Autonomes Fahren im Fokus
Robotaxis als Gamechanger: Tesla ist laut Analyst "klarer Marktführer"
Die Bank of America stuft Tesla wieder auf "Kaufen" hoch. Analyst Alexander Perry sieht enormes Potenzial durch Robotaxis, Software und den humanoiden Roboter Optimus.
Die Bank of America setzt wieder auf Tesla, wie CNBC berichtet. Das Institut nimmt die Bewertung des Elektroautobauers erneut auf und stuft die Aktie mit "Buy" ein. Zuvor hatte die Bank das Papier mit "Hold" geführt. Analyst Alexander Perry nennt ein Kursziel von 460 US-Dollar und liegt damit deutlich über dem Durchschnitt der Wall Street Analysten von 420,90 US-Dollar, wie Daten von SeekingAlpha zeigen.
Ein Blick auf die Trefferquote des Analysten relativiert jedoch die Euphorie: Laut TipRanks liegt Perrys Erfolgsquote bei 37 Prozent, 56 von 151 Bewertungen waren profitabel. Mit 0,77 von 5 Sternen rangiert er auf Platz 10.276 von 12.143 erfassten Wall-Street-Analysten.
"Klarer Marktführer" beim autonomen Fahren
Perry sieht Tesla aktuell als führendes Unternehmen im autonomen Fahren. "Wir gehen davon aus, dass Tesla aufgrund seiner Fähigkeit, profitabler als Wettbewerber zu skalieren, schnell zu einem führenden Anbieter von Robotaxi-Diensten werden wird. Wir sehen autonome Fahrzeuge als Impulsgeber für die nächste Ära der Mobilität und als wichtigsten Change Agent in der Auto 2.0-Landschaft, der den Verbrauchern Zeitersparnis, sichereres Reisen und einen besseren Zugang zu Transportmitteln verspricht", schreibt er.
Robotaxis seien die größte Chance für die nächste Phase. Der Dienst läuft bereits in San Francisco und Austin. Sieben weitere Märkte sollen im ersten Halbjahr folgen. Perry geht davon aus, dass Tesla sein Angebot rasch ausweitet.
Kostenvorteil durch Kamera-Ansatz
Ein zentraler Unterschied liegt laut Perry in der Technologie. "Die in der autonomen Industrie verwendete Standardtechnologie sind Multisensor-Fusionsansätze wie LiDAR, Radar und Kameras, während der ausschließlich auf Kameras basierende Ansatz von Tesla technisch anspruchsvoller, aber wesentlich kostengünstiger ist und eine Daten-Engine für Verbraucherflotten nutzt", erklärt er.
Und weiter: "Die Strategie von Tesla sollte es dem Unternehmen ermöglichen, im Vergleich zu Robotaxi-Konkurrenten profitabler zu skalieren, während der Mangel an Fahrern ihm einen Kostenvorteil gegenüber Mitfahrdienstanbietern verschafft."
Tesla setze damit auf eine günstigere, datengetriebene Skalierung. Das verschaffe dem Konzern strukturelle Kostenvorteile gegenüber klassischen Fahrdienstanbietern.
Software, Optimus und Energie als Kurstreiber
Auch die Monetarisierung der Software für vollautonomes Fahren steht laut Perry noch am Anfang. Er erwartet eine schnelle Marktdurchdringung und steigende Marktanteile, gerade in einem anspruchsvolleren regulatorischen Umfeld für Elektroautoanbieter.
Zusätzliche Fantasie liefert der humanoide Roboter Optimus. Perry bewertet dieses Segment mit mehr als 30 Milliarden US-Dollar. "Optimus wird wahrscheinlich zunächst in der Fertigung eingesetzt werden und möglicherweise einen Teil der 13 Millionen Arbeitsplätze in der US-Fertigungsindustrie ersetzen, bevor es später auch in Haushalten zum Einsatz kommt", schreibt er.
Auch dem Energiegeschäft traut der Analyst Großes zu. "Unabhängig davon bewerten wir das Energiegeschäft mit 90 Milliarden US-Dollar, was 6 Prozent der Bewertung entspricht, und erwarten, dass Tesla mit seinen Powerwall-Batterien für Privathaushalte und seinen Megapacks für Versorgungsunternehmen und Rechenzentren einen führenden Marktanteil haben wird."
Für die Bank ist klar: Autonomes Fahren, Robotaxis, Robotik und Energiespeicher könnten Tesla in eine neue Wachstumsära führen.
Autorin: Saskia Reh, wallstreetONLINE Redaktion
