Prognose zu zaghaft
Gewinnrückgang: Wichtiges Patent ausgelaufen: Wie geht es weiter bei Merck?
Merck KGaA erwartet für 2026 einen Gewinnrückgang um bis zu 9,8 Prozent. Besonders der Verlust des Patents für das MS-Medikament Mavenclad und Währungseffekte belasten. Was Anleger jetzt wissen müssen.
Der deutsche Pharma- und Technologiekonzern Merck KGaA stellt für das Jahr 2026 einen leichten Rückgang beim operativen Ergebnis in Aussicht. Die Prognose für das bereinigte EBITDA liegt voraussichtlich zwischen 5,5 und 6,0 Milliarden Euro. Das Unternehmen erwartet ein Minus von bis zu 9,8 Prozent, was insbesondere durch negative Währungseinflüsse und den Verlust des US-Patents für das Multiple-Sklerose-Medikament Mavenclad bedingt ist.
Die Merck-Aktie rutsche im frühen Handel auf Tradegate rund 5 Prozent ins Minus, kann die Verluste zum Xetra-Start am Donnerstag allerdings aufholen. Nachdem die Aktie im September auf ein Mehrjahrestief gefallen war, hatte sich der Kurs in den vergangenen 6 Monaten etwas erholen können. Schwung für eine Trendwende liefern die aktuellen Zahlen aber erst einmal nicht.
Für 2025 erreichte Merck ein Umsatzniveau von 21,1 Milliarden Euro, was einem minimalen Rückgang von 0,3 Prozent entspricht. Organisch konnte der Konzern jedoch ein Plus von 3,1 Prozent erzielen. Das bereinigte EBITDA stieg leicht um 0,6 Prozent auf 6,1 Milliarden Euro und lag damit im Rahmen der Analystenerwartungen. Dennoch ging der Nachsteuergewinn um rund 6 Prozent auf etwa 2,6 Milliarden Euro zurück, was die Herausforderungen des Unternehmens unterstreicht.
Mercks CEO Belen Garijo, die im April den Vorsitz bei Sanofi übernehmen wird, zeigt sich optimistisch bezüglich der künftigen Entwicklung. Sie verweist auf die Akquisition von SpringWorks Therapeutics im Wert von 3,9 Milliarden Dollar sowie die zunehmende Nachfrage nach Biotech-Ausrüstung und Chemikalien für die Halbleiterindustrie. Diese Maßnahmen sollen helfen, das Wachstum in den kommenden Jahren zu fördern.
Neben dem Pharmageschäft ist Merck über die Sparte Electronics einer der weltweit wichtigsten Zulieferer für die Halbleiter- und Displayindustrie. Das Unternehmen hat die LCD-Technologie über Jahrzehnte maßgeblich entwickelt. Darüber hinaus liefern die Darmstädter die notwendigen Chemikalien und Materialien, um Mikrochips herzustellen.
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Autor: Julian Schick, wallstreetONLINE Redaktion
Die Merck Aktie wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Minus von -1,26 % und einem Kurs von 121,7EUR auf Tradegate (05. März 2026, 09:30 Uhr) gehandelt.
