Wahnwitzige Volatilität
Börse absurd: Nach dem Monster-Crash jetzt der Mega-Rebound!
Stürzte der Aktienmarkt in Südkorea am Dienstag und Mittwoch noch spektakulär ab, folgte am Donnerstag eine nicht weniger beeindruckende Kurswende.
Iran-Krieg wirbelt südkoreanischen Aktienmarkt durcheinander
Die nach den Angriffen auf den Iran hohe Volatilität an den weltweiten Finanzmärkten hält an. Ein besonders eindrucksvolles Beispiel hierfür ist der südkoreanische Aktienmarkt, der in den vergangenen Wochen und Monaten aufgrund seines parabolischen Anstiegs für Aufsehen sorgte. Die hohe Indexgewichtung der beiden Speicherchip-Hersteller Samsung und SK Hynix sorgte zwischenzeitlich für ein Plus von 50,3 Prozent des Leitindex KOSPI gegenüber dem Jahresauftakt.
Hierfür erhielten Anlegerinnen und Anleger am Dienstag und Mittwoch die Quittung, nachdem der südkoreanische Markt am Montag feiertagsbedingt noch geschlossen hatte. Zwar haussierten Rüstungswerte, doch der Rest des Marktes fiel wie ein Stein. Am Dienstag hatte der KOSPI über 7 Prozent nachgegeben, ehe die Verkäufe am Mittwoch eskalierten und der Index mit einem Minus von 12,1 Prozent den höchsten Tagesverlust seit vielen Jahren erlitt.
Quelle: Investing.com
Speicherchip-Hersteller führen KOSPI-Erholung an
Angetrieben durch eine starke Erholung der europäischen und amerikanischen Märkte sowie durch einen starken Ausblick des Halbleiterherstellers Broadcom gelang den Käuferinnen und Käufer jetzt ein beeindruckender Konter. Der KOSPI legte am Donnerstag zeitweise mehr als 10 Prozent zu und konnte damit einen signifikanten Teil seiner Verluste wieder wettmachen. Schon im US-Handel konnte der in den vergangenen Wochen bei Anlegerinnen und Anlegern stark gefragte iShares MSCI South Korea ETF zwischenzeitlich starke Gewinne verbuchen.
Maßgeblich für die starke Erholung am Donnerstag war ein Rebound der Speicherchip-Hersteller Samsung (+12,4 Prozent) und SK Hynix (13,7 Prozent). Auch Anteilsscheine von Hyundai (+11,4 Prozent) und dem Industriekonglomerat Doosan (+13,5 Prozent) waren gefragt, während Rüstungstitel wie Hanwha Aerospace (+7,9 Prozent) weiter haussierten.
Vom kräftigen Rebound ließen sich auch andere asiatische Börsen anstecken. Der Nikkei legte etwa 1,8 Prozent zu, indonesische Basiswerte verteuerten sich um 1,7 Prozent. Auch der thailändische Aktienmarkt, an dem es am Mittwoch aufgrund der starken Verluste noch zu Handelsunterbrechungen gekommen war, legte rund 1,6 Prozent zu. Damit fiel die Erholung aber deutlich weniger aus als in Südkorea. Die ost- und südostasiatischen Volkswirtschaften sind überproportional stark abhängigen von Öl- und Gas-Importen, die über die Straße von Hormus abgewickelt werden.
Fazit: Diese Blase dürfte erstmal geplatzt sein
Nach einem crashartigen Absturz an den Vortagen ist es am südkoreanischen Aktienmarkt zu einer kräftigen Erholung gekommen. Diese sollte von Anlegerinnen und Anleger aber nicht als Zeichen einer Trendfortsetzung, sondern als Dead-Cat-Bounce verstanden werden.
Die in den vergangenen Tagen außergewöhnlich hohe Volatilität markiert üblicherweise das Ende von starken Aufwärtsbewegungen, sodass mittelfristig weitere Verluste zu befürchten sind – zuletzt war es bei Silber zu einem vergleichbaren Blow-off-Top gekommen.
Ein weiterer Kontraindikator: Der südkoreanische Markt hatte in der vergangenen Woche auch in sozialen Netzwerken wie Reddit und Anlegerforen viel Aufmerksamkeit erhalten, nachdem er zuvor kaum beachtet wurde. Das ist in der Regel ein Indiz dafür, dass ein Höhepunkt erreicht ist.
Mit Blick auf die hohe Bedeutung von Samsung und SK Hynix für die Speicherchip-Branche sollten sich auch Investoren von Micron, SanDisk, Seagate und Western Digital in Acht nehmen.
Autor: Max Gross, wallstreetONLINE Redaktion


