig". Weiter heißt es: "Es ist noch zu früh, um die wirtschaftlichen Auswirkungen auf die Region und die Weltwirtschaft abzuschätzen." Das Ausmaß der Folgen hänge von Dauer und Intensität des Konflikts ab.
Neue Prognosen erst im kommenden Monat
Der IWF kündigt an, eine umfassende Bewertung mit den nächsten Konjunkturprognosen im kommenden Monat vorzulegen. Bereits im Januar hatte die Organisation ihre Wachstumsprognose für die Weltwirtschaft angehoben. Sie rechnete damals mit einem globalen Plus von 3,3 Prozent, nach zuvor erwarteten 3 Prozent. Zugleich warnte sie, dass neue Handelsbarrieren und verschärfte geopolitische Konflikte die Dynamik bremsen könnten.
Energiepreise treiben Inflationssorgen
Seit Beginn der Kampfhandlungen sind die Energiepreise deutlich gestiegen. Hintergrund ist die faktische Schließung der Straße von Hormus sowie die Aussetzung der Produktion in mehreren Öl- und Gasanlagen der Region.
Der IWF erklärt: "Bislang haben wir Störungen des Handels und der Wirtschaftstätigkeit, einen Anstieg der Energiepreise und Volatilität an den Finanzmärkten beobachtet."
Steigende Energiepreise könnten die Inflation neu anfachen und das Wachstum insbesondere in energieimportierenden Ländern bremsen. Gleichzeitig sind weltweit die Renditen von Staatsanleihen gestiegen. Sollten sie erhöht bleiben, verteuern sich Kredite für Staaten und private Haushalte.
Politische Risiken verstärken den Druck
Die neue Eskalation trifft auf eine ohnehin fragile Lage. Zuletzt hatte ein Urteil des Obersten Gerichtshofs der USA länderspezifische Zölle von Präsident Trump für rechtswidrig erklärt. Das hatte die handelspolitische Unsicherheit erhöht.
US-Präsident Trump erklärte am Montag im Weißen Haus, die Angriffe auf Iran könnten noch 4 bis 5 Wochen andauern. Für Investoren bleibt damit vor allem eines: Unsicherheit. Ob aus ihr ein nachhaltiger Wachstumsschock entsteht, hängt nun maßgeblich vom weiteren Verlauf des Konflikts ab.
Autorin: Saskia Reh, wallstreetONLINE Redaktion

