Trotz Handelsstreit
DHL überrascht mit Gewinnsprung – und hebt Prognose und Dividende an
DHL steigerte 2025 den operativen Gewinn auf 6,1 Milliarden Euro und erhöht die Dividende. Für 2026 peilt der Konzern weiteres Wachstum an.
Die DHL Group hat im Geschäftsjahr 2025 ihre Ergebnisprognose übertroffen und stellt die Aktionäre besser. Der Logistikkonzern steigerte den operativen Gewinn und kündigte eine höhere Dividende an.
Nach Vorlage der Zahlen am Donnerstag rutschte das Papier auf Tradegate zunächst deutlich auf 46,58 Euro ab, was einem Abschlag von 3,60 Prozent entspricht (Stand 10:15 Uhr).
Weniger Umsatz, mehr Gewinn
Der Umsatz sank um 1,6 Prozent auf 82,9 Milliarden Euro. Im Vorjahr hatte der Konzern 84,2 Milliarden Euro erlöst. Belastend wirkten Währungseffekte und geringere Transportmengen auf Routen in die Vereinigten Staaten.
Beim operativen Ergebnis legte DHL jedoch zu. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern stieg um 3,7 Prozent auf 6,1 Milliarden Euro. Damit übertraf das Unternehmen seine eigene Zielmarke von mindestens 6 Milliarden Euro. Die operative Marge verbesserte sich von 7,0 Prozent auf 7,4 Prozent.
Konzernchef Tobias Meyer führt den Erfolg auf konsequente Maßnahmen zurück. "Durch aktives Kapazitätsmanagement und strukturelle Kostenverbesserungen konnten wir unsere Finanzziele übertreffen. Gleichzeitig investieren wir weiterhin in globale Wachstumsmärkte und -branchen", sagte der Vorstandsvorsitzende. Zugleich warnte er vor anhaltender Unsicherheit. "Die wirtschaftliche Volatilität wird auch 2026 anhalten. Wir sind sowohl global als auch lokal sehr gut positioniert."
Mehr Geld für Aktionäre
Auch unter dem Strich verdiente DHL mehr. Das Ergebnis je Aktie stieg von 2,86 Euro auf 3,09 Euro. Vorstand und Aufsichtsrat wollen der Hauptversammlung eine Dividende von 1,90 Euro je Aktie vorschlagen. Im Vorjahr lag sie bei 1,85 Euro.
Die Gesamtausschüttung würde damit 2,1 Milliarden Euro erreichen. Die Ausschüttungsquote läge bei 60,6 Prozent des Nettogewinns und damit leicht über dem Zielkorridor von 40 bis 60 Prozent. Auf Basis des Jahresschlusskurses entspräche dies einer Dividendenrendite von 4,1 Prozent.
Finanzchefin Melanie Kreis betonte die operative Stärke. "Wir haben unser Ergebnis je Aktie im Vergleich zum Vorjahr deutlich verbessert und damit die Wirksamkeit unserer Effizienzmaßnahmen unterstrichen. Der freie Cashflow ohne M&A ist stark und strukturell deutlich höher als in der Vergangenheit", sagte sie. Die Kombination aus Dividende und Aktienrückkäufen mache den Konzern attraktiv.
Der freie Cashflow ohne Übernahmen und Verkäufe stieg auf 3,2 Milliarden Euro nach 3,0 Milliarden Euro im Vorjahr.
Vorsichtiger Optimismus für 2026
Für 2026 rechnet DHL mit einem operativen Gewinn von über 6,2 Milliarden Euro. Der freie Cashflow ohne Übernahmen und Verkäufe soll rund 3 Milliarden Euro erreichen.
Dabei erwartet der Konzern im Bereich DHL ein operatives Ergebnis von über 5,6 Milliarden Euro. Für Post und Paket Deutschland plant das Management mehr als 0,9 Milliarden Euro. Die Konzernfunktionen dürften rund minus 0,4 Milliarden Euro beitragen.
DHL setzt weiter auf Effizienz, Kapazitätssteuerung und das Kostenprogramm Fit for Growth. Trotz geopolitischer Spannungen sieht sich der Konzern gut aufgestellt.
Autorin: Saskia Reh, wallstreetONLINE Redaktion
