Schuldenfinanziert

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    Das kostet die US-Expansionspolitik

    Ob die Besetzung Venezuelas, der Einsatz im Iran, oder die Träume von Grönland: Donald Trumps expansive Politik verschlingt Milliarden – und belastet künftige Generationen.

    Für Sie zusammengefasst
    Schuldenfinanziert - Das kostet die US-Expansionspolitik

    Donald Trump scheut nicht davor zurück, das US-Militär als Instrument seiner expansiven Politik um den Globus zu dirigieren. Er hat Venezuelas Präsidenten abgesetzt und ähnliches für Kolumbien angedeutet, den Einsatz von Truppen gegen Drogenkartelle in Mexiko vorgeschlagen und geschworen, die Kontrolle über Grönland zu übernehmen – "ob sie wollen oder nicht". Er positioniert sich im Zentrum der unsicheren Zukunft Gazas und hat die Druckkampagne gegen das iranische Regime in eine offene militärische Konfrontation getrieben.

    Doch während der US-Präsident seine "Frieden durch Stärke"-Rhetorik pflegt, bleibt er auffallend einsilbig, wenn es darum geht, wie viel seine multiplizierten Auslandsabenteuer kosten – und wer am Ende die Zeche zahlt.

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    Frühere US-Präsidenten mussten die Öffentlichkeit meist mühsam davon überzeugen, höhere Steuern zu akzeptieren, um Kriege zu finanzieren. Doch von höheren Steuern will Trump nichts wissen, es würde auch bei den Wählern sehr schlecht ankommen. Stattdessen werden die Schulden der USA immer weiter und weiter erhöht. Und über die Gesamtkosten seiner Expansionspolitik lässt Trump die Bevölkerung lieber im Dunkeln. Experten müssen sich mühsam durch Regierungsdokumente wühlen, um das Ausmaß der Ausgaben zu beziffern:

    - Venezuela: Die "Operation Southern Sphere", die in den frühen Morgenstunden des 3. Januar 2026 zur Gefangennahme von Nicolás Maduro führte, erforderte den Einsatz von über 15.000 Soldaten, Kriegsschiffen, Kampfjets und Hubschraubern. Auch nach der Festnahme hält die US-Marine eine massive Präsenz vor der Küste aufrecht, darunter eine Flugzeugträgereinheit mit 7.500 Mann. Die Kosten belaufen sich laut dem Center for Strategic & International Studies auf 31 Millionen US-Dollar pro Tag. Das summiert sich auf über 11 Milliarden US-Dollar pro Jahr.

    - Iran: Ende Februar erreichte die Eskalation ihren vorläufigen Höhepunkt. Nach massiven Luftangriffen der USA und Israels auf iranische Atomanlagen und Infrastruktur schossen die Kosten in die Höhe. Allein die Entsendung zusätzlicher Verbände schlägt mit etwa 8 Millionen US-Dollar täglich zu Buche, hinzu kommen die eingesetzten Waffen, Treibstoff, und so weiter. Experten des "Costs of War"-Projekts schätzen, dass die direkten Militäraktionen gegen den Iran und seine Stellvertreter allein im Jahr 2025 bereits 2 Milliarden US-Dollar kosteten – eine Summe, die durch die aktuellen Kampfhandlungen im März 2026 geradezu verblassen dürfte.

    - Grönland: Die fixe Idee, das dänische Territorium Grönland zu kontrollieren, um Rohstoffe abzubauen und China auszustechen, könnte das Budget sprengen. Schätzungen belaufen sich auf bis zu 700 Milliarden US-Dollar für einen möglichen Kauf – das entspricht fast drei Vierteln des gesamten Pentagon-Budgets.

    Die unsichtbare Rechnung

    Die reinen Einsatzkosten sind dabei nur die Spitze des Eisbergs. Wenn die USA, wie in Venezuela angedeutet, als "Besatzungsmacht" fungieren müssen, um die Ölindustrie für US-Investoren sicher zu machen, zahlt der amerikanische Steuerzahler die Stabilisierung, von der private Konzerne dann profitieren.

    Noch gefährlicher ist die langfristige finanzielle Erosion. George W. Bush schätzte die Kosten des Irak-Kriegs einst auf 50 Milliarden US-Dollar; am Ende waren es inklusive Veteranenversorgung und Zinsen rund 8 Billionen US-Dollar. Auch Bush finanzierte das vollständig über eine höhere Schuldenaufnahme. Trump setzt diesen Trend fort und geht noch eine Stufe weiter, indem er gleichzeitig Steuern senkt und die Ausgaben durch Schulden finanziert.

    Das Kartenhaus der Schulden

    Die Zahlen sind alarmierend: Zu Beginn des Irak-Kriegs lag die öffentliche Verschuldung der USA bei 3,7 Billionen US-Dollar (33 Prozent des BIP). Heute, im Jahr 2026, ist sie auf über 38 Billionen US-Dollar angewachsen und liegt bei rund 123 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Und da sind die Kosten für die Aktionen in Venezuela und dem Iran noch gar nicht drin enthalten.

    Investoren weltweit beginnen bereits, die Sicherheit von US-Staatsanleihen zu hinterfragen. Die Entwicklung der vergangenen Monate hat gezeigt, dass das Vertrauen in die unbegrenzte Zahlungsfähigkeit der Supermacht bröckelt. Während Trump seine Politik als "America First" verkauft, wächst das Risiko, dass die immensen Kosten seiner Ambitionen den sowieso schon immensen Schuldenberg des Landes immer weiter erhöhen und das Land langfristig finanziell in eine Katastrophe stürzen.

    Autor: Ingo Kolf, wallstreetONLINE Redaktion


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    Verfasst vonRedakteurIngo Kolf
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