Kreditkosten steigen

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    Krieg löst massiven Ausverkauf bei US-Staatsanleihen aus

    Der Angriff auf den Iran hat in den USA die Bond-Bären entfesselt. Steigende Zinsen und Ölpreise bringen die Fed in die Klemme und gefährden die Stabilität der US-Finanzen.

    Kreditkosten steigen - Krieg löst massiven Ausverkauf bei US-Staatsanleihen aus

    Der Status der US-Staatsanleihen als sichere Geldanlage hat mit den Kampfhandlungen im Iran einen Rückschlag erlitten. Innerhalb weniger Tage kam es zum größten Bond-Ausverkauf seit Anfang Juni. Seit Beginn der US-israelischen Militäroperation gegen den Iran sind die Renditen der 10-jährigen US-Treasuries von 3,94 Prozent auf aktuell über 4,08 Prozent gesprungen. Dieser Anstieg um 14 Basispunkte ist ein Alarmsignal für die größte Volkswirtschaft der Welt.

    Der Mechanismus hinter dem Rendite-Schock ist klassisch: Krieg ist teuer und inflationär. "Man kauft eine Rakete, sie explodiert und das Geld ist weg", bringt es Harley Bassman von Simplify Asset Management gegenüber MarketWatch auf den Punkt. Der sprunghafte Anstieg der Ölpreise (Brent und WTI auf Höchstständen seit Juni) wirkt wie ein Brandbeschleuniger für die ohnehin hartnäckige Inflation.

    Besonders kritisch ist, dass die Schließung der Straße von Hormus die globalen Lieferketten erneut zu kappen droht. Für die US-Notenbank (Fed) könnte dies das Ende der Zinssenkungshoffnungen für 2026 bedeuten. Händler am Terminmarkt haben ihre Wetten bereits drastisch reduziert; viele rechnen nun erst im September mit einer ersten Senkung – wenn überhaupt.

    Für den US-Haushalt ist die aktuelle Entwicklung hochgradig riskant. Die USA sitzen auf einem Schuldenberg von über 38 Billionen US-Dollar. Ein dauerhafter Anstieg der Renditen am langen Ende (10 bis 30 Jahre) verteuert die Refinanzierung dieses Defizits massiv.

    Höhere Zinskosten

    Bereits vor dem aktuellen Renditesprung prognostizierte das Congressional Budget Office, dass die Netto-Zinskosten im laufenden Fiskaljahr erstmals die Marke von 1,0 Billion US-Dollar erreichen werden. Da die USA 2026 ein Defizit von etwa 1,9 Billionen US-Dollar finanzieren müssen und gleichzeitig Billionen an alten, niedrig verzinsten Anleihen auslaufen, trifft jede Renditesteigerung den Haushalt sofort bei der notwendigen Refinanzierung.

    Die US-Regierung zahlt in diesem Jahr bereits durchschnittlich 2,8 Milliarden US-Dollar pro Tag allein für Zinsen. Der Anstieg um 14 Basispunkte erhöht diese tägliche Last rein rechnerisch um weitere Millionenbeträge.

    - Angebotsschock: Um den Krieg und das Defizit zu finanzieren, muss das Finanzministerium mehr Anleihen emittieren. Gleichzeitig warnen Bond-Investoren wie BlackRock vor einer hartnäckigen Inflation und stoßen Papiere ab. Ein steigendes Angebot trifft also auf eine sinkende Nachfrage.

    - Kreditkrise: Steigende Staatsanleihen-Renditen ziehen Kapital aus dem Aktienmarkt ab und verteuern Kredite für Unternehmen und Hausbauer (die 30-jährige Hypothek ist prompt wieder über die Marke von 6 Prozent gesprungen).

    US-Präsident Donald Trump kalkuliert mit einer Einsatzdauer von vier bis fünf Wochen. Doch der Markt ist skeptisch. Sollte sich der Konflikt zu einem regionalen Flächenbrand ausweiten, droht ein "Worst-Case-Szenario" am Bondmarkt.

    Während der US-Dollar als Währung aktuell noch von den hohen Ölpreisen profitiert, verlieren die US-Schuldtitel ihren Glanz. Wenn die Inflation durch die Energiepreise dauerhaft über dem Zielwert der Fed bleibt, könnten die 10-Jahres-Renditen schnell die Marke von 4,2 oder gar 4,5 Prozent testen – ein Niveau, das die Tragfähigkeit der US-Schulden bei gleichzeitigem Kriegsszenario auf eine historische harte Probe stellen würde.

    Autor: Ingo Kolf, wallstreetONLINE Redaktion


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    Verfasst vonRedakteurIngo Kolf
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