Krypto-Comeback
Bitcoin über 72.000 US-Dollar – kommt jetzt die nächste Krypto-Rallye?
Bitcoin und Ethereum steigen wieder, angetrieben von ETF-Zuflüssen und politischen Signalen, die Hoffnung auf eine nachhaltige Trendwende im Kryptomarkt wecken.
Der Kryptomarkt startet mit deutlichen Kursgewinnen in den Donnerstag. Angeführt von Bitcoin und Ethereum legt der gesamte Markt spürbar zu, während institutionelle Investoren erneut Kapital über Krypto-ETFs in den Markt lenken.
Bitcoin und Ethereum legen zu
Bitcoin notierte am Donnerstagmorgen 5,5 Prozent höher und notiert bei 72.400 US-Dollar, während Ethereum mit einem Anstieg von 7,1 Prozent auf 2.120 US-Dollar noch stärker zulegte. Von den 100 größten Kryptowährungen notierten 79 auf 24-Stunden-Basis im Plus.
Der gesamte Kryptomarkt verzeichnete ein Plus von 4,85 Prozent und erreichte damit eine Marktkapitalisierung von rund 2,44 Billionen US-Dollar. Auch die Marktstimmung hellte sich auf: Der Crypto Fear and Greed Index stieg von 19 Punkten (Extreme Angst) am Vortag auf 29 Punkte, womit sich das Sentiment zumindest auf "Fear" verbesserte.
ETF-Zuflüsse verlängern institutionelle Kaufserie
Ein wesentlicher Treiber der jüngsten Rallye sind erneut Kapitalzuflüsse in US-Spot-Krypto-ETFs.
Am Mittwoch flossen laut Marktdaten weitere 155 Millionen US-Dollar in die BTC-ETFs. Damit setzt sich eine mittlerweile zwei Wochen andauernde Serie institutioneller Zuflüsse fort.
Nach Daten des Analysehauses SoSoValue summieren sich die ETF-Investitionen in diesem Zeitraum auf rund 1,47 Milliarden US-Dollar. Insgesamt sind seit dem 24. Februar etwa 1,7 Milliarden Dollar in US-Spot-Bitcoin-ETFs geflossen – ein deutlicher Stimmungsumschwung nach mehreren Wochen mit Kapitalabflüssen zu Jahresbeginn.
Politik und Geopolitik verändern den Kryptomarkt
Parallel zu den Marktdaten spielen auch politische Entwicklungen eine wachsende Rolle im Kryptosektor. In Washington wächst der Druck klare Regeln für digitale Vermögenswerte zu schaffen. US-Präsident Donald Trump forderte diese Woche den Kongress auf, schneller über ein Gesetz zur Marktstruktur für Kryptowährungen zu entscheiden.
Der sogenannte CLARITY Act soll klären, ob digitale Assets künftig primär unter die Aufsicht der Securities and Exchange Commission (SEC) oder der Commodity Futures Trading Commission (CFTC) fallen.
Der Gesetzentwurf steckt derzeit in politischen Verhandlungen fest, unter anderem wegen Streitigkeiten zwischen Banken und Krypto-Unternehmen über die Regulierung von Stablecoins.
Infrastrukturintegration schreitet voran
Auch auf regulatorischer Ebene schreitet die Integration von Krypto-Infrastruktur in das traditionelle Finanzsystem voran.
Die Bankeinheit der Kryptobörse Kraken erhielt kürzlich Zugang zu einem Masterkonto bei der US-Notenbank Federal Reserve. Damit kann das Unternehmen Dollartransaktionen direkt über die Zahlungsinfrastruktur der Zentralbank abwickeln.
Marktteilnehmer sehen mögliche Trendwende
Einige Analysten sehen Anzeichen für eine strukturelle Wende im Kryptomarkt.
Die Kombination aus politischer Unterstützung, wachsender Infrastruktur und institutioneller Nachfrage könnte laut dem Brokerhaus Clear Street einen Wendepunkt markieren.
In einer Investoren-Notiz hieß es, diese Entwicklung könnte "das Ende des Krypto-Bärenmarktes markieren und den Beginn eines neuen Bullenzyklus auslösen".
Laut der Prognoseplattform Myriad Markets sehen Nutzer aktuell eine 57-prozentige Wahrscheinlichkeit, dass Bitcoin in den kommenden Monaten auf 84.000 US-Dollar steigt, statt auf 55.000 US-Dollar zurückzufallen.
Autor: Pascal Grunow, wallstreetONLINE Redaktion

