Preise verdoppelt

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    Gaspreise explodieren – und in Deutschland sind die Speicher leer

    Leere Speicher, teures LNG und ein Krieg im Nahen Osten: Europas Gasversorgung gerät unter Druck. Deutschland könnte besonders hart getroffen werden. Das hat seine Gründe.

    Preise verdoppelt - Gaspreise explodieren – und in Deutschland sind die Speicher leer

    Europa steuert auf eine neue Gasrisiko-Phase zu. Während die Heizperiode endet, sind die Speicherstände, vor allem in Deutschland, ungewöhnlich niedrig. Gleichzeitig steigen die Preise für Gas und Flüssiggas (LNG) rapide. Der Auslöser ist der Krieg zwischen den USA, Israel und Iran, der Lieferketten im globalen Energiemarkt erschüttert. Dadurch entsteht eine gefährliche Kombination aus knapper Versorgung und steigenden Kosten.

    Gas spielt für Europas Energiesicherheit eine zentrale Rolle. Die Speicher werden im Sommer gefüllt, um die Nachfrage im Winter decken zu können. Doch in diesem Jahr nähern wir uns dem Ende der Heizsaison mit außergewöhnlich niedrigen Vorräten. Experten erwarten, dass Europas Speicher Ende März nur zu etwa 22 bis 27 Prozent gefüllt sein werden – deutlich weniger als der Fünfjahresdurchschnitt von rund 41 Prozent.

    Noch dramatischer sieht es in Deutschland aus. Aktuell sind die Speicher hierzulande auf dem historisch niedrigen Stand von 20,8 Prozent. Selbst auf dem Höhepunkt der Energiekrise wegen des Ukraine-Krieges, als Russland die Lieferungen abrupt abstellte, sind die Pegel nie unter 24 Prozent gefallen, zeigen Daten von Statista und der Bundesnetzagentur. Dafür wurden sie im Sommer dann immer bis auf 100 Prozent aufgefüllt

    Außer im vergangenen Jahr, nachdem Katharina Reiche das Wirtschaftsministerium von Robert Habeck übernahm. Da wurde beschlossen, dass es ausreiche, wenn die Speicher zu drei Vierteln voll sind. Das Ministerium gibt sich auch jetzt noch gelassen und betont, dass kein Gasmangel drohe und die Versorgung durch die vier neuen Flüssiggasterminals (Wilhelmshaven, Stade, Brunsbüttel, Mukran) gesichert sei.

    Das mag sein, aber zu welchem Preis? Selbst im Dezember 2025 hätte es lediglich etwa 26 Euro je MWh gekostet, Erdgas einzukaufen und sich für den Winter einzudecken. Das wurde aber nicht getan. Am Donnerstagmorgen stiegen die Preise bis knapp unter die Marke von 55 Euro – das ist mehr als eine Verdopplung.

    Es ist nicht absehbar, wann die Preise wieder sinken oder ob sie nicht vielleicht noch weiter steigen. Auf jeden Fall muss im Sommer deutlich mehr Gas eingekauft werden als üblich und zu wahrscheinlich deutlich höheren Preisen. Wenn im Sommer nicht ausreichend LNG beschafft wird, drohen im Winter Engpässe und drastisch steigende Energiepreise.

    Analysten warnen vor einem möglichen Preisschock. Sollte der Konflikt anhalten und Lieferungen aus Katar länger ausfallen, könnten europäische Gaspreise deutlich über 60 Euro pro Megawattstunde steigen. In einem extremen Szenario wären sogar 100 Euro pro Megawattstunde denkbar – ein Niveau, das zuletzt während der Energiekrise 2022 erreicht wurde.

    Nicht nur Deutschland, ganz Europa ist inzwischen stark von LNG abhängig. Vor dem Ukraine-Krieg machte Flüssiggas nur etwa 19 Prozent der europäischen Gasversorgung aus. In diesem Jahr könnte der Anteil bereits 45 Prozent erreichen.

    Damit steht unsere Energieversorgung auf einem fragilen Fundament: niedrige Speicherstände, hohe Importabhängigkeit und ein geopolitischer Konflikt in einer der wichtigsten Energierouten der Welt. Sollte der Krieg länger dauern, könnte der nächste Gaspreisschock bald Realität werden – auch aufgrund energiepolitischer Entscheidungen der vergangenen Monate.

    Autor: Ingo Kolf, wallstreetONLINE Redaktion


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    Verfasst vonRedakteurIngo Kolf
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